Deutliches Plus beim Finanzamt

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Das Gebäude des Finanzamtes am Winkelsen. ▪

ALTENA ▪ 388 655 719 Euro hat das Finanzamt Altena im vergangenen Jahr eingenommen – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von fast 19 Prozent und das nach 2008 und 2009 drittbeste Ergebnis in der Geschichte der Behörde. Dieses hohe Steueraufkommen sei auch ein Beleg für die gute wirtschaftliche Situation der Betriebe in Altena, Werdohl, Plettenberg, Herscheid und Nachrodt-Wiblingwerde, kommentierte der stellvertretende Finanzamtsleiter Thorsten König diese Zahlen am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz.

Der Zuwachs liegt deutlich über dem Durchschnitt. In Südwestfalen stieg das Steueraufkommen nämlich um vier Prozent, im Bereich der Oberfinanzdirektion wurde ein Steuerplus von nur knapp drei Prozent verzeichnet.

Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei den von Unternehmen und Selbstständigen zu entrichtenden Steuerarten aus. Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer stiegen von 24 auf 50 Mio. Euro, die Körperschaftssteuer legte von 8 auf 18 Mio. Euro zu. König: „Dies deutet auf eine gute Ertragslage bei den Unternehmen hin“.

Haupteinnahmequelle des Fiskus bleibt aber die Lohnsteuer. 176 Mio. Euro zahlten die Arbeitnehmer im Lennetal im vergangenen Jahr an den Staat, das waren 11,2 Prozent mehr as 2010. Bei der Umsatzsteuer wurde ein Zuwachs von etwa 5 Prozent auf 119 Mio. Euro verzeichnet. Das ist untypisch, weil sie in anderen Regionen zurückgeht – Investitionen und hohe Exportanteile könnten andernorts die Gründe dafür sein, erklärte König.

100 Beschäftigte zählt das Finanzamt zurzeit, hinzu kommen zehn Auszubildende. Sie kümmern sich um rund 42 000 Steuerfälle. Das bedeutet zwar im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang, die Arbeit werde aber eher mehr denn weniger, berichtete Pressesprecher Friedo Vorderbrück.

Das liegt vor allem an der geplanten Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte, für die Daten der Kommunen und der Finanzämter zusammengeführt werden müssen. Auch wegen nicht kompatibler Computersoftware erweise sich das als „Mammutaufgabe“, sagte Vorderbrück. Das führte auch dazu, dass der Start für das neue System um ein Jahr auf Anfang 2013 verschoben wurde. Gleichzeitig wurden für 2012 keine neuen Lohnsteuerkarten mehr ausgegeben, was zu vielen Nachfragen und hohem Beratungsbedarf geführt habe, wie Stephan Redecker, Hauptsachgebietsleiter Einkommenssteuer, zu berichten wusste.

„So wenig Papier wie möglich“ – diese Devise gilt beim Finanzamt weiterhin. Schon seit 2011 sind Unternehmen ausnahmslos dazu verpflichtet, alle Vorgänge elektronisch zu übermitteln. Einzige Ausnahme sind Härtefälle wie etwa betagte Waldbesitzer mit geringen Erträgen aus der Forstwirtschaft. Für sie werde man andere Lösungen finden, wenn das nötig sei, versprach König.

Auch Arbeitsnehmer sollen ihren Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich im Idealfall per PC und Internet stellen. Dazu hält die Finanzverwaltung das Computerprogramm Elster vor. Man kann dessen neueste Version unter http://www.elster.de herunterladen oder sich beim Finanzamt, in den Sparkassen-Filialen und in den Rathäusern mit einer entsprechenden CD versorgen. Rund 25 Prozent der Steuerpflichtigen nutzen diese Möglichkeit inzwischen.

Daten wie die Höhe der gezahlten Versicherungsbeiträge spielen bei der Berechnung der Lohnsteuer eine große Rolle – Banken, Versicherungen und andere haben bis zum 29. Februar Zeit, die Vorjahreszahlen ihrer Kunden ans Finanzamt zu übermitteln. Erst wenn diese Angaben vorlägen, könne mit der Bearbeitung der Anträge auf Lohnsteuerjahresausgleich begonnen werden, sagte Redecker gestern. Deshalb falle der Startschuss für die Bearbeitung in diesem Jahr erst Mitte März. ▪ Von Thomas Bender

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