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DB und Siemens feiern Pilotprojekt: Digitale Signalkraft von der Lenne

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Von: Volker Heyn

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Als erstes von sieben Großprojekten sind 45 Kilometer der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Letmathe und Kreuztal erfolgreich digitalisiert worden. Die Verlegung von Kabeln, der Umbau von Stellwerken und die Erneuerung von Bahnübergängen hat einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Für alle sieben Projekte aus diesem Schnellläufer-Programm hatte die Bundesregierung 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Projekt auf der Lenneschiene wurde am Mittwoch in Altena von Siemens-Rail-Geschäftsführer Andre Rodenbeck (l.) und Jens Bergmann, Vorstand bei DB-Infrastruktur (r.) unter anderen Altenas Bürgermeister Uwe Kober vorgestellt.
Als erstes von sieben Großprojekten sind 45 Kilometer der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Letmathe und Kreuztal erfolgreich digitalisiert worden. Die Verlegung von Kabeln, der Umbau von Stellwerken und die Erneuerung von Bahnübergängen hat einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Für alle sieben Projekte aus diesem Schnellläufer-Programm hatte die Bundesregierung 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Projekt auf der Lenneschiene wurde am Mittwoch in Altena von Siemens-Rail-Geschäftsführer Andre Rodenbeck (l.) und Jens Bergmann, Vorstand bei DB-Infrastruktur (r.) unter anderen Altenas Bürgermeister Uwe Kober vorgestellt. © Volker Heyn

Nicht weniger als ein bundesweit enorm bedeutsames Digital-Projekt von Bundesregierung, Deutscher Bahn und technischer Industrie ist am Mittwoch in der Nähe des Altenaer Bahnhofs symbolisch in Betrieb genommen worden. Nicht ohne Grund wurde groß gefeiert.

Lennetal – Der erfolgreiche Umbau der ersten voll digitalisierten 45 Kilometer der Eisenbahnstrecke zwischen Letmathe und Kreuztal war für die DB Netz und den Siemens-Konzern ein Anlass, gleich ein Festzelt zwischen Lenne und Gleisen aufzustellen. Voll wurde es im Festzelt allerdings erst am Nachmittag, als Bahn und Siemens sämtliche am Projekt beteiligten Mitarbeiter zu einer großen Dankeschön-Party eingeladen hatten. In Altena hatte man sich schon gefragt, was das große weiße Festzelt wohl zu bedeuten hatte.

Am Vormittag stellten Andre Rodenbeck von der Eisenbahnsparte von Siemens und Jens Bergmann, Vorstand für Infrastrukturprojekte bei der DB Netz, das gemeinsame Projekt namens Schnellläufer vor. Die Digitalisierung der Ruhr-Sieg-Strecke ist eines von sieben Projekten in ganz Deutschland, die mit insgesamt 500 Millionen Euro durch die Bundesregierung finanziert werden.

Weil es das erste dieser sieben Projekte ist, das in nur 18 Monaten Bauzeit realisiert werden konnte, war man bei Bahn und Siemens über die Maßen stolz.

„Wir wollen heute Spaß haben“, rief Bahn-Vorstand Bergmann etwa 20 ausgewählten Projektteilnehmern, Medienvertretern und Unternehmenssprechern zu. „Niemals zuvor haben wir gemeinsam mit dem Bund eine solche Finanzierung erarbeitet.“ In der Digitalisierung der Lenneschiene stecke ein „ordentlicher zweistelliger Millionenbetrag“, sagte Bergmann, genauer dürfe er das aus Vertragsgründen nicht sagen.

Altenas Bürgermeister Uwe Kober war der einzige Vertreter der Lenne-Anrainerstädte, die zur Vorstellung des Schnellläufer-Projekts der Ruhr-Sieg-Strecke gekommen war. Kober bedankte sich: „Ich spreche hier für alle Kommunen: Der Intercity-Halt ist existenziell notwendig.“
Altenas Bürgermeister Uwe Kober war der einzige Vertreter der Lenne-Anrainerstädte, die zur Vorstellung des Schnellläufer-Projekts der Ruhr-Sieg-Strecke gekommen war. Kober bedankte sich: „Ich spreche hier für alle Kommunen: Der Intercity-Halt ist existenziell notwendig.“ © Volker Heyn

Von diesem Geld wurden auf 45 Kilometern Strecke 385 Kilometer Kabel verlegt, 235 Signale und 73 Weichenantriebe erneuert, neun neue Signalausleger aufgestellt, vier Bahnübergänge erneuert, elf Bahnübergänge technisch modernisiert und drei zwischen 30 und 50 Jahre alte Stellwerke in Nachrodt, Plettenberg und Altenhundem durch moderne Technik ersetzt. Die drei neu errichteten Module in Altena, Plettenberg und Altenhundem sind an das zentrale Stellwerk in Finnentrop angeschlossen worden.

Für so ein Projekt brauche man normalerweise fünf Jahre, räumten die Männer von Bahn und Siemens ein. Dass es jetzt gelungen sei, so eine technisch und logistisch anspruchsvolle Aufgabe in nur eineinhalb Jahren zu realisieren, sei außergewöhnlich. Diese Form der Zusammenarbeit werde intern als vorbildlich angesehen und habe daher Auswirkungen auf den weiteren Digitalisierungsprozess.

Das einzige Problem des Tages war, dass man von all den technischen Wundern kaum etwas sehen konnte: Die Kabel liegen im Boden, das Modul-Stellwerk in Altena ist ein kleines Gebäude mit Schaltschränken. Noch viel weniger anfassbar ist die Software, die alles auf den richtigen Bahnen lenkt.

Medienvertreter und Unternehmenskommunikatorinnen nahmen die Vertreter von der Bahn, von Siemens und von der Stadt Altena für das offizielle Pressefoto vor die Linse.
Medienvertreter und Unternehmenskommunikatorinnen nahmen die Vertreter von der Bahn, von Siemens und von der Stadt Altena für das offizielle Pressefoto vor die Linse. © Volker Heyn

Siemens-Rail-Geschäftsführer Andre Rodenbeck berichtete, wie er mit dem damaligen Finanzminister und heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz über die Finanzierung des Schnellläufer-Programms gesprochen habe. Scholz hatte 500 Millionen Euro für moderne Stellwerktechnik aus dem Konjunkturprogramm zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie der Bahn zur Verfügung gestellt.

Rodenbeck: „Jetzt geht es darum, bis 2035 ganz Deutschland zu digitalisieren. Dieses Projekt hat eine Strahlkraft, auf die wir extrem stolz sind.“

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