Kein Service mehr vor Ort

Deutsche Bank macht Filialen im MK dicht - und zwar schon sehr bald

Die Deutsche Bank schließt ihre Filiale in Altenas Innenstadt.
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Die Deutsche Bank schließt ihre Filiale in der Innenstadt.

Die Deutsche Bank schließt mehrere Filialen im MK. Nun steht der erste Termin. Die Großbank setzt immer mehr aufs Onlinebanking. Filialen seien insgesamt kaum noch nötig, meint die Deutsche Bank. Viele Kunden dürften auf der Strecke bleiben.

Altena – Von Schließung spricht man nicht gerne in der Pressestelle der Deutschen Bank: „Unsere Altenaer Kunden werden in die Filiale Lüdenscheid integriert“ lautet der offizielle Sprachgebrauch für das, was am Donnerstag, 23. September, passieren wird. Dann schließt die Bank ihre Filiale an der Kirchstraße. Ursprünglich war das für das Jahresende angekündigt worden.

Sieben Mitarbeiter sind in der Filiale tätig. Für sie seien sozialverträgliche Regelungen gefunden, versichert ein Konzernsprecher und meint Vorruhestand, Versetzung in andere Filialen und auch Auflösungsverträge.

„Es lässt sich fast alles abseits der Filiale regeln“

Die Kunden sollen demnächst nach Lüdenscheid oder Iserlohn fahren, wenn sie eine persönliche Beratung wünschen. Was aber eigentlich gar nicht nötig sei, wie es aus der Pressestelle heißt. „Es lässt sich heute fast alles abseits der Filiale regeln. Sogar eine komplette Baufinanzierung per Videoberatung ist möglich“, betont man dort.

Und die Überweisung? Kontoauszüge abholen? Das sei heutzutage alles online möglich. Aber was ist mit den älteren Kunden, die das womöglich gar nicht können oder wollen? „Es ist nicht so, dass es da altersbedingt unüberbrückbare Hürden gibt“, versichert ein Sprecher. Wer sich nicht auskennt, könne auf Workshops und die persönliche Hilfestellung in der Filiale zurückgreifen. „Wenn es Bedarf gibt, kommen wir auch zu den Leuten ins Haus.“

Geldabheben im Supermarkt im Fokus

Bargeld gibt es für die Kunden der Deutschen Bank noch gegenüber, in der ehemaligen Filiale der Commerzbank. Die hat sich zwar ebenfalls aus Altena zurückgezogen, aber wenigstens Geldautomat, Kontoauszugsdrucker und das Serviceterminal für Überweisungen und Ähnliches zurückgelassen – wie lange noch, weiß keiner. Da die Deutsche Bank wie auch die Commerzbank zur sogenannten Cash--Group gehören, können Deutsche Bank-Kunden sich am Geldautomat der Commerzbank kostenlos mit Bargeld versorgen.

Was aber eigentlich gar nicht sein muss, wie es in der Frankfurter Konzernzentrale zu diesem Thema heißt. Schließlich gebe es inzwischen auch in vielen Supermärkten und Tankstellen die Möglichkeit, sich per EC-Karte Geld auszahlen zu lassen. Einmal Klopapier, ein Kilo Rinderhack und 200 Euro Bargeld bitte – und das samstags bei einer langen Schlange an der Kasse? Die von Banken so gerne beschworene Diskretion sieht irgendwie anders aus...

Weite Wege für Kunden

Beschwerden von Kunden, es sei schlecht oder gar nicht über die bevorstehende Schließung informiert worden, weist die Deutsche Bank-Pressestelle entschieden zurück: „Das Team in Altena hat mit fast allen Altenaer Kunden persönlich über die Situation gesprochen.“ Dieser Tage komme auch noch ein Brief der Filiale Lüdenscheid, der die Kunden aus Altena jetzt zugeordnet sind. Sie befinde sich – wie auch die in Iserlohn – „in erreichbarer Entfernung“, meint man in Frankfurt.

Gut 13 Kilometer sind es aus Altenas Innenstadt zur Lüdenscheider Filiale an der Altenaer Straße. Da wird mancher, der auf persönliche Betreuung Wert legt, womöglich über einen Wechsel nachdenken. Auch deshalb, weil ein Konto bei der Deutschen Bank alles andere als ein Schnäppchen ist: 13,90 Euro pro Monat kostet das „Best-Konto“, an dem zumindest dann kein Weg vorbei führt, wenn ein Paar zwei EC-Karten für das gemeinsame Konto haben möchte. Nach dem Rückzug der beiden Privatbanken sind nur noch die Sparkasse und Volksbank vor Ort vertreten.

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