Lebenslanges Lernen nötig

Diamantener und Goldener Meisterbrief für Heinz Roder und Manfred Hücking

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Heinz Roder erhielt den Diamantenen Meisterbrief und  Manfred Hücking den Goldenen Meisterbrief.

Altena -  1956 steckte das Fernsehen noch in den Kinderschuhen. Zwei Jahre nach dem sensationellen Gewinn der ersten Fußballweltmeisterschaft durch eine deutsche Mannschaft war dieses Medium noch lange nicht in jedem Haushalt „Standard“. Daran kann sich Heinz Roder noch genau erinnern.

Er legte am 15. Juni 1956 seine Meisterprüfung als Radio- und Fernsehtechniker ab. Jetzt zeichnete ihn die Handwerkskammer Arnsberg dafür mit dem Diamantenen Meisterbrief aus. Ein Jahrzehnt später, ebenfalls im Sommer, legte 1966 Manfred Hücking seine Meisterprüfung als Metzger ab. „Sehr, sehr früh, weil Vater, ebenfalls Handwerksmeister in diesem Beruf, einige Jahre zuvor verstorben war.“ Der Ur-Altenaer, der den Familienbetrieb an der Werdohler Straße 8 bis 10 Uhr noch im 77. Lebensjahr weiter verantwortlich leitet, musste früh Verantwortung übernehmen. Auch ihn zeichnete die Kammer aus, und zwar mit dem Goldenen Meisterbrief.

Heinz Roder.

Roder, heute 86, zog sich im „Rentenalter, ungefähr mit 68 Lebensjahren“, aus dem Geschäftsleben zurück. „Ich habe so ziemlich alles erlebt,“ blickt er zurück. Nach vielen beruflichen Stationen in diversen Leitungsfunktionen in Hagen, Dortmund, Sichtigvor und Wuppertal reifte in ihm der Entschluss, „mich selbständig zu machen.“ Nach dem Hausbau 1954/55 in Evingsen startete er in das Geschäftsleben in einer Garage am Haus, die als Werkstatt fungierte. „Ein Lehrling stand mir von Beginn an zur Seite.“ Viele weitere sollten folgen. Ebenso wie bei Manfred Hücking.

Der ist heute froh, das sein Geschäft auch vom Sohn Achim (50) mitgetragen wird. Auch er führt – wie der Großvater und Vater – natürlich den Meistertitel im Metzgerhandwerk. Sagt man eigentlich Metzger oder Fleischer? – Eine Frage, die der gestandene Handwerksmeister mit einem Lächeln quittiert. „Die Handwerksordnung hat sich sehr verändert. Früher musste ein Metzger auch schlachten, das ist heute längst nicht mehr so, gehört gar nicht mehr zum Fleischer-Berufsbild.“ Da kommt auch wieder Heinz Roder ins Spiel. Er reparierte noch Radios mit Röhren und einem riesigen Raum-Volumen.

Manfred Hücking

Von den ersten Fernsehgeräten, die heutigen Backöfen glichen, ganz zu schweigen. Erst habe es nur ein TV-Programm gegeben, dann gab es das ZDF dazu. Roder nennt Stichworte wie die Einführung der Farbfernseh-Geräte, Parabol-Antennen, Kabelempfang und die gesamte sogenannte Unterhaltungselektronik einschließlich PC-Technik und Elektronik. Es macht Freude, dem 86-Jährigen zuzuhören, der sein Arbeits- und Berufsleben in übersichtlichen Kladden mit zahlreichen Meister-JubilareZeitungsartikeln, Fotos, Werbeflyern und Anmerkungen parat hat. Manfred Hücking wurstet noch immer seine Fleisch- und Mettwürste „nach Vaters Rezept“ und auch Sohn Achim arbeitet damit. Noch einmal Metzger werden?

Hücking muss nicht lange überlegen, sagt spontan ja. Ein „aber“ gibt es aber dennoch: „Die Bürokratie heute ist unsäglich. Wenn ich das so sehe, nein, ich glaube nicht, dass ich dann noch mal 12, 14 Stunden-Tage auf mich nehmen würde.“ Heinz Roder genießt den Ruhestand, geht wie selbstverständlich auch als Rentner mit PC und Tablett um und rät allen jungen Leuten zu lebenslangem Lernen. Meister wissen, wie’s geht.

Kammer dankt Jubilaren

Ein Meisterjubiläum ist ein ganz besonderes Datum in der Biografie eines Handwerkers. Deshalb richtet die Handwerkskammer Südwestfalen traditionell als festlichen Jahresabschluss eine Jubiläums-Meisterfeier aus. Unter den 132 Personen, die in diesem Jahr in der Schützenhalle Neheim-Hüsten ausgezeichnet wurden, waren auch Altenaer. „Wir danken für ihre Lebensleistung, für ihren Einsatz für das Handwerk, für Lohn und Brot für die Mitarbeiter und ganz besonders für die von Ihnen erbrachte Ausbildungsleistung“, lobte Kammer-Hauptgeschäftsführer Meinolf Niemand. „Leistung ist nicht selbstverständlich. Leistung hat viel zu tun mit Verantwortung und mit Moral. Sie haben in den zurückliegenden Jahrzehnten Verantwortung getragen und sind ihrer moralischen Verpflichtung nachgekommen.“

Meister-Jubilare

50 Jahre: Goldener Meisterbrief: Wolfgang Braun, Bäckermeister, Altena Manfred Feyerabend, Kraftfahrzeugmechanikermeister, Altena Walter Hermann, Tischlermeister, Altena Manfred Hücking, Metzgermeister, Altena

60 Jahre: Diamantener Meisterbrief Heinz Roder, Radio- und Fernsehtechniker-Meister, Altena

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