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Riesiges Bahn-Projekt im MK: Gesamte Ruhr-Sieg-Strecke betroffen

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Von: Volker Heyn

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Vor gut einem Jahr ließ die Deutsche Bahn in Nachtbaustellen die Signaltechnik auf der Ruhr-Sieg-Strecke (hier am Altenaer Bahnhof Höhe Tankstelle) erneuern.
Vor gut einem Jahr ließ die Deutsche Bahn in Nachtbaustellen die Signaltechnik auf der Ruhr-Sieg-Strecke (hier am Altenaer Bahnhof Höhe Tankstelle) erneuern. © Kremer, Ilka

Hochrangige Vertreter der Deutschen Bahn und des Weltkonzerns Siemens rücken am 1. Juni die Ruhr-Sieg-Strecke und speziell Altena in den Blick der Bahn-Welt.

Ein fensterloses und unscheinbares Gebäude auf dem Gelände am Bahnhof zwischen Gleisen und Lenne ist der Anlass: Dort haben die Deutsche Bahn Netz und Siemens Rail Infrastructure vor wenigen Tagen ein elektronisches Stellwerk in Betrieb genommen, das Teil einer 500-Millionen-Euro-Investition in die Zukunft der Bahn ist.

Die Stellwerks- und Bahnübergangssicherungstechnik auf der gesamten Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Letmathe und Kreuztal ist vor wenigen Tagen am 23. Mai in Betrieb genommen worden. Diese Inbetriebnahme ist die erste Fertigstellung eines von insgesamt sieben Projekten aus dem sogenannten Schnellläuferprogramm der Bahn.

Steuerung des Streckenabschnitts von Letmathe bis Kreuztal

Das unscheinbare Altenaer Stellwerk-Gebäude ist erst im vergangenen Herbst erbaut worden. Seit Inbetriebnahme der Technik dort erfolgt die Steuerung des gesamten Streckenabschnitts der Strecke von Letmathe bis Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein aus dem bereits bestehenden elektronischen Stellwerk Finnentrop heraus, das zudem technisch aufgerüstet wurde. „Die moderne Signal- und Stellwerkstechnik macht das Schienennetz zuverlässiger“, erklärt ein Bahnsprecher. „Sie ermöglicht unter anderem eine bessere Disposition der Züge durch die durchgängige Bedienung aus dem elektronischen Stellwerk in Finnentrop sowie weniger Instandhaltungsaufwand.“

In diesem Modulbau an der Bahnhofstraße ist das elektronische und ferngesteuerte Stellwerk der Deutschen Bahn Netz untergebracht. Das Foto ist vom Herbst 2021, als die Arbeiten in vollem Gange waren. Zur Einweihung gibt es am 1. Juni einen großen Pressetermin in Altena.
In diesem Modulbau an der Bahnhofstraße ist das elektronische und ferngesteuerte Stellwerk der Deutschen Bahn Netz untergebracht. Das Foto ist vom Herbst 2021, als die Arbeiten in vollem Gange waren. Zur Einweihung gibt es am 1. Juni einen großen Pressetermin in Altena. © Birke, Maximilian

Ab Mai 2021 herrschte vor allem in den verkehrsarmen Nächten reger Betrieb am Gleis. Immer zwischen 21 und 5 Uhr fanden die Arbeiten statt. Vor gut einem Jahr hatte die Bahn mit den ersten Vorarbeiten begonnen, um auf rund 35 Kilometern die zwischen 30 und 50 Jahre alten Stellwerke an der Ruhr-Sieg-Strecke durch moderne Technik zu ersetzen.

Neue Anlagen in Altena, Plettenberg und Finnentrop

Im Februar wurden an den drei neuen Stellwerksanlagen in Altena am Bahnhof, in Plettenberg-Kahley und in Finnentrop sogenannte „Netzersatzanlagen“ (NEA) aufgestellt, erklärte der Bahnsprecher. Im Falle eines Stromausfalls des örtlichen Netzbetreibers nimmt die NEA den Strom aus der Oberleitung der Bahn. „Dies passiert automatisch in Millisekunden und damit quasi unterbrechungsfrei“, erläutert der Bahnsprecher.

Der Pressetermin am 1. Juni ist wichtig für die Bahn: Immerhin kommen der einflussreiche Konzernbevollmächtigte der DB für NRW, Werner Lübberink, sowie Jens Bergmann, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte bei der DB Netz AG, und Andre Rodenbeck, CEO Rail Infrastructure bei Siemens Mobility. Sie wollen den Bürgermeistern der Lenne-Kommunen zeigen, was sie für die Verbesserung des Eisenbahnverkehrs auf der Lenneschiene getan haben.

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