Vieles wird digital

Burg der Zukunft: NRW investiert Millionen ins Altenaer Museum

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Im Raum „In aller Munde“ geht es um Sprichwörter und Redewendungen.

1,6 Millionen Euro fließen in das Museum der Burg Altena. Dort wird vieles digital - Besucher machen so ganz neue Erfahrungen.

Altena – Es wird sich einiges tun auf der Burg Altena in den kommenden Monaten. Dabei spielen auch große Namen wie Pieter Breugel eine Rolle. 

Es geht um High-Tech, um Einfallsreichtum und um neue Impressionen. Zu einem Großteil werden die Vorhaben finanziert durch eine Förderung des NRW-Heimatministeriums an die Kulturstiftung Burg Altena. 

Dabei wird multimedial und technisch auch tief in die Trickkiste gegriffen, um den Besuchern neue Erlebnisse und neuen Zugang zu Informationen zu geben. „Das wird schon toll“, fasst Museumsleiter Stephan Sensen zusammen, was geplant ist. 

Drahtzieher verhungert im Angstloch

Teuer wird es auch:Es geht um immerhin 1,6 Millionen Euro, von denen 90 Prozent aus NRW-Mitteln kommen. Kein Wunder, dass sich das Land das Projekt so viel kosten lässt:Die Burg Altena zählt zu den Top-Adressen der Museen in Westfalen.

Landrat Fritz Thomée wird eine Rolle spielen, Richard Schirrmann als Begründer der Jugendherberge, der Drahtzieher Bomnüter aus dem 18. Jahrhundert, ein Brunnenbaumeister und schließlich ein Bischof von Münster aus dem 13. Jahrhundert. 

Der Bischof blieb so lange im Kerker, bis seine Kirche Lösegeld bezahlt hatte.

Den Geistlichen hatte man auf der Burg eingekerkert, um Lösegeld zu fordern, den Drahtzieher ließ man schlicht verhungern. Er hatte sich eines Vergehens schuldig gemacht, das aus damaliger Sicht kaum härter zu ahnden war: Technologie-Diebstahl in der Drahtbranche und anschließender Transfer des Wissens nach Menden – der Mann war geliefert, keine Frage. 

Thomée und Schirrmann begleiten Besucher

Seine traurige Geschichte um das Ende im Angstloch, dem älteren der beiden Verliese auf der Burg, wird Bomnüter bald den Besuchern erzählen. 

Fritz Thomée wird zum Wiederaufbau der alten Festungsanlage sprechen, Richard Schirrmann zum Aufbau der ersten Jugendherberge auf der Burg. Soviel darf man vorab verraten: Thomée kann aus dem Vollen schöpfen, wenn es um den Aufbau der Museumssammlung geht. 

Was es zum Beispiel mit dem uralten, romanischen Taufstein auf sich hat, der einst in einer Hagener Kirche stand und später als Viehtränke Verwendung fand. Thomée, versierter Kunstsammler, erkannte den Wert und sicherte sich das Stück. 

"Pepper Ghost" macht Figuren lebendig

Und er dachte weiter: Sollten Hagener irgendwann einmal darauf kommen, den Taufstein wieder zurückzufordern, würde er diesem Ansinnen vorbeugen. Er ließ den Taufstein in die Kapelle schaffen und anschließend ein Sandsteinportal errichten, das ein ganzes Stück zu schmal war, um den Taufstein als Ganzes je wieder herausbringen zu können. 

Glühend heiß: Um die frühe Eisengewinnung geht es bei dieser Installation.

Stichworte bei der multimedialen Aufwertung der Dauerausstellung sind das „Peppers Ghost“-Verfahren, Projektionsmapping und Lichtfinger-Technologie. Beim Peppers-Ghost-Verfahren können bewegte Bilder in Lebensgröße auf beliebige Flächen projiziert werden. Dabei sollen auch Schauspieler zum Einsatz kommen, berichtet Stephan Sense

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