Ein donnerndes Pott Jost für das Krankenhaus

ALTENA ▪ Am Ende fuhr der Besenwagen – die Kehrmaschine des Bauhofes sammelte nach der Krankenhaus-Demo am Freitagabend die Köttel von 200 Wanderschafen ein. Sie und der Bischof im Wolfskostüm bildeten die Spitze des Demonstrationszuges, dem sich rund 2500 Menschen angeschlossen hatten.

Marschiert wurde durch die Innenstadt, wo die Schafe interessiert an der Bepflanzung der Blumenkübel knabberten und manche Auslage sozusagen in letzter Sekunde vor ihnen in Sicherheit gebracht wurde.

Abschlusskundgebung auf dem Bungern

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Bungern traf Dr. Frank Leienbach den Nerv der Altenaer am besten, als er ein dreifaches „Pott Jost“ für Altena, die Bürger und das Krankenhaus anstimmen ließ. Da wurde es richtig laut auf dem Aufmarschplatz der Schützen. Aber auch bei den anderen Ansprachen zeigten die Demonstranten – darunter auch eine starke Abordnung der Nachrodt-Wiblingwerder Feuerwehr – mit Trillerpfeifen, Buh-Rufen, aber auch tosendem Applaus, dass sie von einer Umwandlung des Krankenhauses in ein Pflegeheim nichts halten und dass sie zu jenen stehen, die sich dem in den Weg stellen.

Demonstration "Rettet das Krankenhaus"

Übrigens: Ganz unumstritten waren die Aktionen nicht. Einige Katholiken fanden den Wolf mit der Bischofsmütze zu polemisch, der Tierschutzverein fürchtete angesichts der Hitze und der vielen Menschen um die Gesundheit der Schafe. Er habe mehrere Anrufe besorgter Bürger bekommen, berichtete der zweite Vorsitzende Wolfgang Brüggemann. Schäfer Mike Roloph vom Naturschutzzentrum sah das gelassen: Es handele sich um Wanderschafe, die es gewohnt seien, auch bei Hitze größere Strecken zum nächsten Weideplatz zurückzulegen.

Aufruf zur Sitzblockade

Es mehren sich auch Stimmen, die meinen, man müsse den Protest zum Bischofssitz in Essen tragen – „wir sollten ein paar Busse chartern und da eine Sitzblockade machen“, sagte Friedrich Wilhelm Becker am Rande der Demonstration. Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein hingegen ist sich sicher, dass der Protest der Altenaer beim Bistum gehört wird: „Man spricht dort schon von den Freitagsdemos im Altena“, sagte er und spielte damit auf die Montagsdemos an, die den Untergang der DDR begleiteten. ▪ Thomas Bender

Hierzu gibt es auch eine Fotostrecke!

Weitere Infos:http://www.rettet-das-altenaer-krankenhaus.de

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