Lernprozess im Dahler Dorfmarkt

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Mindestens 150 Kunden pro Tag wünschen sich die Initiatoren des Dahler Dorfmarktes. ▪

ALTENA ▪ Die Euphorie mit der Gründung der Genossenschaft und der Eröffnung des Dorfladens war in Dahle im vergangenen Jahr riesig. Nach Monaten harter Arbeit, vieler Schwierigkeiten und einigen Lernprozessen ist der Jubel zum Start des Projektes etwas verflogen.

Umsatzschwache Monate am Anfang des Jahres dämpften die Erwartungen, doch ein Wechsel in der Geschäftsführung weckt wieder die Hoffnung, dass das Geschäft eine Zukunft hat.

Anfang Juni übernahm Horst Höfer als Geschäftsführer den Dorfmarkt. Sein Vorgänger war, so umschreibt es Ortsvorsteher Helmar Roder, „mit den Einheimischen nicht warm geworden“. Da hätte das Konzept Anfang 2012 auf der Kippe gestanden, betont auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Rechtsanwalt Joachim Schaumann. „Wir hatten zu wenige Käufer und der ehemalige Geschäftsführer hatte einfach keinen Kontakt zur Bevölkerung“, beschreibt er die Schwierigkeiten, nach einem eigentlich guten Start des Ladens im Herbst 2011.

„Im Juni haben wir unseren Umsatz jetzt aber verdoppelt“, freut sich Schaumann, dass das neue Konzept mit einem Dahler an vorderster Front aufzugehen scheint. Natürlich müssten jetzt die eher schwächeren Sommermonate abgewartet und auf ein gutes Geschäft im Herbst gehofft werden.

Vor allem der Lernprozess aller Beteiligten, ob bei Mitarbeitern oder dem Vorstand der Genossenschaft, habe lange gedauert, bestätigen Ortsvorsteher Roder und Joachim Schaumann. „Das haben wir so nicht erwartet“, gibt der Aufsichtsratsvorsitzende unumwunden zu.

Die Suche nach Zulieferern, die Frischhaltung der Waren in speziellen Kühlschränken oder viele Büroarbeiten – hier mussten die Dahler Beteiligten viel dazu lernen. „Da fehlte uns auch ein wenig die Erfahrung“, erklärt der Rechtsanwalt.

Auch aus der Genossenschaft und der Bevölkerung hatten sich die Initiatoren mehr Engagement erhofft. Ehrenamtliche sollten eigentlich die eine oder andere Stunde Arbeit im Laden übernehmen, doch sie blieben aus. „Da haben wir uns in der Mentalität der Leute getäuscht“, sagt Schaumann.

Die Entwicklung der letzten Monate stimmt Roder und Schaumann aber sehr positiv. Durch die Familie Höfer sei die Akzeptanz des Ladens wieder gewachsen. Auch das Personal soll ab Oktober noch einmal verstärkt werden. Eine ehemalige Filialleiterin einer Hagener Fleischerei soll das Team im Laden verstärken. „Da fehlt uns nur noch ihre Unterschrift“, betont der Anwalt.

Wichtigstes Kriterium für die Fortführung des Ladens seien eine vernünftige Kostenstruktur und eine bestimmte Kundenzahl. Bis zu 150 Kunden kauften pro Tag im Juni im Laden ein. „Erreichen wir diese Zahl konstant, dann haben wir es geschafft“, ist sich Schaumann sicher. ▪ David Schröder

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