1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Das wird ein teures Jahr...

Erstellt:

Von: Maximilian Birke

Kommentare

Gas- und Stromkosten schießen in die Höhe: 2023 wird ein teures Jahr für die Familie Mustermann aus Altena.
Gas- und Stromkosten schießen in die Höhe: 2023 wird ein teures Jahr für die Familie Mustermann aus Altena. © dpa

Die Lebenshaltungskosten in Altena steigen 2023 um mehr als 13 Prozent.

Altena – Das sind keine guten Nachrichten für die Altenaer: In diesem Jahr wird das Leben in der Burgstadt erheblich teurer. Was sich genau ändert, zeigt das AK anhand der Familie Mustermann auf, einer durchschnittlichen, vierköpfigen Familie aus Altena. Claudia und Ralf Mustermann leben gemeinsam mit ihren Söhnen Tobias (4) und Tim (8) in einem Einfamilienhaus. Während einige Gebührensätze gleich bleiben, steigen andere Kosten dafür umso mehr. So muss die Familie im Vergleich zu 2022 einen vierstelligen Betrag draufzahlen.

Strom

Als Stromkunden des Grundversorgers Mark-E mussten die Mustermanns für ihre durchschnittlichen 3500 Kilowattstunden bis Ende 2022 noch 1214,05 Euro bezahlen. Mit dem 1. Januar 2023 wird der Preis aber kräftig steigen, erklärt Andreas Köster als Sprecher des Mutterkonzerns Enervie. 1718,50 Euro und damit satte 504,45 Euro mehr würden normalerweise für die Familie fällig. Dank der Strompreisbremse kann diese Steigerung etwas abgemildert werden: So belaufen sich die tatsächlichen Mehrkosten auf 349,61 Euro.

Erdgas

Ihr Haus heizt Familie Mustermann mit Erdgas, das sie von den Stadtwerken Altena bezieht. Bei einem jährlichen Gasverbrauch von 20 000 Kilowattstunden wurden dafür im Jahr 2022 im Tarif „Burggas fair“ 1749,10 Euro fällig. Durch die CO2-Steuer und eine angespannte Lage auf dem Rohstoffmarkt waren die Kosten in diesem Jahr bereits um 286 Euro gestiegen. Die ganz dicke Rechnung kommt auf die Mustermanns aber 2023 zu: 3419,50 Euro und damit 1670,40 Euro mehr soll das Gas nach dem aktuellen Stand bei den Stadtwerken Altena kosten. Zum Glück greift auch hier eine Preisbremse, sodass die Kosten tatsächlich „nur“ auf 2680,94 Euro steigen. Das bedeutet aber immer noch ein kräftiges Plus von 931,84 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Trinkwasser

Auch ihr Trinkwasser beziehen Mustermanns über die Stadtwerke und verbrauchen davon 180 Kubikmeter pro Jahr. Weil sich die Kosten für Wasser in Altena nicht verändern, zahlt Familie Mustermann auch 2023 noch einmal 651,48 Euro.

Abwasser

Die Schmutzwassergebühr für private Haushalte bleibt laut Auskunft der Stadtwerke Altena 2023 auf dem Vorjahresniveau. Familie Mustermann zahlt weiterhin 3,42 Euro für den Kubikmeter. Gemessen wird der Verbrauch am Frischwasserbedarf. Für ihre 180 Kubikmeter zahlt die Familie also 615,60 Euro.

Regenwasser

Auch die Gebühr für Niederschlagswasser bleibt 2023 unverändert. Pro Quadratmeter oberflächenversiegelter Grundstücksfläche kostet das abfließende Regenwasser 1,13 Euro. Für die Familie Mustermann, die ein Grundstück mit 130 gepflasterten Quadratmetern für Terrasse, Autostellplatz und Wege besitzt, bedeutet das jährliche Kosten von 146,90 Euro.

Abfall

Als vierköpfige Familie verursachen die Mustermanns nicht gerade wenig Müll. Sie benötigen eine 120-Liter-Tonne, die im regelmäßigen Zeitabstand von 14 Tagen geleert werden muss. Bis zum Jahreswechsel haben die Mustermanns für diese Leistung 235 Euro gezahlt. 2023 steigt die Gebühr auf 257,74 Euro pro Jahr.

Grundsteuer B

Die Musterfamilie ist im Besitz eines Einfamilienhauses, in dem sie lebt und zahlt für die Immobilie rund 466,90 Euro an Grundsteuer an die Stadt. Gegenüber 2022 ist dieser Wert unverändert, weil die Stadt den Hebesatz, der bei 910 Prozentpunkten liegt, bislang nicht erhöht hat. Der Hebesatz für die Grundsteuer kann sich jährlich im Zuge der Haushaltsplanung ändern. Der Haushalt für 2023 soll im Januar im Rat verabschiedet werden.

Straßenreinigung und Winterdienst

Das Grundstück von Familie Mustermann misst etwa 20 mal 15 Meter. Die längere Seite liegt an der Straße. Für ein Grundstück mit 20 Metern Straßenfront erhebt die Stadt Altena im kommenden Jahr 35,20 Euro für den Winterdienst. Im Vergleich zum Vorjahr sind das zehn Euro mehr.

Busfahren

Mutter Claudia arbeitet in Lüdenscheid und fährt jeden Morgen mit dem Bus der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) in die Nachbarstadt. Für das Monatsticket, mit dem Claudia über die Stadtgrenze hinausfahren darf, zahlt sie im Abo 992,40 Euro pro Jahr. Das sind im Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahrs 15,60 Euro mehr. Die Verkehrsgesellschaft passt ihre Fahrpreise immer im August an.

Hundesteuer

Vierbeiner „Billy“ lebt seit vielen Jahren bei den Mustermanns und fällt als Golden Retriever nicht unter die Kategorie „gefährlicher Hund“. Seit Jahren zahlt die Familie daher 96 Euro im Jahr an die Stadt, um ihren Hund halten zu dürfen.

Schwimmen

Die Familie Mustermann unternimmt gerne gemeinsam sportliche Aktivitäten. Dazu gehören auch regelmäßige Besuche im Freizeitbad. Normalerweise würden sie das Bad in Dahle besuchen, das ist nach der Hochwasserkatastrophe aber noch immer geschlossen. Mustermanns müssen aus diesem Grund nach Werdohl fahren, wie sie es auch schon 2022 gemacht haben. In den Sommermonaten von Juni bis September besuchen sie das Bad in Ütterlingsen dreimal pro Woche, im Winter alle 14 Tage. Für die insgesamt 66 Besuche (48 im Sommer und 18 im Winter) greifen sie jeweils auf die Familienkarte zurück. Diese kostet pro Besuch 8 Euro. Im Jahr ergeben sich so Kosten in Höhe von 528 Euro. Die Kombi-Jahreskarten für Frei- und Hallenbad würden 530 Euro kosten, allerdings gibt es die derzeit nicht. Deutlich günstiger würden Mustermanns normalerweise im Dahler Bad wegkommen: Denn dort zahlten sie lediglich 300 Euro und damit 228 Euro weniger für vier Jahreskarten, mit denen Innen- und Außenbereich genutzt werden darf. Zudem müssen die Mustermanns Mehrkosten für die Fahrt nach Werdohl einplanen. Gegenüber 2022 ändert sich an den Kosten allerdings vorerst nichts.

Volkshochschule Lennetal

Die Mustermann-Eltern besuchen im Jahr zwei Kurse der Volkshochschule. Die Kosten für eine Kursteilnahme liegen pro Kurs bei durchschnittlich 50 Euro. Für 2023 kommen bei Mustermanns also etwa 100 Euro zusammen.

Kita-Gebühr

Der vierjährige Sohn Tobias wird 45 Stunden in der Woche in einer Kindertagesstätte betreut. Dafür zahlen seine Eltern bei einem Brutto-Jahreseinkommen von 50 000 Euro monatlich 155 Euro. Hinzu kommen weitere 111 Euro für den zweiten Sohn Tim (8), der das Offene Ganztagsangebot seiner Grundschule nutzt, sodass für Kita und Schule monatlich zusammen 266 Euro und für das ganze Jahr 3192 Euro fällig werden. Das Mittagessen der beiden Kinder ist da noch nicht eingerechnet. Diese Gebühren haben sich seit 2019 nicht geändert.

Bücherei

Vater Ralf Mustermann ist eine Leseratte und zahlt für seinen Bücherei-Ausweis jährlich 24 Euro. Kinder, Jugendliche bis zum Alter von 17 Jahren entleihen kostenlos. Das bleibt auch 2023 so.

Gesamtrechnung und Bilanz

Insgesamt muss Familie Mustermann im neuen Jahr 11 350,82 Euro bezahlen. Im Vergleich zu 2022 sind das 1329,79 Euro mehr. Während einige Kostenstellen konstant bleiben, steigen die für Strom und Gas erheblich an. Das treibt die Lebenshaltungskosten in Altena 2023 um gut 13,27 Prozent in die Höhe. Schon von 2021 auf 2022 hatte es einen Anstieg um 6,9 Prozent gegeben.

Für Golden Retriever Billy (re.) zahlt Familie Mustermann 96 Euro im Jahr.
Für Golden Retriever Billy (re.) zahlt Familie Mustermann 96 Euro im Jahr. © schumann

Auch interessant

Kommentare