Dahler wollen Infrastruktur verbessern

ALTENA ▪ „Der Aufschlag ist gemacht“, zog Stefanie Hensel am Ende des Ideengesprächs einen sportlichen Vergleich. Im Hotel-Restaurant Alte Linden in Dahle trafen sich am Donnerstagabend auf Einladung von Ortsvorsteher Helmar Roder einige Mitglieder des Dahler Qualitätsrings, Vertreter verschiedener Vereine und engagierte Bürger des Altenaer Stadtteils.

Sie sprachen darüber, im Dahler Ortskern wieder ein Geschäft für frische Lebensmittel und Dienstleistungen unterschiedlicher Art anzusiedeln.

Dafür hatte Helmar Roder mit Heinz Frey und Jürgen Spelthann die Initiatoren des so genannten Dorv-Projekts aus Jülich-Barmen eingeladen. „Dorv“ steht als Kürzel für Dienstleistung und Ortsnahe Rundum Versorgung. Frey erklärte zunächst die Problemstellung für den 1400 Einwohner zählenden Ort Barmen bei Jülich im Rheinland. Hier hatte es vor einigen Jahren kein Ladengeschäft mehr für die Lebensmittelversorgung der Bürger gegeben. Mit einem Fünf-Säulen-Modell wollten die engagierten Dorfbewohner die Lebensqualität in ihrem Ort wieder steigern und haben dies auch erfolgreich umgesetzt.

Auch Dienstleistungen

werden angeboten

Im „Dorv-Zentrum“ werden heute auf kleinstem Raum Lebensmittel verkauft, verschiedene Dienstleistungen angeboten und die sozial-medizinische Versorgung durch eine Arztpraxis gesichert. Mit einem kleinen Café wird zudem die Kommunikation gefördert und ein Kulturangebot bereichert das Dorfleben. Diverse Preise und Förderungen zeigen den Beispielcharakter dieses bürgerschaftlichen Engagements.

Anschließend standen die Initiatoren aus Jülich-Barmen den Zuhörern für Fragen zur Verfügung. Dabei interessierten die engagierten Dahler vor allem der Aufwand und die Finanzierung eines solchen Projektes. „Es geht nur mit Hilfe aller“, stellte Frey dazu klar.

Im Anschluss moderierte Stefanie Hensel vom Altenaer Stellwerk die Diskussion der Dahler Bürger. Hier standen zunächst mögliche Probleme und Hindernisse im Vordergrund. Schnell war zum Beispiel klar, dass für den Ortsteil keine komplette Umsetzung des Projektes wie im Rheinland in Frage kommt. Bäckerei und Banken gibt es schließlich noch. Gewünscht wurde mehrheitlich ein Geschäft für frische Lebensmittel wie Fleisch- und Wurstwaren, Obst- und Gemüse sowie Molkereiprodukte. Probleme sahen die Beteiligten auch in der Nähe des Discounters am Dorfrand.

Das nächste Treffen

schon geplant

Trotzdem entwickelte sich anschließend eine rege Diskussion darüber wie ein solcher Dorfladen in Dahle denn aussehen könnte. Neben den genannten Lebensmitteln zeigten die Bürger großes Interesse an einem kleinen Bürgerbüro, in dem verschiedene Behördengänge erledigt werden könnten. Weiter genannt wurden Ideen wie eine Tauschbörse, eine Vermittlung von Handwerkertätigkeiten, Hausaufgabenhilfe usw.

„Wollen sie weitermachen?“ – das fragte Hensel am Schluss in die Runde. „Das sollten wir angehen“, kam eine Antwort aus den Reihen der Anwesenden. Ein Termin für eine tiefer gehende Planung wurde direkt vereinbart. Am 26. Oktober sind wieder alle engagierten Dahler eingeladen. „Jetzt müssen wir Überzeugungsarbeit leisten“, betonte Ortsvorsteher Roder am Ende des Abends.

Information zum Dorv-Projekt gibt es unter http://www.dorv.de

David Schröder

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