Zum Schutz der 70 psychisch kranken Bewohner und Mitarbeiter

Coronavirus: Kohlberghaus hermetisch abgeriegelt

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Im Kohlberghaus leben 70 psychisch kranke Menschen.

Altena - Die Gefahr kommt von außen. Deshalb ist das Kohlberghaus inzwischen mehr oder weniger hermetisch abgeriegelt.

70 psychisch kranke Menschen werden dort betreut. Besuche gibt es nicht mehr, auch gerichtlich bestellte Betreuer dürfen nicht mehr ohne Weiteres ins Haus. 

Der Paketbote und der Auslieferungsfahrer der Wäscherei müssen anrufen und werden dann vor dem Gebäude abgefertigt. 

Bleiben die Mitarbeiter. Diejenigen in der Verwaltung arbeiten seit gestern im Homeoffice, um die Gefahr so weit wie möglich zu reduzieren. Die Pflegekräfte müssen natürlich vor Ort sein. 

Schutzausrüstung fehlt

Schutz für sie und für die Bewohner ist schwierig: „Schutzausrüstung gibt‘s nicht mehr“, berichtet Pflegedienstleister Norman Grünheit. Auch deshalb hat er seine Mitarbeiter gebeten, bei den ersten Anzeichen auf gesundheitliche Probleme zuhause zu bleiben. 

Zugute kommt ihm, dass die Personalsituation im Moment relativ entspannt ist: „Unsere Ausfälle gehen über das übliche Maß nicht hinaus.“ Und dann sind da ja auch noch Bewohner des Hauses: Wie reagieren sie auf die mediale Dauerberieselung mit Corona? „Manche haben nicht das große Interesse an aktuellen Nachrichten“, sagt Grünheit. 

Das sind Menschen, die den Ernst der Lage nicht verstehen können. Andere realisieren durchaus die Gefahr. Erste Befürchtungen, dass diese Gruppe panisch reagieren könnte, hätten sich zum Glück nicht bewahrheitet. 

Bewohner halten sich an Regeln

Hygiene, eingeschränkte Bewegungsfreiheit: Was für alle gilt, gilt auch für die Schützlinge von Grünheit und seinen Kollegen. „Die machen einen richtig guten Job“, lobt Pflegedienstleister seine Crew. 

Den Bewohnern wurde klar gemacht, dass sie das Grundstück nicht verlassen sollen, auch über Hygienevorschriften und sonstige Schutzmaßnahmen wurde immer wieder mit ihnen gesprochen. Ob‘s ankommt, muss bei dem in der Einrichtung lebenden Klientel immer wieder überprüft werden. Grünheit: „Bisher halten sie sich daran.“ 

Natürlich hofft Grünheit wie die Pflege- und Heimleitungen aller anderen Einrichtungen auch, dass ihm und seinen Bewohnern ein Desaster wie das in Würzburg erspart bleibt. 

Dort warenneun Bewohner an einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Dem Kohlberghaus komme wahrscheinlich zugute, dass die meisten Bewohner noch jünger und damit gesundheitlich stabiler seien als die Bewohner klassischer Pflegeheime, meint Grünheit. Außerdem sei die abgeschiedene Lage der Einrichtung jetzt sicherlich von Vorteil.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem Ticker.

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