Genossenschaft schreibt schwarze Zahlen

Dahler Dorfmarkt auf gutem Kurs

Joachim Schaumann, Willi Beckmerhagen und Manuel Bussmann blicken für den Markt nach vorn. Foto: Hornemann

Altena -   In „ruhigeres Fahrwasser” ist der Dahler Dorfmarkt nach dem Krisenaufruf vor einem Jahr geraten: Neue Anteilszeichner in der Genossenschaft und mehr Kunden haben das Projekt vor einer finanziellen Katastrophe bewahrt. Allein im Zeitraum Januar bis Mai 2014 konnte ein Plus von 4 000 Euro erwirtschaftet werden, teilte Willi Beckmerhagen mit.

Jetzt erhoffen sich Aufsichtsrat, Vorstand und Genossen weitere Kaufkraft durch die verkehrsbedingt fehlende Anbindung nach Neuenrade.

Weil die Vollsperrung im Bereich Kohlberg verhindert, dass Bürger mal eben über den Berg in Richtung Kaufpark strömen können, nimmt die Trägergemeinschaft durchaus an, dass während der Straßensanierung der ein oder andere Kunde mehr im Dorfladen vorbeischaut. Aus diesem Grund liegen nun Listen aus, in denen die Kundschaft Wünsche fürs Dorfladen-Sortiment eintragen kann. Ziel ist nach wie vor, den Individual-Bedarf der Bürger als Nahversorger abzudecken und den qualitätsbewussten Konsumenten anzusprechen.

Punkten kann der Laden im Bereich Frischprodukte: „Was nicht vorrätig ist, kann innerhalb kürzester Zeit geliefert werden. Das gilt auch für Fisch, für den wir zwar keine eigene Theke haben, aber gute Lieferanten”, erläuterte Willi Beckmerhagen in der dritten regulären Versammlung für die Anteilseigner. Um die Vorzüge in einem breiteren Umfeld publik zu machen, gibt’s neben Geschenkgutscheinen nun auch Präsentkörbe im Laden zu kaufen. Mund-zu-Mund-Reklame war bislang größtes Zugpferd für den Dorfmarkt - für teure Werbekampagnen ist wenig Geld da.

Auf Angebotsflyer an markanten Punkten im Stadtgebiet will die Initiative aber wieder setzen. Zudem wird jemand gesucht, der den E-Mail-Verteiler mit Wochenangeboten wieder pflegt. Der liegt zurzeit brach. Ehrenamtliche Unterstützung kann das Team auch freitags beim Auspacken von Waren gebrauchen: Wer zwei bis drei Stunden zum Öffnen von Kartons übrig hat, kann sich im Markt bei Sandra Rohe melden. Sie berichtete, dass der Donnerstag weiterhin markantester Einkaufstermin sei - trotz Aufgabe des Dahler Wochenmarkts. „Das Dorfcafé zieht. Wenn um 16 Uhr alles besprochen und die letzte Tasse Kaffee ausgetrunken wurde, ist es voll im Laden.”

Willi Beckmerhagen ist zuversichtlich, dass der bilanzielle Verlust, der aus dem Jahr 2013 noch auf dem Papier steht, wieder ausgeglichen werden kann. Durch Einsparungen konnte bereits im vergangenen Jahr eine Summe von 10 000 Euro wieder gut gemacht werden. „Mehr Möglichkeiten zur Kostenreduktion haben wir aber nicht”, bestätigte auch Hans Möhling, stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender. Joachim Schaumann, der diesem Gremium vorsteht, wurde wie Willi Beckmerhagen entlastet und von den stimmberechtigten Teilnehmern der Versammlung in der Gaststätte „Alte Linden” wiedergewählt.

Unter dem Punkt Verschiedenes, der Raum für Lob und Kritik bot, gab es nichts zu beanstanden. Gelobt wird vor allem die Atmosphäre im Geschäft: Die Kunden mögen es, bereits beim Eintreffen mit Namen angesprochen zu werden – und dass man im Laden weiß, was der Konsument gern mag. - von Ina Hornemann

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