Handwerkskunst auf dem Dach: Sanierung der besonderen Art

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Eingerüstet: Die Dächer der Häuser an der Ackerstraße werden saniert.

Altena –Rund 100 Jahre alt sind die Häuser an der Ackerstraße. Nun werden ihre Dächer saniert. Eine besondere Baustelle.

Gut 100 Jahre alt sind die Häuser an der Ackerstraße. An den fünf Gebäuden, in denen heute 30 Wohnungen untergebracht sind, sind nun Sanierungen nötig. Und so werden derzeit die Dächer neu gedeckt – eine Schieferfläche von 1700 Quadratmetern. 

Nicht nur der Denkmalschutz ist dabei zu berücksichtigen. „Die Schieferdachabdeckung ist eine handwerkliche Kunst“, sagt Magnus Benkhofer, Mitarbeiter für Instandhaltung und Technik bei der Altenaer Baugesellschaft (ABG). 

Teilweise werden die Schieferplatten noch vor Ort auf dem Dach auf die benötigten Maße zurecht geschlagen. Die Dachsanierung, die sich über drei Jahre hinzieht, wurde in drei Bauabschnitte eingeteilt. 

Dachdecker saniertenschon Drahtmuseum

Während im vergangenen Jahr das Dach des Hauses Nummer 16 saniert wurde, wird nun 600 Quadratmeter Schiefer auf das Dach der Hausnummern 10 bis 12 gelegt. Innerhalb von vier Wochen wurde das alte Dach entfernt, nun wird das neue gebaut. Zwei bis drei Monate werden diese Arbeiten voraussichtlich beanspruchen. 

Im nächsten Jahr soll dann der dritte Bauabschnitt folgen – die Dächer der Hausnummer 14 und 14a mit noch einmal 600 Quadratmetern. Die ausführenden Betriebe, Dachdeckermeister Ulrich Bathen aus Bestwig und Dachdeckermeister Jörg Rettler aus Meschede, sind in Altena nicht unbekannt. Sie deckten bereits vor einigen Jahren das Dach des Drahtmuseums neu. 

Sieben Dachdecker sind an der Ackerstraße am Werk. „Wir haben bei der Ausschreibung auch die Dachdecker im Umkreis berücksichtigt, vor allem in Altena selbst. Aber wir konnten keinen Betrieb finden“, betont Manfred Haupt, Vorstand der Altenaer Baugesellschaft. 

"Weiß nicht, was einen hinter Schiefer erwartet"

Mit der Ausschreibung 2018 wurden auch Fördermittel beantragt. „Ein Drittel der Kosten wird uns erstattet“, sagt Magnus Benkhofer und ergänzt; „Sonst wäre es auch schwierig geworden.“ Insgesamt belaufen sich die Kosten nämlich auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. 

Die hohe Summe hängt auch damit zusammen, dass viele Nebenarbeiten anfallen. „Man weiß nicht, was einen hinter dem Schiefer erwartet“, sagt Magnus Benkhofer. So habe sich herausgestellt, dass Schalungen, die sehr alt sind, ebenso gewechselt werden müssen wie Fenster. 

Und das alles unter den Bestimmungen des Denkmalschutzes. „Es handelt sich um einen Siedlungsbau aus den 1920er Jahren mit sogenannten Zöllinger Dächern“, sagt Magnus Benkhofer. 

Dach vollständig nutzbar

Das heißt, mit wenig Holz wurde eine große rautenförmige Dachfläche gebaut. „Das Material war damals teuer. Daher wurden ganz einfache Holzbretter verwendet, die zu einer Raute zusammengesteckt und genagelt wurden“, erklärt Jörg Hammerschmidt, Mitarbeiter der Baugesellschaft im Bereich Modernisierung und Technik. Es handelt sich dabei um ein selbsttragendes System, das den Vorteil hat, dass das Dach vollständig nutzbar ist. 

Die Arbeiten sind mit den Denkmalbehörden abgesprochen. Sie verlangen, dass nur deutscher Schiefer verwendet werden darf – und zwar in klassischer altdeutscher Dacheindeckung. 

An der Ackerstraße wird Fredeburger Naturschiefer aus der Magog-Grube verwendet. „Das dürften ungefähr 24 Tonnen Schiefer sein“, schätzt Ulrich Bathen. 

Angesichts der Haltbarkeit eines solchen Daches handele es sich um eine erhebliche Investition: „Früher wurde gesagt, so ein Schieferdach hält ein Menschenleben lang. Heute schätzt man aufgrund der Umweltfaktoren auf eine Haltbarkeit von 60 bis 70 Jahren“, erklärt Ulrich Bathen.

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