Diagnosewoche im Sprachheilkindergarten

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Die vierjährige Marlena besucht den Sprachheilkindergarten bereits. Den Bildern zusammen mit Bettina Schamann bestimmte Begriffe zuzuordnen, ist für sie eine leichte Aufgabe.

Altena - In ungezwungener Atmosphäre spielen Vorschulkinder mit dem Puppenhaus oder am Kaufmannsladen – zusammen mit einem Sprachtherapeuten. Je nach Alter ordnen die Kinder bestimmten Begriffen eine passende Bildvorlage zu oder beschreiben gemäß ihren Fähigkeiten, was auf verschiedenen bunten Zeichnungen zu sehen ist.

Im Sprachheilkindergarten Zauberland in der Heimecke ist seit gestern wieder Diagnosewoche.

Die Kinder sind mit ihren Müttern oder Vätern zu Gast in der Einrichtung, damit ein Team von vier Sprachtherapeuten herausfindet, wie ihr individueller Sprachentwicklungsstand ist. In der aktuell laufenden Diagnosewoche sind viele Kinder im Alter unter drei Jahren dabei, das Spielerische steht noch mehr im Vordergrund als bei etwas älteren Kindern.

„In erster Linie geht es darum“, erläutert Sprachtherapeut Jörg Kempfer, „ein niederschwelliges Angebot für Eltern zu schaffen, die Fragen oder Sorgen wegen der Sprachfähigkeiten ihrer Kinder haben.“ Am Anfang stehe immer ein ausführliches Gespräch zwischen Eltern und Therapeuten, danach befassten sich gleich zwei Therapeuten mit dem Kind. Der eine führe die Tests, die immer in einer entspannten Wohlfühlatmosphäre stattfinden, durch. Der Kollege widme sich ganz der Beobachtung des Geschehens und notiere sich einiges. Überprüft würden laut Kempfer unter anderem das Sprachverständnis und die Artikulationsfähigkeiten der Kinder,

„So haben wir viel Material, das wir mit den Eltern im Abschlussgespräch durchgehen können“, beschreibt die Sprachtherapeutin Bettina Schamann das Vorgehen. In jenen Gesprächen, von denen in dieser Woche insgesamt 14 stattfinden werden, beruhigen die Therapeuten die Eltern, wenn deren Sorgen unberechtigt sind, oder empfehlen eine weiterführende logopädische Diagnostik.

Manchmal, wenn die Sprachfähigkeiten tatsächlich nicht weit genug entwickelt sind, werde auch die Aufnahme in die Einrichtung selbst empfohlen, sagt Kempfer. „In letzterem Fall werden aber das Gesundheitsamt und der Kostenträger Landesjugendamt eingeschaltet. Dann wird eine mögliche Aufnahme geprüft.“

Auf jeden Fall könnten sich die Therapeuten in der Diagnosewoche Zeit für jedes einzelne Kind und dessen Eltern nehmen, sagen Kempfer und Schamann. Eine Teilnahme ist für die Familien übrigens kostenlos. Eine Anmeldung war erforderlich.

Von Kristina Köller

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