In doppelter Rolle präsent

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Eine der prächtigsten Darstellungen befindet sich in einem Deckenmedaillon der Lutherkirche.

Altena - Seit 80 Jahren ist sie in der „heute gültigen Fassung“ im Amt, Katharina von Alexandrien, gleichermaßen Patronin der Stadt und der evangelischen Kirchengemeinde.

In der Burgstadt finden sich naturgemäß zahlreiche Darstellungen der Wappenfigur. Einige haben wir hier zusammengetragen. Eine der prächigsten Abbildungen findet sich an der Decke der Lutherkirche, der alten Stadt- und ehemaligen Katharinenkirche. Dort ziert St. Katharina ein Deckenmedaillon. „Sie wirkt hier ein bisschen wie eine Walküre“, findet Stadtführerin Ursula Rinke. In der katholischen St.-Matthäus-Pfarrkirche ist eine Statue von ihr zu finden, aber ebenso eine Darstellung in einem der Kirchenfenster.

Stadtführerin Ursula Rinke, die sich lange mit der Geschichte von Wappen und Gemeinde beschäftigt hat, weiß, dass es offene Fragen gibt. So ist sich die Geschichtsschreibung bis heute nicht sicher über das genaue Datum der Gründung einer eigenen Kirchengemeinde in Altena. „Es wird jedoch berichtet, dass die Weihe der Kirche im Jahr 1318 stattfand.“ Sicher ist aber: Es war unter der Regierung von Graf Engelbert III., dass Katharina die Schutzheilige der Kirche wurde. Dies geht wahrscheinlich auf ein Gelübde zurück, das Graf Engelbert am Grabe der Heiligen im Sinai abgelegt haben soll. So steht zu vermuten, dass sie zu der Zeit auch Stadtpatronin wurde und damit ins Wappen von Altena kam.

Der heiligen Katharina begegnet man in vielen Kirchen. Ihre Verehrung hat etwa im 8. Jahrhundert begonnen und sich im 12. bis 14. Jahrhundert weit verbreitet. Katharina gehört zu den 14 Nothelfern. Indes: Historisch sei diese Heilige gar nicht nachweisbar, berichtet Ursula Rinke.

Die Legende sagt, dass Katharina im 3./4. Jahrhundert als Tochter des cyprischen Königs Costus gelebt habe, „sehr schön, sehr klug und selbstbewusst“ gewesen sei. Sie trat in Alexandria dem Kaiser Maxentius entgegen, der ein Christenverfolger war. Sie wollte den Kaiser vom christlichen Glauben überzeugen. Der Kaiser bot 50 Philosophen auf, um sie von ihrem Glauben abzubringen, aber ihre kluge und geschickte Argumentation überzeugte sie alle, so dass sie sich taufen ließen. Der wütende Kaiser verurteilte die Philosophen daraufhin zum Tod. Er selbst aber, von Katharinas Schönheit und Klugheit beeindruckt, wollte sie zu seiner Frau machen. Sie weigerte sich, und der König ließ sie auspeitschen, ins Gefängnis werfen und verurteilte schließlich auch sie zum Tode. Das Rad, auf das man sie flocht, zersprang mit Blitz und Donner, so dass der Kaiser sich nicht anders zu helfen wusste, als sie köpfen zu lassen. Deshalb wird sie oft mit dem zerbrochenen und mit Messern besetzten Rad und einem Richtschwert dargestellt.

Katharina gilt als die Patronin der Jungfrauen, Mädchen, Studenten, Schüler, Bibliothekare und Gelehrten, aber auch der Wagner und Müller. „In einer Zeit, als sich die ersten Wasserräder in Altena drehten, um die Drahtziehereien anzutreiben, ist die Wahl dieser Stadtpatronin einleuchtend“, findet Ursula Rinke

Katharinas Feiertag, der 25. November, wurde in Altena noch Jahrzehnte lang gefeiert, nachdem die Bevölkerung evangelisch und die Kirche zur Lutherkirche geworden war. Auch manche Wetterregeln beziehen sich auf ihren Tag, z.B. „Kathrein lässt den Winter ein.“ Seit wann die Stadt das Wappen führt, ist unbekannt. 1938 übernahm Prof. Otto Hupp eine Neugestaltung.

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