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Dieb stellt sich nach Raub im MK - Enkelin des Opfers liefert entscheidenden Hinweis

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Von: Janine Tokarski

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Schlägerei im Clan-Milieu in Essen - Handschellen - Polizei - Festnahme
Ein Mann aus Dortmund stellte sich nach der öffentlichen Fahndung selbst. Er soll eine 81-jährige Frau bestohlen haben. © Johannes Neudecker/dpa

Um sehr viel Geld hatte ein Mann aus Dortmund eine Seniorin aus Altena gebracht. Er gab sich als Antiquitätenhändler aus und stahl der Frau eine Geld-Kassette.

Altena – Das ging schnell: Innerhalb weniger Stunden nach Veröffentlichung einer Fahndung war der Dieb gefasst, der eine Seniorin in Altena bestohlen hatte. Ein 22-jähriger Dortmunder meldete bei der Polizei und gestand die Tat.

Als eine 81-jährige Altenaerin im Oktober eine Wohnung auflöste, bot sie Möbel per Zeitungsanzeige an. Der 22-Jährige meldete sich und gab sich als Antiquitätenhändler aus. Er kam nach Altena und gab vor, sich für eine Schrankwand aus dem haus der 81-Jährigen zu interessieren. „Als die Seniorin kurz mit etwas anderem beschäftigt war, nutzte er die Gelegenheit, nahm eine Kassette mit einer hohen Geldsumme an sich und verschwand“, schildert die Polizei den Fall.

Mann klaut Seniorin viel Geld: Fahndung mit Fotos führt zum Erfolg

Die findige Enkeltochter der Seniorin entdeckte in einem Messenger ein Foto des Tatverdächtigen, speicherte es noch am Tattag ab und übergab es der Polizei. Die überprüfte die Handydaten. Weder Name noch Adresse des Mannes stimmten.

„Die Polizei muss zunächst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, um einen Täter zu finden. Erst dann ordnet das zuständige Amtsgericht eine öffentliche Fahndung mit Hilfe eines Fotos an“, erklärt die Polizei, warum so viel Zeit zwischen Diebstahl und Fahndung verging. Schließlich landete das Bild des Tatverdächtigen am Montagnachmittag auf der Fahndungsseite der nordrhein-westfälischen Polizei – verbunden mit der Frage: „Wer kann Angaben zur Identifizierung des Tatverdächtigen machen?“

Mann klaut Seniorin viel Geld: Täter stellt sich selbst

Am nächsten Morgen flatterte dem zuständigen Kriminalbeamten der Kreispolizeibehörde das Schreiben einer Anwaltskanzlei auf den Tisch. Der Anwalt teilte mit, dass sich sein Mandant auf dem Foto wiedererkannt habe und dieser die Tat einräume.

Er kam mit seiner raschen Meldung einer Veröffentlichung in Zeitungen und sozialen Medien zuvor. Auch auf dem Polizei-Portal ist die Fahndung inzwischen wieder gelöscht.

Mann klaut Seniorin viel Geld: Fahndungen kein Einzelfall

Die Suche nach Tatverdächtigen per Foto bringt immer wieder – auch Monate nach einer Tat – Treffer. „Auch dass sich die Gesuchten selbst melden, ist nicht ungewöhnlich“, sagt die Polizei. So veröffentlichte die Polizei vor einem Jahr Fotos von ungebetenen Gästen im ehemaligen St.-Vinzenz-Krankenhaus in Altena. Am späten Abend meldete sich eine der „Lost-Place“-Besucherin bei einer Polizeidienststelle im Ruhrgebiet. Bekannte hätten sie angeschrieben und auf ihr Fahndungsfoto hingewiesen.

Auch ein EC-Kartenbetrüger, der sich immer wieder als Bundeswehrsoldat ausgab, entsprechend anzog und über das Internet mit Frauen anbandelte, flog im Jahr 2000 dank Foto-Fahndung auf. Eines seiner Opfer wohnte in Plettenberg. Nach Einleitung der Öffentlichkeitsfahndung gingen etwa ein Dutzend Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Eine andere Seniorin aus dem MK dachte zeitweise auch, dass sie einem Betrüger zum Opfer gefallen sei: Ihr Auto wurde vor ihren Augen gestohlen - mit einer besonders fiesen Masche. Doch dann tauchte das Auto wieder auf.

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