Probleme mit der Technik

Digitaler Impfpass: Frust in heimischen Apotheken

Digitaler Corona-Impfnachweis
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Noch funktioniert‘s nicht: Es gibt Probleme mit der Technik für den digitalen Impfpass.

Bis der digitale Impfpass es auf die Smartphones der Bürger im MK schaffen wird, wird noch dauern. Darin sind sich Apotheker in Altena und Nachrodt einig. Der Frust ist groß angesichts erheblicher Probleme.

Altena/Nachrodt – Der digitale Impfpass ist in aller Munde. Aber bis er es auf die Smartphones der Bürger geschafft hat, wird es wohl noch dauern. Das meinen jedenfalls die meisten Apotheker in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde. Vor allem bei denen sollen Bürger, die bereits zweifach geimpft sind, den QR-Code erhalten, der sie als komplett geimpft ausweist.

Eigentlich war der Start des digitalen Impfpasses für den kommenden Montag vorgesehen. Am Mittwochabend verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dann überraschend, dass es sofort losgehen soll. „Das hat mich wirklich fast vom Stuhl gehauen“, sagt Dietlind Bauerfeind. Die Inhaberin der Burgapotheke beschäftigt sich schon seit mehreren Tagen mit dem Thema digitaler Impfpass.

Apotheker: Portal völlig übelastet

Wie die meisten ihrer Kollegen auch hat sie sich an einem Portal angemeldet, das der Deutsche Apotheker-Verband eingerichtet hat. Das sei es dann aber auch gewesen: „Zugangsdaten habe ich bis heute nicht erhalten und wenn ich das Portal aufrufe, kommt die Meldung, dass es überlastet sei“, schildert die Apothekerin.

Bauernfeind kritisiert die Hast, mit der der digitale Impfpass eingeführt werden soll: „Der Spahn verkauft da irgendwelche großartigen Sachen und wir müssen zusehen, wie wir das dann umsetzen sollen.“ In der Burgapotheke geht man davon aus, dass es am Montag auf keinen Fall mit dem digitalen Impfpass klappen wird. Bauerfeind: „Ich denke, das wird Anfang Juli werden.“

Apotheker betont: Gelber Impfpass bleibt gültig

Auch Dirk Voß, Inhaber von Bahnhofs- und Marktapotheke, rechnet mit Verzögerungen. Sie seien bereits angekündigt worden, berichtet er und wundert sich darüber, wie schwer man sich in Deutschland mit der Digitalisierung tut. Andererseits weist er aber auch darauf hin, dass es auch ohne Digitalisierung geht, nämlich mit dem ganz normalen, gelben Impfpass.

Apotheker Dirk Voß aus Altena

Aus dem gehe schließlich hervor, ob und wann man geimpft wurde. Allenfalls bei Reisen ins Ausland sei der digitale Impfpass wichtig, meint er und liegt damit auf einer Linie mit seiner Kollegin Bauerfeind, die in den vergangenen Tagen schon den einen oder anderen Senior beruhigen musste: „Die haben gar kein Handy und wissen gar nicht, wie sie das machen sollen mit dem digitalen Impfpass.“

Lenne-Apotheke in Nachrodt fährt zweigleisig

„In Deutschland ist der digitale Impfpass nicht so dringend“, meint auch Dr. Gerrit Fritsch von der Sternapotheke in der Rahmede. Wie seine Kollegen auch bemüht er sich, so schnell wie möglich die Digitallösung anbieten zu können, kämpft aber ebenfalls mit der noch nicht funktionierenden Technik.

Apothekerin Jaqueline Daly aus der Lenne-Apotheke in Nachrodt.

„Wir möchten gerne Pioniere sein.“ Diese Devise gilt in der Lenne-Apotheke in Nachrodt, wo Jaqueline Daly und ihr Team zweigleisig fahren. Zum einen hat sich auch diese Apotheke für das Portal des Apothekerverbandes angemeldet. Zum anderen versucht man es aber auch über die Software eines anderen Anbieters, die die Lenneapotheke für die Schnelltests nutzt, die dort durchgeführt werden. Mit der könne ebenfalls ein digitaler Impfpass generiert werden, erklärte Daly, die sich wie ihre Kollegen als Spielball der Politik sieht: „Wir müssen wieder einmal die Kohlen aus dem Feuer holen.“

Bei Zweitimpfung sind Ärzte und Impfzentrum gefragt

Die Ausstellung des digitalen Impfpasses durch Apotheken ist vor allem für die rund 95 000 Märker interessant, die bereits doppelt geimpft sind. Wer seine Zweitimpfung erst noch bekommt, könnte in diesem Zuge im Impfzentrum beziehungsweise beim Arzt auch gleich die digitale Bestätigung erhalten.

Allerdings ist man dort noch nicht so weit. Die Arztpraxen wollen den digitalen Impfpass zwar schnellstmöglich ausstellen, allerdings müsse das elektronische Verfahren noch genau geprüft werden, sagt KVWL-Pressesprecherin Vanessa Pudlo. Das Impfzentrum arbeite ebenfalls an einer zeitnahen Lösung, um auch dort den digitalen Impfausweis auszustellen, erklärte Kreissprecher Alexander Bange. Alle Neuigkeiten rund um die Corona-Pandemie im MK lesen Sie in unserem News-Blog

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