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Wie es weitergeht ist völlig offen

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Von: Thomas Bender

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Fast hat es den Anschein, als falle das Dahler Bad in einen Dornröschenschlaf. © von der Beck, Peter

Viele Straßenschäden sind repariert und die meisten von der Flut beschädigten Häuser wieder bewohnbar. Nur am Dahler Bad hat sich hat sich außer den ersten Aufräumarbeiten nach der Jahrhundertflut so gut wie gar nichts getan. Und dabei bleibt es auch zunächst einmal, sagt Noch-Bäderchef Hendrik Voß.

Altena – Dass es nicht vorangeht, liegt aber nicht daran, dass er bald den Arbeitgeber wechselt und seine Aufgaben in Altena an Katrin Brenner übergeben wird. Es sei einfach noch nicht entschieden, wohin die Reise in Sachen Schwimmbad gehen wird. „Ich verstehe, dass das für alle Beteiligen ein unbefriedigender Prozess ist“, räumt der Bäderchef ein.

Technik weitestgehend zerstört

Am 15. Juli geriet der kleine Bach, der im Normalfall durch ein Rohr unter der Liegewiese des Freibades fließt, wie so viele andere auch völlig außer Kontrolle. Er flutete zunächst das Freibad und drang dann ins Hallenbad ein.

Dass sich das saubere Wasser in den Becken mit seiner Dreckbrühe vermischte, war nicht das Hauptproblem: Wasser, Geröll und Schlamm drangen auch in den Hallenbadkeller ein – und dort befindet sich ein Großteil derTechnik für das Frei- und Hallenbad. Sie wurde weitestgehend zerstört.

Schadenshöhe übersteigt den Zeitwert

Der Schaden sei höher als der Zeitwert des Bades, schrieb die Consulting-Firma C & E in den Wiederaufbauplan. Deshalb handele es sich um einen Totalschaden. Darum stehen im Wiederaufbauplan fünf Millionen Euro für den Neubau des Bades.

„Wir müssen jetzt entscheiden, wohin die Reise gehen soll“, sagt Voß und will nicht nur den Bäderbetrieb und die Kommunalpolitik, sondern auch die Bürger und die Vereine, die das Bad nutzen, in den Entscheidungsprozess einbeziehen.

Drei Szenarien sind denkbar

Voss lässt erkennen, dass es drei denkbare Szenarien gebe. Das erste: Abbruch des Bades und der Bau einer neuen, ähnlich strukturierten Anlage. Die Kosten dafür könnten komplett aus dem Wiederaufbaufonds beglichen werden.

Szenario Nummer zwei: Auch ein Neubau, aber ein etwas attraktiverer. Man könnte zum Beispiel an einen Sprungturm denken, den das bisherige Bad nicht hat, weil es dafür nicht tief genug ist. Die Mehrkosten für derlei „Luxus“ hätten aber die Stadt beziehungsweise der Bäderbetrieb zu tragen. Ob der das kann, hängt auch von der wirtschaftlichen Lage der Stadtwerke ab, die wegen des Kriegs in der Ukraine kaum vorherzusagen ist.

Möglichkeit Nummer drei: Verzicht auf den Neubau bei Erneuerung der zerstörten Technik – wahrscheinlich die preiswerteste Lösung und die, die sich am schnellsten umsetzen lässt. Vor allem für die Vereine könnte das ein guter Grund sein, sich für diese Variante auszusprechen.

Es ist noch alles in der Schwebe.

Hendrik Voß

Apropos Zeit: Schnell gehe es wohl auf keinen Fall, lässt Voß durchblicken. Aus Gesprächen mit anderen Chefs von Bäderbetieben wie Frank Schlutow aus Werdohl und Dr. Uwe Allmann (Plettenberg) wisse er, das zurzeit sowohl Handwerker als auch Materialien nur schwer zu bekommen seien. Fazit: „Es ist noch alles in der Schwebe“.

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