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„Das ist nicht zu entschuldigen“: Angriffe auf Einsatzkräfte sorgen für Entsetzen

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Von: Jona Wiechowski

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Was bleibt von der Silvesternacht? Mit Blick unter anderem nach Berlin, Essen, aber auch nach Hagen sind es Bilder und Nachrichten, die erschrecken. Auf Einsatzkräfte wurde mit Pyrotechnik geschossen.
Was bleibt von der Silvesternacht? Mit Blick unter anderem nach Berlin, Essen, aber auch nach Hagen sind es Bilder und Nachrichten, die erschrecken. Auf Einsatzkräfte wurde mit Pyrotechnik geschossen. © Christophe Gateau/dpa

Die Nachrichten aus einigen Großstädten über das, was in der Silvesternacht passiert ist, sind erschreckend: Feuerwehrfahrzeuge und Streifenwagen wurden mit Feuerlöschern und Bierkisten beworfen und mit Pyrotechnik beschossen. Einsatzkräfte aus Altena finden klare Worte, berichten in der Burgstadt aber nicht von Problemen in dieser Größenordnung.

Altena – Mit Blick auf Hagen und besonders auch auf das, was in Berlin vorgefallen ist, sagt Feuerwehrchef Alexander Grass: „Das ist erschreckend, da fehlen mir die Worte.“ Da kämen Leute von der Feuerwehr, die helfen wollten und würden dann mit Pyrotechnik attackiert. „Das ist nicht zu entschuldigen.“

Auch in Altena komme es immer mal wieder zu unschönen Szenen gegenüber Einsatzkräften. Ausmaße wie in den Großstädten, habe es bisher glücklicherweise nicht gegeben, erklärt Alexander Grass. Was den Brandschutz angeht, sei es eher weniger – der Rettungsdienst sei da mehr betroffen. Das kann Thomas Stuwe, Leiter der hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache, bestätigen. „Im Einzelfall haben wir damit auch zu tun“, sagt er und nennt beispielsweise alkoholisierte Patienten im Rettungswagen, für die es polizeiliche Unterstützung brauche. Auch Pöbeleien am Straßenrand gebe es, aber nicht regelmäßig. Auf die Frage, ob es mehr werde mit der Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften, sagt der Wachleiter allerdings ganz klar: „Auf jeden Fall.“

Die Problematik sei auf dem Land, hier in Altena, nicht so sehr verbreitet, schätzt er ein, sagt aber auch mit Blick etwa auf nötige Polizeibegleitungen: „Wir haben das immer im Hinterkopf.“

Die Polizei bricht nicht auf einzelne Städte runter, wie stark respektloses Verhalten bis hin zu Angriffen auf Einsatzkräfte zugenommen hat, berichtet Polizeipressesprecher Marcel Dilling. Die Tendenz für den ganzen Märkischen Kreis ginge allerdings nach oben. Und grundsätzlich sei es in Ballungsräumen, sprich Lüdenscheid und Iserlohn, mehr. Aber: „Solche Fälle gibt es auch in Altena.“ Auffallen würde häufig die gleiche Klientel. „Regelmäßig sind das keine Unbekannten.“

In der Silvesternacht ist es im Märkischen Kreis weitgehend ruhig geblieben. Wie berichtet, hatte es einen Vorfall in Altena gegeben, bei dem fünf Personen in Gewahrsam genommen werden mussten.

Ein 22-Jähriger hatte eine Polizeibeamtin unter anderem damit bedroht, Rache zu nehmen. Zudem hatte eine Gruppe von circa 15 Personen während des Einsatzes Einschüchterungsversuche unternommen und teils Beleidigungen in Richtung der Polizisten ausgestoßen. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, einfacher Körperverletzung, Bedrohung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ein.

„Wir sind fassungslos über die Ereignisse in der Silvesternacht. Es muss dringend etwas passieren, um die Menschen, die tagtäglich für unsere Sicherheit sorgen, zu schützen“, hieß es vom Verein Soko Respekt. Seit Ende 2020 ist die Stadt Altena Mitglied bei dem Verein, der sich gegen Gewalt gegen Einsatzkräfte einsetzt, ihnen eine Stimme geben will und sich zum Ziel gesetzt hat, die Gesellschaft wieder zu einem respektvolleren Umgang miteinander zu bewegen.

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