Krankenhaus: Es geht bergauf

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Während Willi Ramsbott (links) von einer rundum zufriedenstellenden Entwicklung sprach, goss Geschäftsführer Dr. Hans-Christian Vatteroth Wasser in den Wein: Das Krankenhaus sei noch nicht über den Berg, warnte er trotz positiver Zahlen. ▪

ALTENA ▪ Als „Euphoriebremse“ betätigte sich am Mittwoch der St. Vinzenz-Geschäftsführer Dr. Hans-Christian Vatteroth: Zwar gehe es bergauf mit dem Krankenhaus, sagte er auf eine Mitgliederversammlung des Fördervereins – „aber über den Berg sind wir noch lange nicht“. Mit diesem Statement relativierte er vorhergegangene Äußerungen von Willi Ramsbott. Es gebe „nur erfreuliche Dinge“ zu berichten, hatte der Fördervereins-Vorsitzende angekündigt.

Vatteroth sagte, dass die Deutsche Klinik-Union als neuer Eigentümer des Hauses eine fünf Jahres-Strategie verfolge: „Die haben wir jetzt, nach gut einem Jahr, zu 20 Prozent umgesetzt“. Erste Erfolge würden sichtbar – zum Beispiel ein deutlicher Anstieg der Patientenzahlen.

2011 nahm das Haus unter 3000 stationäre Fälle auf, 2012 waren es 450 mehr. Vatteroth bewertete das als Zeichen dafür, dass das Vertrauen in das Krankenhaus wieder steige. Das liege in allererste Linie an den dort tätigen Menschen – der Geschäftsführer sprach von einer „tollen Entwicklung“ in der inneren Abteilung und lobte auch das deutlich ausgeweitete Leistungsspektrum der Chirurgie. Neben den Ärzten sei das auch allen anderen Mitarbeitern zu verdanken. „Auf die bin ich wirklich stolz“, sagte Vatteroth.

Allerdings sei jetzt eine Grenze erreicht: Angesichts steigender Fallzahlen müsse beim Pflegepersonal aufgestockt werden. Was die Ärzte angehe, so seien alle Planstellen besetzt, berichtete der Geschäftsführer. Dadurch spare man sich den teuren Einsatz von Honorarärzten und diene außerdem den Patienten, weil deren Ansprechpartner sich nicht ständig ändere.

Für das laufende Jahr zeichne sich ein weiterer Anstieg der Fallzahlen an, sagte der Geschäftsführer. Ob sich die für 2013 angestrebte „schwarze Null“ realisieren lasse, hänge auch von den bald beginnenden Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen ab. Ein ausgeglichenes Ergebnis sei aber ein Etappensieg, reiche aber noch nicht aus, machte der Geschäftsführer klar: Es seien noch Verluste aus der Vergangenheit abzudecken. Allein 2011 hätten sie bei einer Million Euro gelegen. ▪ Thomas Bender

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