Coronavirus: Retter arbeiten ganz anders als sonst

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Die Polizeiwache in Altena darf nur im Ausnahmefall betreten werden.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Drastisch sind die Maßnahmen, die die Polizei ergriffen hat, um in der Corona-Krise handlungsfähig zu bleiben. Auch die Feuerwehr hat sich umgestellt.

Eine Schicht dauert für die Polizisten jetzt nicht mehr acht, sondern zwölf Stunden. Das hat zur Folge, dass mit den vorhandenen Beamten mehr Schichten gebildet werden können. 

Fällt eine Dienstgruppe aus, weil ein Kollege an Covid-19 erkrankt ist und der Rest der Beamten als Kontaktpersonen ebenfalls in Quarantäne muss, so kann das auf diese Weise besser aufgefangen werden. 

Nur bis in Vorraum der Wache

Das ist aber nicht alles, was sich für die Polizisten in Altena geändert hat. Beispiel Wache: Dort kommen Bürger nur noch dann rein, wenn es gar nicht anders geht – im Normalfall müssen sie im Vorraum bleiben und ihr Ansinnen durch ein kleines Fenster mitteilen. 

Abstand halten, das gelte natürlich grundsätzlich auch für Polizisten auf Streife, sagt Markus Nowak, der Leiter der Polizeiwache Altena. 

„Aber natürlich gibt es Einsätze, bei denen die Kollegen keine zwei Meter Abstand halten können.“ Materialen für den Eigenschutz stünden deshalb auf allen Fahrzeugen zur Verfügung. 

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Coronavirus: Kontakt nur mit Schutzmaske

Das gilt auch für den Rettungsdienst: Ohne Schutzmaske nähere sich kein Rettungssanitäter mehr einem Patienten, erklärt Uwe Krischer, der beim Märkischen Kreis für den Rettungsdienst in den kleineren Kommunen zuständig ist und der schon die ersten Ausfälle zu beklagen hat, weil Mitarbeiter nach Kontakten zu Corona-Patienten unter Quarantäne gestellt wurden. 

Bei allen Einsätzen gelte die Maxime, dass das Risiko so gering wie möglich gehalten werden müsse, erläutert Krischer. Deshalb werde bei jedem Anruf, der die Leitstelle erreicht, gezielt nach Corona-Symptomen gefragt. 

Trotzdem bleibe ein Risiko: „Im Rettungswagen ist man ganz nah dran an Kollegen und Patienten.“ Insgesamt habe sich die Arbeit sehr verändert. 

Externe auf Wachen tabu

Externe dürften die Rettungswachen nicht mehr betreten, selbst Mitarbeiter der Verwaltung nicht. Bei den Schichtwechseln würde viel Abstand gehalten. Übergabegespräche, an denen sonst oft beide Schichten komplett teilnahmen, würden jetzt nur noch von zwei, drei Leuten geführt. 

Alexander Grass, der ehrenamtliche Leiter der Altenaer Feuerwehr, musste gestern „wegen Corona“ ins Rathaus. Er nahm dort an der Sitzung des kommunalen Krisenstabs teil und informierte dort über Maßnahmen, die die Feuerwehren auf Kreisebene vorbereiten. 

Feuerwehr  trifft sich nur für Einsätze

Unter der Regie von Kreisbrandmeister Michael Kling wird unter anderem die Frage geprüft, wo Kranke in dem Fall untergebracht werden, dass wirklich alle Krankenhausbetten belegt sind. 

Ansonsten ist es bei der Freiwilligen Feuerwehr im Moment eher ruhig: Alle Ausbildungen wurden ausgesetzt, Wache und Gerätehäuser sollen nur noch im Einsatzfall betreten werden, um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten.

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