Diese Luxus-Immobilien sind in Altena auf dem Markt

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Die Selve-Villa steht zum Verkauf.

Altena – Für Altena sind das stattliche Preise: Häuser von 780.000 bis eine Million Euro sind derzeit auf dem Markt. Sie haben noch etwas gemeinsam.

Es muss nicht immer billig sein: Während für Immobilien in Altena in der Regel nicht mehr als 200 000 Euro verlangt werden, stehen jetzt gleich drei hochpreisige Objekte zum Verkauf. In allen Fällen handelt es sich um geschichtsträchtige Immobilien. 

Alter Sitz der Landeszentralbank

Die Familien Ruhl und Kraus bieten seit Jahresbeginn das Haus Lüdenscheider Straße 4 an – eher testweise, wie sie sagen . Das Haus entstand kurz nach dem Ersten Weltkrieg, als Altena boomte und seine große Bedeutung als Verwaltungszentrum weiter wuchs. Deshalb beschloss die Landeszentralbank, in Altena eine neue Niederlassung errichten zu lassen. 

Eben jenes prächtige Gebäude mit der markanten Loggia im ersten Stock ganz am Anfang der Lüdenscheider Straße, in dem viele Jahre lang das Provinzial-Büro Ruhl und Kraus (heute Opitz, Rompza und Collura) untergebracht war. Das Obergeschoss wird seit Jahrzehnten von der Anwaltskanzlei Lengelsen, Platzek und Giesser genutzt. 

Die Kraus-Immobilie ist testweise auf dem Markt.

Nach dem Umzug der Versicherungsagentur in das ehemalige Bahnhofsgelände zogen das Werksarzt-Zentrum und die kieferorthopädische Fachpraxis Dr. Enke Reining in deren Räume ein. 650 Quadratmeter Gewerbefläche bietet das Haus, hinzu kommen zwei Wohnungen mit weiteren 225 Quadratmetern. Das Objekt ist voll vermietet und bringt Netto-Mieteinahmen von über 60 000 Euro. 

Den Eigentümern schwebt ein Kaufpreis von 780 000 Euro vor. Dass das Haus jetzt inseriert wird, sei eine Art Versuchsballon, sagt Friedrich-Wilhelm Kraus. Aus Altersgründen sei es an der Zeit, über den Verkauf der Immobilien nachzudenken. Die Familien Ruhl und Kraus besitzen noch weitere Objekte, zum Beispiel das Haus an der Bahnhofstraße 65. 

Die Selve-Villa

Ebenfalls an der Lüdenscheider Straße steht das ehemalige Selve-Palais zum Verkauf. Es wurde 2002 gründlich renoviert, bevor die auf Immobilien spezialisierte SIP-Group dort einzog. Das Gebäude bietet auf 1323 Quadratmetern jede Menge Platz zum Wohnen und Arbeiten und soll 985 000 Euro kosten. „Hinter den historischen Mauern erwartet Sie das Flair des 19. Jahrhunderts gepaart mit einer zeitgemäßen, modernen Ausstattung“, heißt es im Exposé des Maklers. 

Ein Käufer könne „Mitarbeitern und Kunden ein einzigartiges Ambiente zum Arbeiten und für Meetings oder Events“ bieten. Tatsächlich hat genau das in diesem Gebäude Tradition: Der bedeutende Unternehmer Gustav Selve bezog es 1874 mit seiner Familie und nutzte die repräsentativen Räume im Erdgeschoss auch für geschäftliche Empfänge. 

Die „Villa Alpenburg“ war eines der ersten Altenaer Häuser, in denen es Strom gab. Selve hatte dazu eine Stromleitung von seinem Werk am Hünengraben zu seinem Wohnhaus legen lassen. Das führte zu so starken Protesten in der Bevölkerung, dass Selve sich 1896 dazu entschloss, seinen Wohnsitz nach Bad Honnef zu verlegen. Die Alpenburg blieb trotzdem im Besitz der Familie Selve. 

Interessant: Trotz der prächtigen Ausgestaltung des Hauses und der ruhmreichen Geschichte steht das Selve-Palais bis heute nicht unter Denkmalschutz. Eine Tatsache, auf die der Makler ausdrücklich hinweist. Auch in den Standardwerken „Kunst und Geschichtsdenkmäler im Märkischen Kreis“ und „Die Profanbaukunst im Märkischen Sauerland“ findet die Villa keine Erwähnung. 

Die alte Post

Dritte Immobilie im Bunde der zum Verkauf stehenden Gebäude ist die ehemalige Post, die ein Hagener Makler ebenfalls für knapp eine Million Euro anbietet. Erste Interessenten gebe es, ist zu erfahren. Das Gebäude bietet eine Fläche von über 3000 Quadratmetern und steht seit vielen Jahren unter Denkmalschutz. 

Die alte Post sucht einen neuen Käufer.

Geeignet ist es nach Ansicht des Anbieters für ein Schulungszentrum, ein Tagungshotel, ein Pflegeheim oder ein Hotel mit Gastronomie. Vorher muss aber kräftig investiert werden: Dass nach jahrelangem Leerstand des größten Teils des Gebäudes Sanierungsbedarf besteht, ist offensichtlich.

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