Erlass zum Coronavirus

Auf Kontrollgang mit dem Ordnungsamt: So reagieren Gastronomen auf die Regeln

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Die Theke bleibt leer: Das erläutert Michael Sonntag vom Ordnungsamt den Gastronomen.

Altena – Tische  messen - und im Notfall rücken: Das Ordnungsamt kontrolliert in Altena die Einhaltung der Regeln in den Gastronomiebetrieben. Die Betreiber sind verunsichert.

Dass sie Tische und Stühle rücken, das gehört nicht zum Arbeitsalltag von Michael und Kerstin Sonntag. Nun ist das anders. Bei einem Rundgang durch die Stadt sorgten die beiden Mitarbeiter des Ordnungsamtes dafür, dass die Wirte und Gastrobetriebe aus der Burgstadt die Maßnahmen zum ministeriellen Erlass zum Schutz vor dem Coronavirus umsetzten. 

Viele Fragen der Wirte

Sie taten das mit Verständnis und einem sehr freundschaftlichen Ton – und dem Maß an Kompromissbereitschaft, das möglich ist. An den meisten Vorgaben führt allerdings kein Weg vorbei: Zwei Meter Abstand zum nächsten Gast zum Beispiel, Einstellung des Thekenbetriebs oder das Anfertigen einer Gästeliste. 

„Es gibt viele Fragen“, sagt Michael Sonntag. Man müsse nun sehen, wie man von der „Papierform“, dem ministeriellen Erlass also, zur Umsetzung in der Praxis gelangt. „Seit Montag sind wir in dieser Sache unterwegs.“ 

Zu den Fragen kommen auch besorgte Blicke: „Ich habe schon ein bisschen Angst“, sagt eine Betreiberin offen. „Die zwei Meter, das ist dein Sicherheitsbereich“, sagt Michael Sonntag. „Wenn jemand direkt an der Theke sitzt, ist der Abstand zu gering.“ 

Erhebliche Folgen

Für den Betrieb hat das natürlich erhebliche Folgen. Die Zahl der möglichen Besucher wird drastisch zurückgesetzt. Auch auf den Außenbereich wird geschaut. Tische werden auseinandergestellt, wo es möglich ist, auch zur anderen Straßenseite gebracht.

Stühle rücken heißt es für die Gastronomen. Das Ordnungsamt kontrolliert die Abstände.

 „Das gilt dann nicht als neue Sondernutzung“, beruhigt der Mann vom Ordnungsamt Gastronomen, die sich vor einer zusätzlichen finanziellen Belastung sorgen. „Teilweise mussten wir eine ganz schöne Schneise schlagen.“ 

Namensliste ungewohnt

Was für viele Gäste sehr ungewohnt ist und für ein seltsames Gefühl sorgt: Die Gastronomen sind jetzt gehalten, Daten zu erfassen: „Eine Gästeliste“ sagt Michael Sonntag. Name und Adresse der Besucher sollen dort festhalten werden, gegebenenfalls auch eine Telefonnummer. 

„Damit es im Falle einer Erkrankung die Möglichkeit gibt, die Kontaktkette zurückzuverfolgen“, erklärt Michael Sonntag. Eine Gastronomin schaut sichtlich erstaunt, meint dann aber: „Gut. Besser so, als zu."

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