Dieter Maier ist als Zensus-Interviewer auf Tour

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Dieter Maier: Bisher nett aufgenommen.

ALTENA - Dieter Maier stammt gebürtig aus Bayern. Die Liebe brachte den gelernten Umformtechniker einst an die Lenne. Hier schlug er Wurzeln. Jetzt fühlt sich der 69-Jährige rundum wohl in Altena und ist aktuell einer von 30 Interviewern, die im Rahmen der Volkszählung Zensus 2011 auf den Straßen der Burgstadt unterwegs sind.

Gestern begann für ihn die zweite Woche der Befragungen. Die Aufnahme in den Haushalten sei immer nett, freundlich und sehr zuvorkommend gewesen. „Ich glaube, ich habe fast überall einen Tee oder einen Kaffee angeboten bekommen.“

Die Befragung verlaufe durchweg problemlos. „Viele sagten nach 15, 20 Minuten, wenn alles erledigt sei: „Wie, schon fertig? Das war alles?“

Dieter Maier ist einer von 530 „erhebungsberechtigten Personen“ im Kreisgebiet, die beim Ausfüllen eines Bogens mit 46 Fragen helfen sollen. Der Interviewer muss bis Ende Juli 100 Altenaer befragen und liegt zeitlich gut im Rennen. „Knapp 50 Prozent habe ich bereits erledigt. Meine Vorbereitung hat sich ausgezahlt“, meint der Rentner.

Nach der Schulung der Interviewer im Altenaer Rathaus bekam Maier seine Liste mit Adressen, die er zu „bearbeiten“ hat. „Mit diesen Anschriften bin ich mein Gebiet abgelaufen und habe die Informationsschreiben mit Terminvorschlägen eingeworfen“, erzählt der 69-Jährige. Anhand der Geburtsjahre der zu befragenden Personen habe er die Terminvorschläge ausgewählt. „Älteren Personen habe ich Termine am Nachmittag angeboten, bei vermutlich noch Berufstätigen einen Termin in den frühen Abendstunden. Und bis jetzt bin ich gut damit gefahren.“ Wem der vorgeschlagene Termin nicht passt, der kann sich mit seinem Interviewer in Verbindung setzen und einen neuen Zeitpunkt absprechen.

Für jeden von ihm ausgefüllten Bogen erhält Maier eine Aufwandsentschädigung von 7,50 Euro. Nur ein Drittel gibt es bei Selbstausfüllern, die ihre Bögen portofrei per Post oder via Internet an den Kreis zurücksenden. „Mir geht es aber nicht um das Geld“, betont Maier, der über einen Artikel im Altenaer Kreisblatt den Weg zum Zensus 2011 fand.

Trifft der Interviewer jemanden mehrfach nicht an oder weigert dieser sich, den Bogen auszufüllen – was bisher aber noch nicht passiert ist – muss Dieter Maier einen Hinweis an den Kreis schreiben. Der entscheidet, wie‘s weitergeht. Im Zweifel drohen Ordnungsgelder in dreistelliger Höhe.

Eingesetzt wird der Altenaer zwar in seiner Wahlheimat, sein Erhebungsbezirk befindet sich allerdings nicht in seinem näheren Wohnumfeld, sondern ausschließlich in Evingsen. „Das ist so vorgeschrieben und macht auch Sinn“, betont Dieter Maier, der eine Befragung auch ablehnen kann. „Wenn ich den zu Befragenden kenne und aus persönlichen Gründen nicht interviewen möchte, kann ich das der Erhebungsstelle melden. Die schicken dann einen anderen Interviewer dorthin.“

http://www.zensus2011.de

von Johannes Bonnekoh

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