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Der erste Tag mit dem Neun-Euro-Ticket: Nachfrage ungebrochen groß

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Von: Jona Wiechowski

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Die Nachfrage nach den neuen Tickets ist im Laden von Rainer Grüger ungebrochen groß und hat seit der Klarheit über die Nutzung des Lenne-Intercitys nochmal angezogen.
Die Nachfrage nach den neuen Tickets ist im Laden von Rainer Grüger ungebrochen groß und hat seit der Klarheit über die Nutzung des Lenne-Intercitys nochmal angezogen. © Jona Wiechowski

Bus- und Bahnfahren spottbillig, tanken wenigstens ein bisschen günstiger: Mit zwei Maßnahmen sollen die Bürger von den hohen Spritpreisen entlastet werden – wenigstens für drei Monate. Gestartet sind diese am Mittwoch. In Altena kommt das gut an. Vor allem bei denen, die Bus und Bahn fahren.

Altena – Keine Frage: Beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind die Ersparnisse am größten. Das nimmt auch Barbara Gostomski gerne mit, die am Bahnhof mit Vater Gregor steht. „Ich fahre jeden Tag mit dem Bus zur Arbeit nach Lüdenscheid“, erzählt sie. Sonst habe sie monatlich für das Abo mehr als 100 Euro bezahlt. „Das Neun-Euro-Ticket lohnt sich“, freut sie sich, dass der ÖPNV jetzt deutlich preiswerter ist und zeigt ihr Exemplar, das sie in eine schützende Hülle gepackt hat. „Ich würde es begrüßen, wenn es das Ticket auch nach den drei Monaten noch geben würde.“ Ein besonderes Ziel – schließlich reist es sich mit dem Ticket deutschlandweit – habe sie sich noch nicht vorgenommen. Ihr Vater wolle vielleicht mal nach Düsseldorf fahren, erzählt er.

Gregor Gostomski und Tochter Barbara Gostomski haben beide das Neun-Euro-Ticket erstanden – und freuen sich, jetzt günstiger fahren zu können.
Gregor Gostomski und Tochter Barbara Gostomski haben beide das Neun-Euro-Ticket erstanden – und freuen sich, jetzt günstiger fahren zu können. © Jona Wiechowski

Schnell wird klar: Lange fragen braucht man nicht nach Leuten, die mit dem neuen Ticket reisen. Am Bahnsteig stehen am Automaten zwei Frauen, die sich das Ticket ziehen wollen. „Wir sparen damit gutes Geld“, erzählen sie. Auch die Frage in eine Gruppe von Schülern, wer denn das neue Ticket habe, bringt viele „Ja“-Antworten und Pläne, auch mal ein bisschen weiter weg zu fahren, hervor.

MVG verkauft knapp 17 000 Tickets

Ähnlich ist es am Markaner. Nach wie vor bestens läuft das Ticket bei Rainer Grüger. Der verkauft in seinem Geschäft mit Blick auf den Busbahnhof neben Tabak, Weinen und Zeitschriften auch MVG-Fahrkarten – und Massen von dem neuen Ticket. „Ich will keine Zahlen nennen, aber es ist überproportional viel”, sagt er – und nennt dann doch noch eine Zahl: Allein bis zum frühen Mittwochnachmittag – also am ersten Tag der Gültigkeit – gingen gut 80 dieser Tickets über die Ladentheke. „Es läuft wahnsinnig gut. Die Nachfrage ist sehr rege.“ Und seitdem klar gewesen sei, dass die Neun-Euro-Fahrkarte auch im Lenne-Intercity gilt, sei die Nachfrage nochmal gestiegen. Übrigens: Gekauft werden kann jetzt auch schon die Karte für Juli.

Am Markaner: Viele der Reisenden nutzen auch hier das neue Billig-Ticket.
Am Markaner: Viele der Reisenden nutzen auch hier das neue Billig-Ticket. © Jona Wiechowski

Die Nachfrage ist auf jeden Fall da und groß. Das bestätigt auch MVG-Pressesprecher Jochen Sulies. Auf Nachfrage spricht er von einem Volumen von rund 150 000 Euro, das die Märkische Verkehrsgesellschaft an den neuen Tickets bisher verkauft hat. Das sind fast 17 000 Tickets.

Der große Ansturm bleibt aus

Nicht nur mit den Tickets will die Bundesregierung für Entlastung sorgen, auch mit einer reduzierten Spritsteuer und damit günstigeren Preisen für Kraftstoffe. Ob man wirklich von Freude an den Tankstellen sprechen kann, sei mal dahingestellt – auch mit Preisen um die 1,80 Euro für den Liter E10 ist Tanken weiterhin teuer. Das spiegelte sich auch vor Ort wider: „Es ist normal viel los“, hieß es an der Aral-Tankstelle an der Bahnhofstraße. Größere Schlangen, wie sie in anderen Städten durchaus zu sehen waren, habe es nicht gegeben, auch nicht am Morgen. Für mehr Infos verwies man an die Pressestelle – Sprecherin Eva Kelm erklärte am Abend: „Das Tankverhalten unserer Kundinnen und Kunden in den letzten Wochen kann als normal und jahreszeitüblich bezeichnet werden.“ Ferner habe es bis dato keine Produktleerstände im Aral-Tankstellennetz gegeben. Und: „Wir rechnen auch weiterhin nicht damit“, so die Pressesprecherin.

Dabei waren die Preisunterschiede durchaus spürbar. Am Dienstagmittag – also einen Tag vor dem Tankrabatt – zeigte die Anzeige an der heimischen Aral-Tankstelle noch 2,03 Euro für den Liter Diesel und 2,16 Euro für den Liter E10 an. Einen Tag später, ebenfalls gegen Mittag, kostete der Liter Diesel dann noch 1,89 Euro und der Liter E10 1,82 Euro – eine Ersparnis von 14 beziehungsweise 34 Cent pro Liter. Wer 40 Liter tankte, sparte so zwischen 5,60 und 13,60 Euro – jedenfalls im Vergleich zu Anfang der Woche.

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