Großer Bedarf an vier von fünf Schulen

Digitale Schulen: Altena nimmt satte Summe in die Hand

Schüler am Computer
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Schülerinnen und Schüler arbeiten im Unterricht an Laptops. So kann Unterricht aussehen - wenn denn das Netz dafür vorhanden ist.

Fast 300.000 Euro will Altena allein 2021 in die Digitalisierung ihrer Schulen stecken. Weitere Summen folgen 2022. Denn nur an einer von fünf Schulen läuft‘s digital schon richtig gut.

Altena – Fast 300 000 Euro will die Stadt in diesem Jahr für die Digitalisierung an den insgesamt fünf Schulstandorten ausgeben. Das berichtete Marcus Dunker von der Südwestfalen-IT (SIT) den Mitgliedern des Schulausschusses. Dunker ist der für Schulen zuständige Projektleiter des IT-Dienstleisters und hat gemeinsam mit der Stadt und den Schulleitern einen bereits seit 2017 existierenden Medienentwicklungsplan fortgeschrieben.

In der Vergangenheit flossen Gelder vor allem in den Sekundarschul-Standort in der Nette, wo die Infrastruktur deshalb fast auf dem neuesten Stand ist. In erster Linie geht es dabei um Netzwerke und Server, die erforderlich sind, wenn in einem Gebäude viele Menschen gleichzeitig ins Netz wollen. Es sollen aber auch alle Klassenräume mit in die Netzwerke eingebundenen Beamern ausgestattet sein.

Burggymnasium: Kupferleitungen problematisch

In der Sekundarschule klappt das schon ganz gut, in den anderen Schulen besteht nach Ansicht des SIT-Fachmanns Handlungsbedarf. Am Burggymnasium zum Beispiel gibt es zwar ein vor vielen Jahren mit viel Eigenleistung von Schülern, Lehrern oder Eltern installiertes Netzwerk, das aber in weiten Teilen aus Kupferleitung besteht und deshalb nicht mehr leistungsfähig genug ist. Die Schule ist ans Glasfasernetz angeschlossen.

Ein Gigabyte kommt an, kann aber schulintern nicht in vollem Umfang weiterverteilt werden. Gut 130 000 Euro sollen in diesem Jahr ausgegeben werden, um das zu ändern. Für 2022 sind weitere 104 000 Euro geplant. Für die drei Grundschulstandorte sind für dieses Jahr Investitionen in Höhe von 146 000 Euro vorgesehen, das meiste Geld wird nach Dahle fließen. Für 2022 sind weitere 18 000 Euro einkalkuliert.

Handwerker-Mangel könnte Projekt verzögern

All dieses Vorschläge seinen natürlich abgestimmt, betonte Dunker: „Wir stehen mit dem Schulträger und den Schulen im ständigen Dialog.“ Der für Schulen zuständige Abteilungsleiter Stefan Kemper bestätigte das und warnte gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen: „Wir müssen natürlich auch die Handwerker finden, die das umsetzen. Das ist im Moment ein echtes Problem.“

Oliver Held von den Grünen sah deshalb Probleme auf die Stadt zukommen: Das Geld, das größtenteils von Bund und Land kommt, müsse in diesem Jahr ausgegeben werden, warnte er: Das ist laut Kemper ein Missverständnis: Die Aufträge müssten in diesem Jahr erteilt werden. Die Ausführung könne auch 2022 erfolgen. Andreas Kern (CDU) mahnte an, von Anfang an auf ausreichend leistungsstarke Server zu achten. Tatsächlich halten die Fachleute es für denkbar, dass am BGA mit seinen 950 Schülern irgendwann einmal drei solcher Netzwerkrechner benötigt werden.

Maximal 25.000 Euro pro Schulstandort

Das Thema digitale Endgeräte wurde nur gestreift. Fest steht inzwischen, dass die meisten Schulen auf das Tablet Microsoft GO2 setzen – nur das BGA ist noch unentschlossen, weil es nach wie vor keine Vorgaben des Landes für den Einsatz während der Abiturprüfungen gibt.

In erster Linie seien die Eltern in der Pflicht, betonte Kemper: Von den Zuschüssen von Bund und Land könne nur ein Bruchteil der benötigten Geräte angeschafft werden. Maximal 25 000 Euro pro Schulstandort seien erlaubt, Mit 1000 Euro pro Tablet müsse man tatsächlich rechnen, sagte Dunker. Zu den Anschaffungskosten komme ja noch Zubehör wie Tastatur und Stift hinzu, auch die Software koste Geld.

50.000 Euro pro Jahr für digitale Betreuung

Außerdem hält natürlich auch die SIT die Hand auf. Sie richtet die Geräte ein, was gerade in den vergangenen Monaten eine Mammutaufgabe gewesen sei, wie Dunker berichtete. Er sprach von 12 000 Tablets, die für dem Einsatz vorbereitet worden seien.

Digitale Infrastruktur und Endgeräte müssen aber nicht nur eingerichtet, sondern auch fortlaufend gewartet werden – in der Branche spricht man von „Support“. Kleine Probleme lösen im „first level“ entsprechend ausgebildete Lehrer an den Schulen, schwierige Fälle („second level“) übernimmt die SIT und berechnet der Stadt allein fürs Burggymnasium über 20 000 Euro pro Jahr. In der Summe schlägt die Betreuung aller Altenaer Schulen mit 50 000 Euro zu Buche.

Nach seinen Informationen klappe der Support nicht immer reibungslos, monierte der CDU-Ratsherr Christian Klimpel. Ihm seien Klagen darüber zu Ohren gekommen, dass die SIT manchmal schwierig zu erreichen sei. Das sei womöglich auch eine Folge der „Digitalisierungswelle“, die wegen Corona alle Beteiligten überrollte habe, entschuldigte sich Dunker dafür.

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