Deutlich zu wenige Bestattungen / Pflegeaufwand hoch

Evingser Friedhof weiter im Minus

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Der Pflegeaufwand für den Evingser Friedhof ist hoch. Das liegt auch an der Belegung der Grabstellen. Sie gleichen auf dem Gottesacker an vielen Stellen einem Flickenteppich, weil es große Lücken gibt.  

Altena – Die evangelische Kirchengemeinde Evingsen wird im laufenden Jahr die Trauer- und Leichenhalle auf dem Friedhof innen und außen sanieren müssen. 

Wie Dirk Mischnick, der für den Friedhof zuständiger Presbyter, in der neusten Ausgabe des Gemeindebriefes mitteilt, haben nahe des Gebäudes stehende Koniferen durch ihr starkes Wurzelwerk die Abwasserleitungen beschädigt. Sie müssen zwingend in diesem Jahr repariert werden. Auch im Innenraum wird sich etwas tun. So ist geplant, einen frischen Farbanstrich vorzunehmen.

Sparen, sparen, sparen – dieser Devise folgt die Gemeinde auch im laufenden Jahr. So soll die Hecke zwischen dem alten und neuen Friedhof entfernt werden, was die Pflege deutlich erleichtert. Auch die Abfallbeseitigung wird eingeschränkt. Mischnick: „Wir bitten die Friedhofsbesucher, ihren Abfall der Grabpflege wieder mit nach Hause zu nehmen und dort fachgerecht zu entsorgen.“ 

Nur 16 Bestattungen im vergangenen Jahr 

Insgesamt werde der Pflegeaufwand für die gesamte Anlage noch „zusätzlich gedeckelt“ und pflegetechnisch deutlich zurückgefahren. Auch in Evingsen beobachtet die Gemeinde einen Trend zur kostengünstigen Urnenbestattung. 

Die Wurzeln einer Konifere haben das Mauerwerk der Leichenhalle geschädigt.

Das führte im vergangenen Jahr dazu, dass es auf dem dortigen Gottesacker nur 16 Bestattungen gab – die Mehrzahl allerdings noch Erdbestattungen. Geplant wurde zur Kostendeckung aber stets mit mindestens 30 Begräbnissen. Deshalb wird der Friedhof nach 2017 auch in 2018 mit einer stattlichen fünfstelligen Euro-Summe im Minus abschließen. Der Nettenscheid gehört zum Einzugsbereich des Friedhofes von Evingsen. Allerdings: Alle sieben Nettenscheider, die im vergangenen Jahr verstarben, wurden in Altena beerdigt.

Der Evingser Friedhof ist - und da nimmt Dirk Mischnick kein Blatt vor den Mund - nach „heutigen Verhältnissen viel zu groß.“ Auf die Frage, was zu tun sei, gebe es nicht die eine, allgemeingültige Antwort. 

„Flickenteppich“ sorgt für Probleme

Ein ganz spezielles Problem ist der „Flickenteppich“: Neben den Gräbern (für deren Pflege die Angehörigen sorgen müssen) gibt es große, nicht belegte Flächen, um die sich die Gemeinde kümmern muss. Eine Möglichkeit könnten Patenschaften sein oder auch freiwillige Pflege-Einsätze. Das wird aber noch versicherungstechnisch geprüft. 

Noch einmal kommt Mischnick im Gemeindebrief auf die Entfernung einiger stattlicher Bäume zu sprechen. „Es ist ein ganz anderes Bild, ohne die prägende Kastanie und einige andere hohe Bäume im unteren Bereich. Es hat mir leidgetan und ich bin auch des Öfteren darauf angesprochen worden, ob das notwendig ist“, schreibt er. Man habe sich eines Baumsachverständigen bedient und ihn um ein Gutachten gebeten. Mischnick: „Die Bäume waren stark geschädigt und hätten einem starken Sturm nur schwerlich standgehalten.“

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