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Viele offene Fragen zur B236-Brückensperrung: Politiker will Antworten

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Von: Thomas Machatzke

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Die B236-Brücke an der Bahnhofstraße in Altena wird für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt. Das wird, so die Befürchtung, der Lennebrücke in Nachrodt noch mehr Schaden zufügen.
Die B236-Brücke an der Bahnhofstraße in Altena wird für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt. Das wird, so die Befürchtung, der Lennebrücke in Nachrodt noch mehr Schaden zufügen. © Heyn, Volker

Nächste kaputte Brücke, nächste Kleine Anfrage von Gordan Dudas im Landtag in Düsseldorf: Der SPD-Landtagsabgeordnete hat genau genommen sogar direkt zwei Anfragen gestellt – die Nummern 1090 und 1127, was immerhin darauf hindeutet, dass es in der Landeshauptstadt keinen Mangel an Anfragen gibt.

Altena – Dudas jedenfalls lässt keine Zeit verstreichen, um nach der Sperrung der B236 in Altena für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Druck zu machen beim Landesbetrieb Straßen.NRW. „Diese Entscheidung trifft die ohnehin durch die Sperrung der Talbrücke Rahmede verkehrstechnisch enorm belastete Region hart“, argumentiert der Lüdenscheider in seiner Anfrage, „seit der Sperrung der Talbrücke Rahmede Ende 2021 haben neben der Bedarfsumleitung durch das Lüdenscheider Stadtgebiet auch weitere Straßen mit einem stark gestiegenen Verkehrsaufkommen zu kämpfen, da noch immer keine weiträumige Umleitung des Schwerlastverkehrs vorgenommen wurde. Dies betrifft insbesondere alternative Umleitungen durch Nachbarstädte, die häufig vom Schwerlastverkehr genutzt werden. Eine solche alternative Umleitung ist auch die B 236 durch Altena. Durch den Wegfall auch dieser möglichen Umleitung droht der Region der vollständige Verkehrsinfarkt.“

Dass Lieferwege jetzt noch einmal zusätzlich verlängert werden, sei für eine derart industrialisierte Region wie das Lennetal eine Hiobsbotschaft. Tatsächlich strahlt der Stau von der Burgstadt aus auch massiv in die größeren Nachbarstädte hinein. „Die massiven Einschnitte im Lieferverkehr der Industrieunternehmen führen bereits jetzt zu finanziellen Einbußen bei einer Vielzahl der Unternehmen in der Region“, stellte Dudas fest und stellt fünf Fragen:

Doch der Umgang mit den Folgen dieses nächsten Tiefschlags für die Infrastruktur in der Region ist nur die eine Seite, in einer weiteren Anfrage beschäftigt sich der SPD-Mann mit den Ursachen. „Auch aufgrund der verschiedenen Schilderungen ergeben sich Nachfragen zum Ablauf rund um die ungenehmigte Überfahrt des Schwerlasttransports, zur Prüfung der Brücke sowie der möglichen Regressansprüche“, stellte Dudas fest. „Wie stellt sich nach Kenntnis der Landesregierung der genaue Ablauf der Ereignisse, inklusive des Ergebnisses der Prüfung, die letztlich die Sperrung für Fahrzeuge oberhalb von 3,5 Tonnen ergeben hat, dar?“, fragte Dudas, „welche Erkenntnisse gibt es zu dem angesprochenen Fahrzeug, welches laut Berichten mit insgesamt 80 Tonnen Gewicht über die Brücke gefahren ist? Welche Kosten entstehen nach Kenntnis der Landesregierung aufgrund des nicht genehmigten 80-Tonnen-Schwerlasttransports an der B 236-Brücke in Altena?“

Und dann geht es darum, ob der Verursacher allen Übels zur Rechenschaft gezogen werden kann. Welche Sachverhalte müssen nun geprüft werden um zu klären, ob im vorliegenden Fall Regressansprüche gestellt werden? Und: Wenn es bereits einmal zu einem solchen unerlaubten Vorfall einer Überfahrt einer nicht dafür geeigneten Brücke durch ein Schwerlasttransport kam, wie lässt sich ein Domino- Effekt weiterer beschädigter Infrastruktur durch weiteres Fehlverhalten in anderen Fällen pauschal ausschließen?

Viele Fragen, die Dudas stellt und so den Finger in die Wunde legt. In der Regressfrage hatte Achim Frieling aus dem Verkehrsministerium des Landes zuletzt im Verkehrsausschuss in Düsseldorf festgestellt: „Das wird geprüft, aber dazu müsste der Beweis erbracht werden, dass der Schaden nur dadurch entstanden ist. Das ist schwierig.“

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