Bedingungsloses Grundeinkommen: Mit diesen Themen geht Bürgermeister-Kandidat Volker Spitz ins Rennen

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Volker Spitz tritt als parteiloser Bürgermeister-Kandidat bei der Kommunalwahl an.

Altena –  Der parteilose Kandidat Volker Spitz will auch mit unorthodoxen Ideen neuer Bürgermeister  werden. So kann er sich ein bedingungsloses Grundeinkommen als Modellversuch für die Altenaer vorstellen.

Volker Spitz tritt bei der Kommunalwahl am 13. September als parteiloser Kandidat für das Amt des Bürgermeisters an. Er habe sich vor allem deshalb zu diesem Schritt entschieden, weil Altenas Potenziale bisher überhaupt nicht ausgeschöpft würden, sagte er bei einer Pressekonferenz in jener Gründerzeitvilla an der Hardenbergstraße, die er vor zwei Jahren mit seiner Frau Ina Wohlgemuth gekauft hat. Vorher lebten die beiden in Wetter. 

Er habe sich schnell in Altena verliebt, sagte der 59-Jährige. Aus seiner Sicht könnten in der Stadt viele Dinge besser laufen. Wichtig sei, dass durch den Einwohnerschwund und die Entwicklung der Innenstadt lädierte Selbstwertgefühl der Bürger zu stärken. 

„Ich bin überzeugt, dass das geht“, sagte Spitz und zeigte auf das technische Rathaus direkt an der B 236. Sicherlich könne man Bürger dazu bringen, an einem Samstag erst die Fassade des heruntergekommenen Gebäudes zu schrubben und dann gemeinsam am Lenneufer zu feiern, sagte er. 

Kulturstiftung für die Burgstadt

Spitz ist Hobbymusiker mit engen Verbindungen in die Altenaer Kulturszene. Kultur müsse ein wesentlicher Bestandteil der Stadtentwicklung werden, fordert er. „Das Potenzial dafür haben wir.“ Am Wochenende hat er sich in Schöppingen umgesehen – 1989 wurde dort die Stiftung Künstlerdorf Schöppingen gegründet, die mit Ausstellungen, Lesungen und anderen Veranstaltungen kulturelle Impulse weit über die Region hinaus sendet. 

So was schwebt Spitz auch für Altena vor. Er hofft dabei auf Unterstützung durch das Kultursekretariat NRW. Unzufrieden ist er darüber, wie Kultur in Altena zurzeit organisiert ist: Der Kulturring und sein auf Honorarbasis beschäftigter Geschäftsführer Wolfgang Noack seien nur locker an die Verwaltung angebunden und an die Politik überhaupt nicht, kritisiert er. Das müsse sich ändern, die Kultur müsse stärker als bisher in den Fokus gerückt werden. 

Spitz: Tourismus-Konzept fehlt

Zweites großes Thema des Kandidaten: der Tourismus. „Tausende Touristen laufen an der Stadt vorbei. Die Anbindung der Burg an die Innenstadt ist zufällig, es fehlt das Konzept“, sagt Spitz. Mehr Kultur in der City, zum Beispiel durch Straßenmusiker, könne dazu beitragen, die Innenstadt mehr zu beleben, glaubt er. 

Ein weiteres Anliegen ist der Weiterbau des Lenneradweges, wobei Spitz sich weniger mit der viel diskutierten Wegeführung zwischen Werdohl und Altena beschäftigt als mit dem, was lenneabwärts passiert – beziehungsweise nicht passiert. Die Anbindung in Richtung Hohenlimburg sei vor allem deshalb wichtig, weil Altena damit vom Ruhrgebiet aus per Rad zu erreichen wäre. „Dadurch würden Zehntausende zusätzliche Touristen zu uns kommen“, meint der Kandidat. 

Altena als bundesweites Modell

Stichwort Stadtentwicklung: Spitz möchte versuchen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen in die Stadt zu holen, sie könnten beispielsweise im ehemaligen Postamt angesiedelt werden. Viel Engagement der Altenaer: Darauf setzt Spitz, das will er fördern. 

Auch mit unorthodoxen Methoden. Er werde sich dafür einsetzen, das breit diskutierte bedingungslose Grundeinkommen in Altena modellhaft auszuprobieren, um unter wissenschaftlicher Begleitung dessen Effekte zu untersuchen. Bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet, dass jeder Bürger ohne jede Gegenleistung einen seine Existenz sichernden Geldbetrag erhält. Spitz kann sich vorstellen, dass das jede Menge ehrenamtliches Potenzial generiert. 

Spitz will mehr Diskussionen im Rat

„Ein ‘Weiter so’ darf es nicht geben“, warnt Spitz angesichts der aktuellen Entwicklungen und setzt dabei auch auf die Verwaltung. 

Natürlich sei er auf die Unterstützung der Rathaus-Mitarbeiter angewiesen, wenn er tatsächlich Bürgermeister werde. Darauf setze er ebenso wie auf eine angemessene Begleitung durch den Rat, für den sich Spitz übrigens eine andere Diskussionskultur wünscht: Auf der Suche nach dem besten Weg dürfe und solle gerne auch einmal gestritten werden, sagte er. 

Volker Spitz ist verheiratet und Vater von fünf erwachsenen Kindern, von den zwei mit nach Altena gezogen sind. Er ist gelernter Druckformhersteller, der sich später zum Betriebswirt weiterbildete und Vertriebsleiter einer Druckerei war. Aktuell ist er arbeitslos, jobbt aber als Burgführer.

Als parteiloser Kandidat braucht er die Hilfe von mindestens 160 Bürgern, die seine Kandidatur per Unterschrift unterstützen.

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