Regelunterricht ab Montag: Grundschulen gehen unterschiedliche Wege

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Letzter Tag mit Abstand: Ab Montag werden die Klassen wieder zusammen und ohne Abstand in den Klassenzimmern unterrichtet. Doch es gibt einige Regeln zu beachten.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Ab Montag kehren alle Kinder zurück. Für den Unterricht haben die Grundschulen sehr unterschiedliche Konzepte gefunden.

„Das Ministerium mag ja Freitage.“ Jörg Schlüter, Leiter der Grundschule am Breitenhagen in Altena, hat den Humor nicht verloren. Und so hat es ihn nicht arg verwundert, als NRWs Schulministerin Yvonne Gebauer am 5. Juni – einem Freitag – verkündete, dass alle Grundschüler ab dem kommenden Montag, 15. Juni, wieder im „verantwortungsvollen“ Normalbetrieb unterrichtet werden sollen. 

„Verantwortungsvoll“, betonte sie – und überließ die Definition und Umsetzung eines solchen Unterrichts den Schulen. Das bedeutete für die Grundschulen viel Arbeit in den vergangenen Tagen. Konzepte mussten über den Haufen geworfen und neue Pläne erstellt werden. 

Breitenhagen: Zwei feste Lehrer pro Klasse

„Wir sind noch nicht fertig mit den Planungen“, sagte Schlüter vor wenigen Tagen, bevor er zur Videokonferenz mit seinen Lehrern eilte, um weitere Schritte zu besprechen. „Sie dürfen nämlich noch nicht wieder zusammensitzen – im Gegensatz zu den Kindern“, sagte der Schulleiter mit Blick auf den Unterricht ab Montag. 

Und das wird auch so bleiben. Jede Klasse wird nur von ihrem Klassenlehrer plus einer weiteren Lehrkraft unterrichtet. „Wir werden die Lehrer nicht durch verschiedene Klassen schicken, um keine zusätzliche Gefahr zu schaffen“, betont Schlüter. 

Coronavirus in Altena: Nur ein Risikopatient im Kollegium

Zwölf Lehrer gehören zum Team am Breitenhagen und nur eine Kraft zur Corona-Risikogruppe. Ein Personalproblem gibt es daher nicht; alle Lehrer sind im Einsatz. 

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Aber: „Es darf vor den Ferien keiner krank werden“, betont der Schulleiter. „Sonst muss ich eine Klasse abbestellen.“ Religionsunterricht kann wegen der dafür nötigen Mischung von Schülern verschiedener Klassen nicht stattfinden, ebenso wenig ein Förderunterricht in Kleingruppen. 

Baustelle am Breitenhagen: Die Schule wird derzeit für den Offenen Ganztag umgebaut. Das stellt das Team um Schulleiter Jörg Schlüter (rechts) vor Herausforderungen.

Am Breitenhagen werden ab nächster Woche die Erst- und Zweitklässler vier Stunden pro Tag, die Dritt- und Viertklässler fünf Stunden pro Tag unterrichtet. Hinzu kommt die Betreuung über den Unterricht hinaus. „Die Abfrage nach dem Bedarf bei den Familien läuft noch“, sagt Schlüter.

Grundschule Altena: Eltern müssen draußen bleiben

Einen Offenen Ganztag gibt es am Breitenhagen nicht. Noch nicht. Um dafür ab dem kommenden Schuljahr Platz zu schaffen, wird derzeit das alte Lehrschwimmbecken umgebaut.  „Wir drücken die Daumen, dass der Zeitplan eingehalten wird“, sagt er mit Blick auf die extrem kurze Bauzeit. 

Durch die Baustelle fehlen aktuell vier der zwölf Räume im Gebäude für den Unterricht. In diesen sei es schlichtweg zu laut, sagt Schlüter.

Die gleichen Pläne und Unterrichtszeiten wie am Breitenhagen gelten auch für die Grundschule Altena mit den Standorten Mühlendorf und Dahle. 

„Die Kinder erhalten feste Sitzplätze. Alle benötigten Arbeitsmaterialien sind mitzubringen. Eine Materialausleihe bei fehlenden Dingen wird es nicht geben“, betont Rektor Wolfgang Wilbers in einem Brief an die Eltern. Sie dürfen die Schulgebäude und -höfe weiterhin nicht betreten. 

Grundschule Nachrodt: Zeitversetzter Unterricht

Schüler sind verpflichtet, am Unterricht teilzunehmen, sofern sie keine corona-relevante Vorerkrankung haben oder mit einer solchen Person zusammen leben. Wilbers appelliert auch: „Schicken Sie nur gesunde Kinder zur Schule.“ 

Eine andere Lösung hat die Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde gefunden. Dort werden die Jahrgangsstufen an beiden Standorten ab Montag zeitversetzt unterrichtet. 

Coronavirus in Nachrodt: Maskenpflicht auf den Gängen

Die Erstklässler starten um 8 Uhr in Nachrodt und um 7.50 Uhr in Wiblingwerde. Die weiteren Jahrgänge folgen mit jeweils 15 Minuten Verzögerung, „um einen Kontakt zwischen den Lerngruppen zu vermeiden“, teilt die Schule im Elternbrief mit. 

Alle Kinder werden im Klassenverband ohne Abstandsregelungen unterrichtet. Auf den Fluren gilt die Maskenpflicht. „Wir bemühen uns, gemäß den Vorgaben eine durchgehende Klassenbetreuung bei einer, maximal zwei Lehrkräften zu gewährleisten, um den Kindern feste Bezugspersonen und Rahmenbedingungen für diese Zeit zu ermöglichen“, betont das Team der Grundschule.

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