Altenpflege stark gefordert

Das Ellen-Scheuner-Haus in Altena 

Altena/Nachrodt  – Lieber gemeinsam im Heim als zuhause allein: Gerade jetzt, wo gerade ältere Menschen angehalten sind soziale Kontakte weitestgehend zu vermeiden, gewinnt dieser Spruch an Bedeutung. Das meint jedenfalls Petra Winkler, die neue Leiterin des Ellen-Scheuner-Hauses in Altena und des Nachrodter Perthesheimes.

Wie alle Einrichtungen dieser Art sind auch diese beiden Pflegeheime derzeit hermetisch abgeriegelt: Außer dem Personal kommt keiner rein, raus darf man auch nicht. Der kleine Verdauungsspaziergang außer Haus, zu dem einige Bewohner noch in der Lage sind, fällt damit aus.

 Durch die Corona-Schutzmaßnahmen entstehe eine veränderte Situation, auf die jetzt die in den Einrichtungen etablierten sozialen Dienste reagieren würden, schildert Winkler: „Unser Anliegen ist es jetzt, durch ein gutes Tagesangebot das Miteinander in den Wohnbereichen zu stärken und die Bewohner dadurch in dieser schwierigen Zeit gut aufzufangen.“

 Nicht alle der knapp 150 Männer und Frauen, um die sich Petra Winkler und ihre Teams in Altena und Nachrodt kümmern, bekommen mit, was sich draußen zur Zeit abspielt. Aber auch demente oder sonstwie kognitiv beeinträchtigte Menschen spürten natürlich die Veränderungen, die auch für die Betreuer sehr plötzlich gekommen seien.

 Längst sei noch nicht für jedes damit verbundene Problem eine Lösung gefunden. „Wir werden zum Beispiel darüber nachdenken müssen, wie wir es unseren Bewohnern ermöglichen, Kontakte zu ihren Angehörigen zu halten.“ Per Telefon gehe das natürlich schon jetzt, man müsse aber auch den Einsatz modernerer Methoden wie zum Beispiel Videokonferenzen prüfen, wenn die Isolation noch länger dauere.

 „Es sind wohl alle Menschen erschrocken und erschüttert über das, was da passiert. Wir in der Pflege natürlich auch“, sagt Petra Winkler, die erst seit Mitte Februar offiziell im Amt ist und die sich den Start als Heimleiterin ganz sicher anders vorgestellt hat. Im Moment eilt sie von Konferenz zu Konferenz, muss immer wieder neue Richtlinien und Empfehlungen der Heimaufsicht und des Pertheswerkes studieren und gemeinsam mit den Kollegen umsetzen. Über allem steht in diesen Tagen eins: „Wir müssen alles dafür tun, unsere Bewohner so gut wie möglich zu schützen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare