Für das Dahler Bad nur wenig übrig

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Das alte Freibad am Linscheid verwildert. ▪

ALTENA ▪ Knapp 700 000 Euro pro Jahr kostet das Dahler Bad. Dem stehen Eintrittsgelder und andere Erlöse in Höhe von knapp 100 000 Euro gegenüber – nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Für Investitionen bleibt da kaum Luft, im kommenden Jahr sollen ganze 35 000 Euro ausgeben werden. Einerseits muss das Dach über den Umkleideräumen repariert werden, andererseits sind die Zu- und Abläufe der Duschen sanierungsbedürftig.

Einmal mehr mahnte Günter Kauert, der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, mehr finanzielles Engagement an: Umkleideräume und Sanitäranlagen bedürften dringend der Sanierung, sagte er bei der Diskussion des Wirtschaftsplanes im Betriebsausschuss. Er erinnerte daran, dass mit dem Einbau der neuen Schwimmbad-Technik, der Edelstahlauskleidung des Außenbecken und anderen Maßnahmen zwei Bauabschnitte der Bad-Sanierung schon vor längerer Zeit abgeschlossen worden seien. In absehbarer Zeit müsse jetzt auch der Rest der Runderneuerung folgen.

Uwe Krischer, der Betriebsleiter des Bäderbetriebes, stimmte dieser Aussage zwar grundsätzlich zu – aber: „Wir bekommen das nicht genehmigt“. Auch für den Bäderbetrieb gelte der Grundsatz eisernen Sparens, es dürften nur unabweisbar notwendige Maßnahmen erledigt werden. Investiert werden könne erst dann wieder, wenn sich die Haushaltslage der Stadt grundlegend verbessert habe, erklärte Krischer.

Deshalb bleibt auch beim seit zehn Jahren geschlossenen Linscheidbad alles beim Alten. „Wir gucken da gelegentlich nach dem Rechten“, erklärte Krischer. An einen Rückbau der Technik (Kosten: rund 100 000 Euro) sei erst dann zu denken, wenn es einen Käufer für das Gelände gebe.

Das kann dauern: Sehr zum Leidwesen der Nachbarn ist es dem Bäderbetrieb bisher nicht gelungen, einen Kaufinteressenten zu finden. Das Bad verfällt, das Grundstück verwildert – und zuletzt waren dort offensichtlich auch noch Metalldiebe am Werk. Seitdem fehlen Teile der Zaunanlage und das Edelstahlgeländer des Sprungturms.

Die hohen Ausgaben für den Bäderbetrieb deckt die Stadt seit Jahren dadurch, dass der Gewinn der Stadtwerke und die Erlöse anderer Beteiligungen in diesen Bereich fließen. Krischer hofft für das Jahr 2012 auf Einnahmen in Höhe von rund 675 000 Euro. Geht diese Rechnung auf, macht der Eigenbetrieb unterm Strich trotzdem noch einen Verlust von 70 000 Euro. ▪ Von Thomas Bender

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