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Digitaler Impfpass: So gut läuft es wirklich

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Von: Susanne Fischer-Bolz

Fliegt nicht mehr in der Tasche herum: der gelbe Impfausweis (rechts). Der digitale Impfnachweis, integriert in der Corona-Warn-App, kann in Apotheken ausgestellt werden.
Fliegt nicht mehr in der Tasche herum: der gelbe Impfausweis (rechts). Der digitale Impfnachweis, integriert in der Corona-Warn-App, kann in Apotheken ausgestellt werden. © Susanne Fischer-Bolz

Pflicht ist er nicht, aber ein begehrtes Bonbon unter den vollständig Geimpften. Die Nachfrage in den heimischen Apotheken ist groß nach dem digitalen Impfpass. Ein Versuch zeigt, wie es läuft in Altena.

Altena/Nachrodt – „Kurz und schmerzlos“: Der Rechner stürzte nicht ab, was er sonst augenscheinlich aufgrund von Überforderung gerne mal tut, die Unterlagen waren schnell ausgefüllt, der QR-Code ebenso zügig eingescannt. Keine zehn Minuten hat in der Stern-Apotheke die Umstellung von Papier auf den digitalen Impfpass gedauert.

Für alle vollständig Geimpften ist das digitale Format eine Möglichkeit, ihre Immunisierung komfortabel belegen zu können, weil das Smartphone in der Regel ein ständiger Begleiter ist. Der digitale Impfpass ist aber tatsächlich im Moment nur eine Art „Bonbon“, keine Pflicht, nur bequem.

Burg-Apotheke taucht nicht in Online-Überischt auf

Seit Montag (14. Juni) wird die Alternative zum gelben Ausweis, der in der Handtasche herumflattert oder gefaltet im Portemonnaie mitgeschleppt wird, in einigen Apotheken in Altena angeboten – in der Stern-Apotheke in der Rahmede, in der Mühlenapotheke und auch in der Burg-Apotheke Bauerfeind. Letztere taucht allerdings nicht auf der Plattform „mein-apothekenmanager“ auf. Dort listet der Apothekerverband die teilnehmenden Apotheken auf.

„Es ist ein Zufall, ein Versehen, dass wir nicht angegeben werden. Wir sind auf dem Portal angemeldet und es funktioniert auch“, sagt Dietlind Bauerfeind. Das Interesse der Bürger ist groß, „aber man überrennt uns nicht“, so die Inhaberin der Burgapotheke. Die Nachrodter Lenneapotheke wartet übrigens noch auf „ein Go“, um den Service ebenfalls so schnell wie möglich anbieten zu können.

Mehr als 100 digitale Impfausweise in vier Tagen

Mehr als 100 digitale Impfausweise haben die pharmazeutischen Mitarbeiter der Stern-Apotheke in dieser Woche bereits ausgestellt. Nebenbei und zwischendurch ist das nicht zu leisten. Wie auch in der Burg-Apotheke wird immer ein ganzer Schwung bearbeitet, was bedeutet, dass die Kunden ihre Impfausweise zur Bearbeitung abgeben oder eine Kopie gemacht wird.

Apothekerin Anja Geitz aus der Stern-Apotheke in Altena füllt die Unterlagen für den digitalen Impfausweis aus.
Apothekerin Anja Geitz aus der Stern-Apotheke in Altena füllt die Unterlagen für den digitalen Impfausweis aus. © Susanne Fischer-Bolz

„Wir haben sehr viele Anfragen“, erzählt Apothekerin Anja Geitz. Zunächst hatte man in der Rahmede den Plan, Termine zu vergeben, „aber das funktioniert nicht, weil das Interesse zu groß ist“, so Anja Geitz. Alle Daten müssen überprüft werden, denn wer einen falschen Impfausweis vorlegt, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

In der Stern-Apotheke sind die meisten Kunden bekannt, „Laufkundschaft“ wie in der Stadt gibt es eher selten. „Viele möchten den digitalen Ausweis für die Reise haben“, sagt Anja Geitz, die „es cool findet, dass die Apotheken mit einbezogen sind. Das ist eine schöne Sache“.

Zwei Apps speichern Zertifikate

Die digitalen Zertifikate werden über das Portal des Apothekerverbandes ausgestellt. Dabei werden neben dem Namen, dem Geburtsdatum und dem Impfstoff die Daten der Erst- und Zweitimpfung getrennt voneinander eingegeben. Sodann wird ein Pdf mit zwei QR-Codes ausgedruckt, die dann bereit zum Einscannen sind.

Die schriftlichen Unterlagen haben den Vorteil, dass man bei einem Verlust des Handys den QR-Code noch zu Hause hat. Geimpfte haben übrigens die Wahl: Sowohl die Corona-Warn-App als auch die App CovPass des Robert- Koch-Instituts (RKI) können die Zertifikate speichern. Der Ausweis gilt in der ganzen EU und auch in Norwegen, in der Schweiz, Liechtenstein und auf Island. Ab Juli soll er für das grenzüberschreitende Reisen in der EU genutzt werden können.

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