Kontaktverbot: "Leute werden unvernünftiger" - Gruppe mit mehr als 10 Personen erwischt

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Das Ordnungsamt beim Kontrollgang durch die Stadt.

Seit den Lockerungen nehmen es nicht viele nicht mehr so genau mit dem Abstand. Das zeigt ein Vorfall in Nachrodt.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – „Die Menschen werden unverantwortlicher“, sagt Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU). Im Vergleich zu den letzten Wochen treffe das Ordnungsamt bei den Kontrollen zur Einhaltung des Kontaktverbotes nun häufiger Gruppen von drei, vier und mehr Personen an. „Das geht die ganze letzte Woche schon so“, berichtet er. 

Ob Fußgänger in der Innenstadt, Spaziergänger oder Fahrradfahrer, die zu mehreren durch den Wald oder entlang der B236 fahren: Die Verstöße häufen sich. 

Viele Wochenendausflügler aus den Ballungsgebieten kämen zudem nach Altena. „Wenn man auf den Burgberg guckt, sieht man, wie viele Menschen dort hochpilgern. Und die Dahler klagen über überhöhtes Aufkommen am Kohlberg“, erzählt Hollstein. 

Coronavirus in Altena: Nicht alle hören auf Ordnungshüter

„Das werden wir nicht ändern, aber wir werden, wo es nicht anders geht, Bußgeldbescheide verteilen.“ Denn auch das Verständnis der Menschen sei geringer geworden. Nicht alle wollen auf das Ordnungsamt hören. 

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Vor rund drei Wochen rastete eine 16-jährige Iserlohnerin bei einer Kontrolle des Ordnungsamtes am Markaner aus. Es gebe weitere Beispiele dieser Art und die Zahl nehme zu. „Ein großer Teil der Menschen zeigt sich aber doch verständnisvoll“, sagt Hollstein. 

Coronavirus in Altena: Gerüchte in sozialen Medien

Überhaupt nicht verstehen kann er Behauptungen in sozialen Netzwerken, dass ein Spielplatz wieder geöffnet sei. Dem ist nicht so. Solch eine Behauptung sei auch im Hinblick auf die Eindämmung des Coronavirus’ kontraproduktiv. 

Etwas anders ist die Lage in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. „Mit Aggressivität hatten wir noch keine Probleme. Wir haben eher die Erfahrung gemacht, dass die Verstöße abnehmen – und wir kontrollieren noch genauso wie zu Anfang“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. 

Drei Verstöße stellte die Behörde am Wochenende fest. Dabei sei viel los gewesen, vor allem viele Spaziergänger waren bei dem guten Wetter unterwegs. 

Coronavirus in Nachrodt: Mehr als zehn Leute an der Rastatt

An einem Hotspot, nämlich auf dem Rastatt-Gelände, hätten Mitarbeiter die Täter jedoch nicht erwischt. Eine Gruppe von mehr als zehn Personen sei schnell in Fahrzeuge gestiegen und geflüchtet, als sie die Ordnungshüter erblickten. 

Was die Maskenpflicht angeht, sehen die Ordnungsämter beider Kommunen die Betreiber der Läden in der Pflicht. Masken zu tragen, sei letzte Woche auch schon angeraten gewesen. „Es haben nur wenige umgesetzt. Jetzt ist es verpflichtend“, sagt Dr. Andreas Hollstein. Und die Einhaltung wird kontrolliert. 

Die Einzelhändler seien auf jeden Fall in der Pflicht, von ihren Kunden zu fordern, eine Maske zu tragen. Und nicht nur dort ist die Maske Pflicht, sondern auch beim Einkauf auf dem Wochenmarkt am Donnerstag. Er hat für viele eine besondere Qualität des Miteinanders. 

Coronavirus im MK: Zwei Regeln immer beachten

Ob Kunden oder Händler: Alle müssen auch dort einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Es ist die Premiere in Altena für den Einkauf mit Stoffmasken-Pflicht auf dem Markt. „Vielleicht ist das vielen Menschen noch nicht ganz so bewusst“, so Andreas Hollstein. Mund-Nasen-Masken tragen und Abstand halten: Das sind die zwei Regeln, die immer gelten. „Alle sollten jetzt schauen, ob sie eine Maske haben und wenn nicht, wie sie sich eine besorgen können."

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