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Altenaerin bekommt 50 000 Euro und will „die da oben“ greifbarer machen

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Von: Jona Wiechowski

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Franziska Hollstein hat sich erfolgreich um eine 50 000 Euro-Förderung von JoinPolitics bemüht, mit der jetzt eine interaktive Karte erstellt werden soll, auf der man sehen kann, welches Ratsmitglied für die jeweilige Adresse zuständig ist.
Franziska Hollstein hat sich erfolgreich um eine 50 000 Euro-Förderung von JoinPolitics bemüht, mit der jetzt eine interaktive Karte erstellt werden soll, auf der man sehen kann, welches Ratsmitglied für die jeweilige Adresse zuständig ist. © HOLLSTEIN

Wer ist für mich der politische Ansprechpartner in der Politik vor Ort? Das mal eben herauszufinden, ist gar nicht mal so einfach. Abhilfe schaffen will die Altenaerin Franziska Hollstein – nicht nur für ihre Heimatstadt, sondern gleich für alle 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Bei JoinPolitics – einer Art Start-up, das politische Talente und ihre Ideen unterstützt –, hat sie sich erfolgreich um eine Förderung bemüht: Mit 50 000 Euro soll in den nächsten Monaten eine interaktive Karte entstehen, auf der jeder ganz schnell sehen kann, wer vor Ort für seine Adresse zuständig ist.

Altena – „Mir ist das Problem bei unserer letzten Sommertour aufgefallen“, erzählt Hollstein, die in Altena auch als Vorsitzende der CDU bekannt ist. Immer mal wieder sei unklar gewesen, wer denn jetzt auf der lokalen Ebene im Rat konkret zuständig sei. Will man das herausfinden, muss man sich beispielsweise durchs Ratsinformationssystem klicken, was oft alles andere als intuitiv sei.

Ändern soll sich das mit der Karte, ähnlich wie Google Maps, die mit den entsprechenden Informationen versehen ist. Das soll auch für mehr Transparenz sorgen: „Wenn Bürgerinnen und Bürger im Kleinen wissen, wer ansprechbar ist, senkt das die Hürde, mit Anliegen an die Verantwortlichen heranzutreten“, sagt Hollstein und ist sich sicher: „Mit jedem positiven Erlebnis, bei dem sich Politiker kümmern, sinkt die Distanz zur Politik.“ Es komme zum Austausch und auch Feedback und Wertschätzung kämen direkt bei den Verantwortlichen an. „Die da oben“ würden zu bekannten Gesichtern. Und: „Menschen mit Ideen werden vielleicht schon bald zu neuen Mitstreiterinnen und Mitstreitern in unseren Räten“, stellt sich Hollstein vor.

Mit dem Projekt beschäftigt sie sich schon eine ganze Weile. In den letzten Monaten habe sie auch mit vielen Menschen, gerade auch aus der Politik über das Vorhaben gesprochen. Die Reaktionen seien meist positiv gewesen – und hätten durchaus auch Verwunderung darüber ausgelöst, dass es so etwas bis heute nicht gebe.

Im Dezember hatte sie sich schließlich bei JoinPolitics beworben – erfolgreich. Seit Anfang April läuft die Förderung, die neben Geld auch umfangreiche, mehrtägige Workshops in Berlin umfasst, bei denen es neue Impulse geben soll.

Alleine macht Franziska Hollstein das Projekt nicht, das überparteilich ist und für den sie gerade den Verein „Demokratie-Wegweiser“ gründet. Mit im Boot sind zwei Personen, die Know-How aus den Bereichen IT und Medien mitbringen: Einmal Klas Roggenkamp, der die internetbasierte Wahlentscheidungshilfe Wahl-O-Mat mit initiiert hat und einmal Paul Schneider, der als Fotograf regelmäßig Politiker wie etwa NRW-Minister-Präsidenten Hendrik Wüst (CDU) begleitet.

Wie es jetzt weitergeht? „Es werden gerade viele Gespräche im Hintergrund geführt“, erklärt Hollstein, dass nun geschaut werde, mit wem man Kooperationen schließen könne, um das Problem zu lösen und das Projekt voranzubringen. Hier helfe auch JoinPolitics, in dem es Kontakte vermittele.

Übrigens: Auch die Politiker von Land und Bund sollen in die Karte mit einfließen, Als grobes Ziel hat sich Hollstein mit ihrem Team sechs Monate vorgenommen, bis die Karte steht.

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