Zwei Drittel der hauptamtlichen Kräfte fallen aus

Vier Retter mit Corona infiziert: Feuerwehr im Notbetrieb

In der Feuerwache in Altena herrscht Notbetrieb. Vier Retter sind mit dem Coronavirus infiziert, etliche fallen aus.
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In der Feuerwache in Altena herrscht Notbetrieb. Vier Retter sind mit dem Coronavirus infiziert, etliche fallen aus.

Jetzt hat es die Feuer- und Rettungswache in Altena erwischt: Vier hauptamtliche Kräfte sind mit Corona infiziert, zwei von drei Wachabteilungen fallen aus. Nun müssen Ehrenamtliche einspringen.

Altena – Vier der hauptamtlichen Mitarbeiter sind an Covid-19 erkrankt, etliche weitere befinden sich als Kontaktpersonen in Quarantäne. Zwei der drei Wachabteilungen fallen damit komplett aus: Von rund 40 Feuerwehrbeamten und Rettungsassistenten sind noch etwa 15 im Dienst. Aufgefangen wird diese ernste Situation durch den Einsatz ehrenamtlicher Kräfte.

Höchste Priorität habe in dieser Situation der Rettungsdienst, erklärt Wehrführer Alexander Grass. Alle Hauptamtlichen der Wehr sind ausgebildete Rettungsassistenten und können Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug besetzen. Genau das ist jetzt die Aufgabe der 15 noch vorhandenen Mitarbeiter, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden und wie bei der Wehr üblich in 24-Stunden-Schichten arbeiten.

Löschgruppen stellen Drehleiter-Experten

Den Brandschutz sichern im Moment ausschließlich ehrenamtliche Kräfte. Seit Freitag stellen die Löschgruppen Mühlendorf und Freiheit abwechselnd zwei ausgebildete Drehleitermaschinisten für 24-Stunden-Schichten ab. Ihre Aufgabe ist es, bei Bränden die Drehleiter zur Einsatzstelle zu fahren und dort zu bedienen. Da dieses Einsatzmittel von Nachrodt-Wiblingwerde mitfinanziert wird, sind auch Einsätze in der Doppelgemeinde möglich.

Außerdem wird in den nächsten Tagen bei allen Feuerwehreinsätzen grundsätzlich die Schnelle Einsatzgruppe alarmiert. Sie rückt dann nicht mehr mit ihrem Mannschaftstransporter aus, sondern (je nach Einsatz) mit einem auf der Wache stationierten Löschfahrzeug oder Rüstwagen. Außerdem wird auch bei kleinen Einsätzen die Löschgruppe alarmiert, in deren Einzugsbereich die Einsatzstelle liegt.

Reihentest bringt zwei weitere Corona-Fälle

Ihren Anfang nahm die Misere vor gut einer Woche, als sich zunächst bei einer Feuerwehrbeamtin und dann bei einem weiteren Mitarbeiter Symptome bemerkbar machten. Nachdem sie positiv getestet wurden, ordnete das Gesundheitsamt Reihentestungen an, bei der dann zwei weitere Infizierte entdeckt wurden. „Daraufhin hatte ich am Freitag schon um 7.30 Uhr das Gesundheitsamt hier sitzen, mit dem dann die jetzt ergriffenen Maßnahmen abgesprochen wurden“, berichtet Bürgermeister Uwe Kober (CDU).

Formal sind Brandschutz und Rettungsdienst zwei paar Schuhe. Natürlich habe man darauf geachtet, Mitarbeiter der beiden Bereiche möglichst voneinander zu trennen und ihnen auch separate Aufenthaltsbereiche zugewiesen, erklärt Grass und schränkt ein: „Eine Vermischung zwischen Brandschutz und Rettungsdienst lässt sich auf so einer kleinen Wache nicht völlig verhindern.“ Das liege auch daran, dass es gemeinsame Einsätze gebe.

Ehrenamtliche außerhalb der Wache untergebracht

Jetzt wird noch mehr auf Trennung geachtet: Die Ehrenamtlichen, die die Drehleiter bedienen, sind im Haus der Löschgruppen Mühlendorf und Freiheit – und damit außerhalb der Wache untergebracht. Dafür mussten Betten aufgestellt und Kochmöglichkeiten geschaffen werden. Die unter Quarantäne stehenden Retter stehen frühestens am Freitag (11. Dezember) wieder zur Verfügung. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

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