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Das große Aufräumen nach der Flut: So steht Altena zusammen 

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Von: Thomas Bender

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Ein Bild der Verwüstung am Samstagmorgen an der Lennepromenade in Altena.
Ein Bild der Verwüstung am Samstagmorgen an der Lennepromenade in Altena. © Lars Schäfer

Die nächste Welle schwappt durch Altena – es ist die Welle der Hilfsbereitschaft. Viele Menschen und Firmen stehen vor Trümmern, nun krempeln sie gemeinsam die Ärmel hoch - und Fremde werden zu Verbündeten.

Altena – An der Lennestraße ist nichts mehr so, wie es war. „Wir gehen in der Gruppe von einem Laden in den anderen, schleppen tonnenweise Wasser raus. Das Schicksal aller macht mich unendlich traurig“, sagt Christiane Haupt. „Ich habe den Krieg nicht erlebt. Aber so muss er sein.“

Bürger schaufeln mit Kinderschippen Schlamm weg

Ihr eigenes Geschäft hat es auch erwischt, aber nicht so dramatisch wie andere. Bei Zetzmann & Bröer haben die Helfer alles Hab und Gut aus dem Keller geschleppt und standen mit dem Bauch im Wasser. In die Galerie von Inge Voss sind die Retter eingebrochen, um die Bilder zu retten. „Sie wohnt in der Rahmede und kam nicht weg. Wir haben die Bilder nach oben gebracht. Eine jahrzehntelange Arbeit kann man nicht ersetzen“, sagt Christiane Haupt, die ihre großen Hunde aus dem Haus tragen musste, „weil sie sonst ertrunken wären“.

Das große Aufräumen hat in Altena nach dem Unwetter und verheerenden Hochwasser  begonnen.
Das große Aufräumen hat in Altena nach dem Unwetter und verheerenden Hochwasser begonnen. © Thomas Bender

Die Hilfsbereitschaft in Altena ist das, was die Dramen der Unwetterfolgen erträglich machen lässt. Mit Kehrschaufeln, Lappen, Hochdruckreinigern oder Pumpen sind sie unterwegs, helfen Fremden, die zu Verbündeten werden. Und nach Zuständigkeiten wird nicht gefragt: Am Markaner schaufelt eine Gruppe (teilweise mit Kinderschippen!) die Busspuren frei, was eigentlich Sache der Stadt wäre.

Innenstadt: Strom musste abgeschaltet werden

Deren Baubetriebshof arbeitet natürlich ebenfalls am Anschlag und ist für jede Unterstützung dankbar. Großes Lob gibt es von den Anwohnern der Innenstadt übrigens auch für die Kräfte der auswärtigen Feuerwehren, die die Keller leer pumpten. Damit sie ungefährdet arbeiten konnten, musste der Strom abgeschaltet werden. Die Versorgung wieder herzustellen, bereitete der Enervie am Freitag einige Probleme.

Ortswechsel in Richtung Nette. Dort ist die Feuerwache inzwischen wieder betriebsbereit: Am Mittwoch musste sie aufgegeben werden, weil sie überflutet wurde. Rundherum eine Spur der Verwüstung. Das Wasser hat an vielen Stellen den Asphalt angehoben. Das schlimmste Schlagloch vor der Wache haben findige Feuerwehrleute mit Sandsäcken gefüllt.

Sekundarschule: Keller vollgelaufen

Am Steinwinkel sind Profis am Werk: Das Unternehmen Tigges fährt große Mengen Schotter ab und der Elektriker Jürgen Otlinghaus hat endlich die Stromversorgung in den Baugesellschaftshäusern wieder herstellen können. Sie musste am Mittwoch abgeschaltet werden, weil Unmengen von Geröll einen Durchlass am Ende der Straße zusetzte und das Wasser daraufhin in die Keller der Häuser floss.

Und nicht nur dorthin: Bis zur Fensterbank habe das Wasser bei ihnen im Erdgeschoss gestanden, erzählt das Ehepaar Schönherr. Und auch hier: „Einen ganz großen Dank an unsere Nachbarn für deren tolle Hilfe.“

Vor der Sekundarschule bespricht sich Hausmeister Michael Wefer mit zwei Frauen vom Reinigungspersonal. Auf die kommt einiges zu: Der Keller der Schule ist vollgelaufen, auch die Schulküche steht im Wasser, „bis zur Arbeitsplatte“, berichtet Wefer.

Kronenstöcke in der Rahmede weggerissen

An der Werdohler Straße ist schweres Gerät im Einsatz. Mehrere aus dem Buchholz kommende Bäche haben dort gewaltige Mengen Geröll mitgerissen und an mehreren Stellen auf die Fahrbahn der Bundesstraße geschwemmt, die dadurch teilweise erheblich beschädigt wurde. Durchlässe sind verstopft, der städtische Spülwagen muss ran.

Kronenstöcke, die Spulen, auf denen der Draht gerollt wird, sind bei Betrieben in der Rahmede weggerissen worden, haben sich zum Teil unter Brücken verkeilt oder sind auf Bürgersteigen gestrandet – so es sie noch gibt, an manchen Stellen sind sie weg. Weg ist auch die Zufahrt zu einer Garage gegenüber der Firma Hesse. Meterhoch liegt dort das Geröll, ein Bagger der Firma Homann räumt es beseite. Ein anderes Bauunternehmen holt mit einem Radlader Schlamm vom Betriebsgelände der Firma Geck.

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