Das, was die Bewohner sagen, zählt

Das Team des Ellen-Scheuner-Hauses freut sich über die Note 1,2.

ALTENA ▪ Vor zwei Jahren waren Mitarbeiter und Angehörige noch entsetzt über die Note 2,6 – jetzt können sie sich freuen: Die Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MdK) für die Alten- und Pflegeeinrichtung Ellen-Scheuner-Haus hat die Note 1,2 ergeben (wir berichteten). „Wir freuen uns natürlich“, sagt die Leiterin Christa Kisser. Aber: „Die Note sagt nach wie vor nichts über unsere Qualität aus.“

Was für Christa Kisser wirklich zählt: „Das, was die Bewohner sagen. Und bei diesem Ergebnis hat sich gar nichts geändert.“ Die Note 1,1 von 2009 wurde bei der Befragung der Bewohner auch 2011 erreicht. „Das ist für uns eine große Freude, das ist fantastisch“, so Kisser im Einklang mit ihrer Pflegedienstleiterin Kornelia Tymoszuk.

Ansonsten entwickelten sich die Noten für „Pflege und medizinische Versorgung“ von einer 2,6 auf eine 1,3, für „Umgang mit demenzkranken Bewohnern“ von einer 2,7 auf eine 1,0, für „Soziale Betreuung und Altersgestaltung“ von einer 3,4 ebenfalls auf eine 1,0 und für „Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene“ gab‘s diesmal auch eine 1,0, 2009 war es noch eine 1,4.

Woran es damals gehapert hat, erklärt Christa Kisser so: „Unsere Dokumentation war lückenhaft.“ Das sei im Wesentlichen verändert worden, sonst nichts. Weil: „Unsere Konzepte, nach denen hier gepflegt und betreut wird, hat es ja vor zwei Jahren schon gegeben, nur hatten wir es nicht so wie gewünscht niedergeschrieben.“ Der Qualitätsstandard habe somit schon 2009 bestanden, meint Kisser.

100 Bewohner zählt die Einrichtung derzeit. Demgegenüber stehen rund 115 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit: Pflegekräfte, Präsenzkräfte, Servicekräfte und Alltagsbegleiter. Die Prüfer des MdK kamen an zwei Tagen in die Einrichtung und befragten zehn geistig orientierte Bewohner, das entspricht den geforderten zehn Prozent. „Diese Überprüfung war sehr professionell, fachlich kompetent und menschlich“, bewertet Christa Kisser. Das könne sie von der Prüfung vor zwei Jahren nicht behaupten. „Da waren wir die erste Einrichtung im ganzen Kreis, die überhaupt geprüft wurde.“

Die neuen Ergebnisse über das Ellen-Scheuner-Haus, die Hilfesuchenden helfen sollen, werde im September im Internet veröffentlicht – ein genaues Datum ist Kisser nicht bekannt.

Sie rät Angehörigen aber sowieso immer: „Schauen sie sich die Einrichtungen selber an, machen sie sich vor Ort ein Bild.“ Nicht jede Einrichtung, sei sie noch so gut benotet, sei für jeden Menschen auch geeignet. „Achten sie auf den Geruch im Haus, auf die Freundlichkeit der Mitarbeiter, auf die Sauberkeit“, so ihre Tipps für den Besuch. Interessierte sollten außerdem darauf achten, ob sie die Bewohner sehen oder ob die nur in ihren Zimmern sitzen. „Fragen sie, ob ein Probewohnen möglich ist oder ob sie mal zu Mittag essen dürfen“, rät Christa Kisser. Das alles sei wichtig, um einen richtigen Eindruck zu bekommen. ▪ Von Ilka Kremer

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