"Die müllen sich hier nach und nach selbst zu"

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„Keine Gegend für klassische Müllsünder“ – Hubertus Bertram glaubt, dass Anwohner hinter der Verklappung stecken.

Altena - Hubertus Bertram ist sauer. Immer wieder gibt es Ärger in seinem Revier. Und immer wieder vor allem an einer Stelle: am Tiergarten. Ganz oben, da wo die Graf-Adolph-Straße in den Wendehammer mündet, wachsen Berge aus Grünabfällen und Müll.

Von Lydia Machelett

Auch an diesem Morgen entdeckt der Jäger wieder Unrat. Dieses Mal haben Unbekannte alte Fernseher entsorgt. „Die müllen sich hier oben nach und nach echt selbst zu“, sagt Bertram kopfschüttelnd.

Noch schlimmer sei es mit Grünschnitt. Gerade jetzt würden die Haufen hinter der Leitplanke wachsen. Ganz frisch ist ein Haufen, der direkt zwischen Waldweg und Wendehammer liegt. Rhododendron-Zweige stapeln sich auf Tannengrün und ausgegrabenen Wurzeln.

„Ich kann das einfach nicht verstehen, eine Straße weiter unten – gerade einmal 150 Meter Luftlinie – stehen große Grünschnittcontainer. Da ist immer Platz“, sagt der Waidmann. Auch an diesem Morgen sind sie fast leer.

Der Grünschnitt allein bringt Bertram noch nicht auf die Palme. Aber wenn dieser in blaue Plastikmüllsäcke verpackt wird oder scharfkantige Plastikbehälter mit entsorgt werden, höre der Spaß auf. Denn dann würde nicht nur die Umwelt verschmutzt, sondern auch das Leben der Wildtiere gefährdet.

Tiere könnten sich an den Kanten verletzen. Kleintiere klettern in die Behälter herein, finden nicht mehr heraus und verenden darin. „Müll und Grünschnitt im Wald zu entsorgen ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld bestraft“, betont Revierförster Christof Schäfer. Auch er kennt die Problematik.

Komposthaufen locken häufig Wildschweine an

Außerdem würden durch solche Komposthaufen oft Wildschweine angelockt und gerade die haben in den vergangenen Monaten immer mal wieder den einen oder anderen Vorgarten am Tiergarten umgegraben.

Rhododendron-Zweige, Tannengrün und ausgegrabene Wurzeln - diese Haufen locken Wildscheine an.

„Es muss nicht einmal etwas auf den Haufen sein, was Wildschweine mögen. In solchen Bergen leben jede Menge kleine Tiere wie Insekten oder auch Mäuse bauen dort gerne Nester – und genau die mögen Wildschweine ziemlich gerne und werden angelockt“, erklärt Schäfer.

Nach und nach würden die Wildtiere so die Hemmungen vor der Bebauung verlieren. Der Schritt in die nahegelegenen Gärten sei dann nicht mehr groß.

Müllsündern über Kontrollen auf die Spur kommen

Bertram geht davon aus, dass Müll und Grünabfälle vor allem von den Anwohnern dort entsorgt werden. „Das ist keine Gegend, in die sich der klassische Müllsünder verirrt. Die suchen eher die Wanderparkplätze auf“, erklärt er.

Zudem sei auffällig, dass gerade die Gewächse hinter der Leitplanke liegen, die auch in den akkurat gepflegten Vorgärten wachsen.

Sicher ist, dass er in den kommenden Tagen vermehrt in seinem Revier kontrollieren wird, um so den Müllsündern auf die Spur zu kommen. Zudem hofft er auf Mithilfe der Anwohner – soziale Kontrolle sei schließlich immer noch am effektivsten.

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