Die Dahler machen ernst

ALTENA ▪ Zum zweiten Mal haben sich am Dienstagabend engagierte Dahler Bürger getroffen, diesmal in der Gaststätte Droste, um über die Realisierung des so genannten Dorv-Projektes (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung) zu beraten. Im Mittelpunkt soll dabei die Einrichtung eines Ladens für frische Lebensmittel stehen.

Dabei sollen aber auch Handwerker, Behörden und ehrenamtliches Engagement eventuell in Form einer Tauschbörse in das Ladenkonzept integriert werden.

35 Bewohner des Altenaer Ortsteils nutzten die Möglichkeit bei der Planung dieses Projektes mitzuwirken. In kleinen Arbeitsgruppen wurden die einzelnen Bausteine Frischeladen, Handwerk und Behörden sowie die Tauschbörse auf ihre Machbarkeit hin untersucht. Die Moderatorin des Abends, Stefanie Hensel vom Altenaer Stellwerk, hatte dafür drei klare Anforderungen aufgestellt. Es sollten die Fragen beantwortet werden: Was, wer und bis wann? Dies gelang allerdings nicht ganz.

Zuvor hatten mit Torsten Wiemken und Paul Bardenheuer zwei Referenten der Innovationsagentur Stadtumbau NRW über ein ähnliches Projekt in Schleswig Holstein berichtet. Dort tragen mittlerweile 25 Dorfläden den Namen „Markttreff“. Auch hier werden Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistung und ehrenamtliches Engagement je nach Möglichkeit in die Geschäfte integriert. Nach diesem Vortrag kamen allerdings auch kritische Stimmen aus der Versammlung. So wurde die Frage in den Raum geworfen, ob sich die Dahler eventuell auf Gebiete begeben die vielleicht gar nicht nötig sind? „Wir brauchen einen Frischemarkt, doch alle anderen Dienstleistungen wie Post oder Banken sind doch da“, meinte ein Dahler Bürger. Ortsvorsteher Helmar Roder hielt dagegen, dass ein Lebensmittelgeschäft allein wahrscheinlich gar nicht lebensfähig ist. „Die Einbindung verschiedener Dienstleistungen erhöht ja eventuell die Kundenfrequenz“, so Roder. Diese Meinung teilte die Mehrheit der Versammlung. „Wir müssen etwas schaffen, womit wir Leute in Bewegung setzen“, lautete eine Meinung. Die Evangelisch- Freikirchliche Gemeinde war dazu in ihrem Mitarbeiterkreis im Vorfeld schon weiter gegangen. Unter dem Motto „Eine Stunde für dein Dorf“ hatten die Mitarbeiter schnell 40 Wochenstunden zusammen. Hier stand allerdings das Thema ehrenamtliches Engagement wie in der Nachbarschaftshilfe im Zentrum.

Vor der anschließenden Arbeit in Kleingruppen forderte Hensel die Teilnehmer auf, die besprochenen Bausteine auch kritisch zu hinterfragen: „Was geht, und was geht nicht? Ziel waren so genannte To-do-Listen, mit denen die nächsten Schritte geplant werden sollten. Nach einer Abfrage der Ergebnisse aus den einzelnen Gruppen am Ende des Abends erklärte sich Torsten Wiemken bereit, die für Dahle notwendige To-do-Liste zu erstellen. Konkret sollen in den nächsten Wochen Bürger angesprochen werden, die zum Beispiel für den Bereich Nachbarschaftshilfe in Frage kommen. Das nächste Treffen findet am 18. Januar 2011 statt. ▪ ds

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