„Dann sollen sie sich das ,Sch...ding’ doch wieder abholen...!“

Defi-Drama: Gemeinde St. Matthäus gibt Spende zurück

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Altena - Vor knapp vier Wochen war alles „noch in Butter!“ – Heute sieht das anders aus: Der damals von Stadtwerke-Finanzchef Markus Pflüger an Pfarrer Ulrich Schmalenbach und Wolfgang Brüggemann übergebene Defibrillator wird in der Gemeinde wieder deinstalliert.

Der Grund: Der Sponsor Stadtwerke stellte der Kirche einen Eigenanteil am Gerät in Höhe von 1 000 Euro in Rechnung und erwartete noch einmal eine zusätzliche Spendenbescheinigung für einen Wandschrank und die fachgerechte Geräte-Einführung in Höhe von 500 Euro.

Das war St. Matthäus aber nicht bereit zu zahlen, beziehungsweise überhaupt noch eine Spendenbescheinigung auszustellen. Markus Pflüger: „Ein Vertreter von St. Matthäus hat uns angesprochen, ob wir nicht einen Defi spenden könnten. Wir haben natürlich zugesagt, aber auch darauf hingewiesen, dass wir künftig stadtweit für alle Vereine, Verbände oder Clubs einen gleichen Eigenanteil für den Defi erheben.

Und zusätzlich für die Dienstleistung der qualifizierten Einführung beziehungsweise den Schrank um eine Spendenquittung bitten. Denn so ein Defi unserer Top-Qualität kommt in der Anschaffung und dem Drum und dran schon auf eine Summe von annäherend 3000 Euro.“ Die Stadtwerke hätten stadtweit bereits zehn Geräte gesponsert, es sei aber nicht möglich, diese Praxis unendlich weiterzuführen. So habe Stadtwerke-Chef Hendrik Voß entschieden, dass künftig stets ein Eigenanteil erhoben werde. „Das wusste auch St. Matthäus.“

Pfarrer Ulrich Schmalenbach nahm gestern zum gesamten Vorgang und den aufgetretenen Irritationen keine Stellung. Er kenne keine Details, sagte er. Wolfgang Brüggemann vom Förderwerk St. Matthäus war trotz zahlreicher Versuche nicht erreichbar. Ein Vertreter des Kirchenvorstandes, der namentlich nicht genannt werden will, „weil ich nicht direkt betroffen und in die Aktion involviert war“, kritisierte aber das neue Vorgehen der Stadtwerke.

Dieser Weg sei ihm unverständlich und für ihn auch nicht nachvollziehbar. Deutliche Worte fand ein anderes Mitglied der Gemeinde: „Dann sollen sie sich das ,Sch...ding’ doch wieder abholen...!“, schnaubte der Mann aufgebracht. Pflüger ficht das nicht an - er hält den „Sponsor-Deal“ für fair und nachvollziehbar und hat bereits einen Nachnutzer für den Matthäus-Defi.

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