Pastörsche wollte „wat Nigges“

Dahler Frauenhilfe feiert 90. Geburtstag

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Eva Pungel (vorne) und Birgit Pircher leiten die Frauenhilfe Dahle als Vorstandsduo. Sie haben auch die 90-Jahr-Feier am Mittwoch, 11. April, vorbereitet.

Altena - Mittwoch, der 11. April, wird ein großer Tag für die Frauenhilfe Dahle. Dann feiert die Gemeinschaft im Dorf ihren stattlichen 90. Geburtstag. Nicht still, nicht leise, sondern so, wie sich die Frauen seit Jahrzehnten in der Gemeinde und weit darüber hinaus verhalten: Als Gemeinschaft, „die sich zu Wort meldet, aber auch als Kreis auf den Verlass ist!“ Gefeiert wird ab 15 Uhr im CVJM-Haus zu Dahle. Ehrengast an diesem Tag: Pfarrerin Catharina Bluhm.

Die wird zum Thema „Weibsbilder – Frauen, die uns geprägt haben“, ein Impulsreferat halten. Und dann dürfen sich alle Gäste, und davon erwartet das Führungsteam um Eva Pungel und Birgit Pirscher, eine große Zahl, austauschen, plaudern und gemeinsam Kaffee trinken. Die Pastörsche, gemeint ist Luise Irle, die Frau des damaligen Pfarrers Friedrich Irle aus Dahle, gründete vor 90 Jahren die Frauenhilfe vor Ort. Sie wollte damals im Dorf „wat Nigges“ anfangen, die Menschen in den Blick nehmen, „denen man im Dorpe helpen kann.“ Wer einen Blick in die Chronik wirft, liest von Henken aus’m Bleikamp, Johanna vom Silbernen Eck, Irene Jansen und Minchen Listeringhaus. Sie waren es, die abwechselnd in den ersten Jahren für die gebrechlichen Senioren im Dorf kochten. Doch ein reines Versorgen war nicht im Sinne der Pastörschen.

Ausgesprochen gut besucht war die letzte Versammlung vor dem runden Geburtstag. Auf den Tischen standen selbst gebackene Osterlämmer.

Sie wollte die Menschen, ganz besonders die Frauen im Dorf, „mitnehmen in einer aktiven Beteiligung am Gemeindeleben.“ Unter der Überschrift „Es gibt sie immer noch!“, hat dazu Eva Pungel einen Rück- und Ausblick im aktuellen Gemeindebrief geschrieben. „Ausgegraben“ hat sie dabei unter anderem den Satz aus der Satzung vom 30. Oktober 1928: „Die Frauenhilfe hat den Zweck, alle Frauen der Evangelischen Kirchengemeinde planmäßig zusammenzufassen, ihren Glauben zu stärken und zu vertiefen und auf dem Boden des Evangeliums zu ertüchtigen zu persönlicher Liebesarbeit und zur Mitarbeit an der Kirchengemeinde, wie an der Gesamtkirche.“ Pungel konstatiert zwar, dass sich die Themen und Anlässe, die heute die Frauen zu ihren Treffen zusammenführt, gewandelt haben.

Luise Irle, die Frau des damaligen Pfarrers Friedrich Irle aus Dahle, gründete die Frauenhilfe vor Ort. Das Foto zeigt sie im Kreise ihrer Familie anno 1928.

 „Geblieben ist aber die Ausrichtung auf das Wort Gottes und den Glauben an seine Kraft, die unser Leben verändert und trägt. Das immer wieder neu zu buchstabieren, dazu dienen unsere Nachmittage.“ Die Frauenhilfe kommt heute alle 14 Tage mittwochs zusammen. Dann trifft sich die Runde um 15.30 Uhr im Kirchenanbau. Pungel und Pircher: „Wichtig ist, wir sind eine Gemeinschaft, die offen für alle Frauen ist.“ Zum Jahresprogramm gehören heute eine Trauerbegleitung ebenso wie Referate, Ausflugsfahrten und ein aktives Einbringen in die Gemeindearbeit, wo es notwendig ist und scheint.

Stichwort: Frauenhilfe heute

Frauenverband. Bildungsanbieterin. Diakonische Trägerin. Mit diesem „Dreiklang“ beschreibt sich der Dachverband der Frauenhilfe Westfalen, dem auch die Dahler Frauen angehören, selbst. Frauenhilfe, das ist ein Verein in der Evangelischen Kirche von Westfalen, ein Verband, dem aktuell 38 Bezirks- und Stadtverbände angehören, die 1 100 Frauengruppen in fast allen Gemeinden Westfalens repräsentieren.

Dreiklang

„Wir sind ein evangelischer Frauenverband, der Stellung bezieht, Informationen weiterleitet, Hilfestellungen leistet und Bildungsangebote für Frauen gestaltet“, heißt es auf der Homepage. Alle Frauenhilfen sind eingebunden in den Verband Evangelische Frauen in Deutschland e.V. und verfügen damit über bundesweite Wirkung und Ausstrahlung. Bundesweit gehören dem Verband heute mehr als 45 000 Frauen an.

Wir sind aktiv

Auch in Dahle engagieren und orientieren sich die Mitglieder in vielschichtigen Lebenssituationen. Eva Pungel erinnert an „Impulse in Richtung Spiritualität, Gemeinschaft, soziales Engagement, Meinungsaustausch und Information.“ www.frauenhilfe-westfalen.de

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