Ausstellung: Feldpostbriefe aus dem 1. Weltkrieg

Dahler Soldaten schauten in die Kriegshölle

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Wilfried Bracht (r.) mit Gerlinde und Fritz Grefe. Aus der Familie von Gerlinde Grefe stammt eine Vielzahl der Dokumente, die in das Buchprojekt des ehemaligen Schulleiters eingeflossen sein.

Altena - Mehr als dreieinhalb Jahre ist Wilfried Bracht (74) auf Spurensuche gegangen. Der ehemalige Grundschulrektor aus Dahle hat sich intensiv mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Auswirkungen auf das Dorf befasst.

Vom Ergebnis der aufwändigen Arbeiten konnten sich die Dahler und andere Gäste am Freitag und Samstag im ehemaligen Schlecker-Markt überzeugen. Nicht weniger als 400 Feldpostbriefe hat Bracht ausgewertet. 180 Männer aus dem Dorf standen in den Jahren zwischen 1914 und 1918 „im Feld“. 100 von ihnen hat Winfried Bracht durch das Aufarbeiten von Fotos jetzt ein Gesicht gegeben. Mit hohem Aufwand hat er viele Lebenswege von Dahler Soldaten nachgezeichnet.

Das Interesse an der jüngsten Ausstellung war groß. Wann das Buchprojekt auf den Markt kommt, lässt sich gleichwohl noch nicht sagen.

Die Recherechen mündeten in ein Buchprojekt, das auf stolze 520 Seiten angewachsen ist und „Feldpost aus der Hölle“ heißen soll. Wer in die Geschichte eintauche, erfahre , dass man auch persönlich betroffen werde. Neben den Fotos waren zahlreiche weitere Abbildungen und Leseproben aus dem Buch zu sehen. „Nehmen sie sich die Zeit zum Lesen“, appellierte Bracht.

Zeit nehmen, einzutauchen

Wann das Buch erhältlich sein wird, steht aber noch in den Sternen. Hilfestellung boten ihm dabei eben die erhalten gebliebene Feldpostbriefe. Die spiegelten ihm die „furchtbaren Erlebnisse der Soldaten an der Front wieder.“ Bracht ermittelte ihre Einheiten, ihre Einsatzgebiete und erforschte das Kampfgeschehen. So entstanden auf mehr als 500 Seiten für den Leser „persönliche Erlebnisse“, die er in die Chronologie der damaligen Großereignisse einordnete und in Zusammenhang mit den Einzelschicksalen stellte.

Einzelschicksale

Bracht ist wichtig: „Mein Buch“, hatte Wilfried Bracht schon im Vorfeld gesagt, „ist kein Werk der Verherrlichung von sogenanntem Heldentum. Es ist Mahnung, dass der Erhalt des Friedens eine ständige Aufgabe ist.“ Viel Lob für die Bracht’sche Arbeit gab es vom Ortsvorsteher Helmar Roder. Pastor Uwe Krause setzte sich mit Fragen um Krieg und Glauben auseinander. In einzelnen Dokumenten begegne man zweifellos einem falschen Gottesbild.

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