Ellen-Scheuner-Haus

Corona breitet sich im Altenheim aus - mit drastischen Folgen

 Im Ellen-Scheuner-Haus in Altena gibt es weitere Corona-Fälle.
+
Im Ellen-Scheuner-Haus in Altena gibt es weitere Corona-Fälle.

Das Coronavirus breitet sich weiter im Ellen-Scheuner-Haus in Altena aus. Es gibt weitere Neuinfektionen und ein weiteres Todesopfer. Das hat Folgen fürs Weihnachtsfest im Altenheim.

Altena – Nachdem Ende November zunächst zwei Mitarbeiterinnen positiv getestet worden waren, ergaben weitere Tests im Altenheim in Altenas Stadtmitte zunächst 13 Infizierte in einem Wohnbereich. Diese Zahl stieg auf 24 Infizierte in drei Wohnbereichen.

Mittlerweile liegt die Zahl bei 36 Corona-Fällen in nahezu allen Wohnbereichen, wie Test bei allen 92 Bewohnern und 87 Mitarbeitern am Freitag ergeben haben. Diese Zahlen nennt Pflegedienstleiterin Kornelia Tymoszuk am Montag (14. Dezember). Unter den Infizierten seien 21 Bewohner, von denen zwei im Krankenhaus liegen, sowie 15 Mitarbeiter.

93-jähriger Mann stirbt im Altenheim in Altena

Der Märkische Kreis spricht von 31 positiven Tests, darunter 26 Bewohner und fünf Mitarbeiter, wie Pressesprecherin Ulla Erkens auf Nachfrage sagt. Alle Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in sunerem News-Blog.

Zudem starb ein 93-jähriger Bewohner am Wochenende im Ellen-Scheuner-Haus. Der Mann war an Covid-19 erkrankt, wurde aber schon zuvor palliativ betreut. Ebenso wie die beiden Bewohner, die Mitte Dezember starben.

Das Schlimme: Die Krankheit und ihr Verlauf sind völlig unberechenbar. „Dem Mann ging es morgens noch gut, er hat gut gegessen“, sagt die Pflegedienstleiterin über den 93-Jährigen. „Ein paar Stunden später ist er verstorben.“ Es sei derzeit kaum möglich, eine zuverlässige Einschätzung zum Gesundheitszustand der Infizierten zu geben.

Corona-Infizierte: Gesundheitszustand ändert sich stündlich

Zweimal täglich wird die Sauerstoff-Sättigung aller Senioren geprüft. Einige Bewohner, bei denen Covid-19 einen schweren Verlauf zeigte, „sind wieder stabil und auf dem Weg der Besserung“. Darüber ist Kornelia Tymoszuk sehr erleichtert. Aber „der Gesundheitszustand einzelner Bewohner ändert sich von Stunde zu Stunde“.

Die Erkrankten verteilen sich mittlerweile auf nahezu alle Wohnbereiche des Altenheims. Die Pfleger wechseln nicht mehr die Wohnbereiche, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Die 15 infizierten Mitarbeiter – zwölf aus der Pflege, drei aus dem Servicebereich – befinden sich in häuslicher Quarantäne, 25 weitere Mitarbeiter sind als Kontaktpersonen in Arbeitsquarantäne. Das heißt: Sie dürfen ihr Haus nur verlassen, um zur Arbeit ins Altenheim zu kommen.

Altenheim bis Heiligabend abgeriegelt

Als Kontaktpersonen ersten Grades wurden auch sämtliche Bewohner vom Gesundheitsamt eingestuft. Das Altenheim ist bereits seit Mitte vergangener Woche abgeriegelt. Besuche sind verboten, neue Bewohner dürfen nicht aufgenommen werden. Dieses Betretungsverbot hat das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises nun verlängert – bis Heiligabend. Vorerst.

Und so wird das Weihnachtsfest, das schon durch die allgemein geltenden Beschränkungen für Altenheim-Bewohner und ihre Angehörigen ein schweres wird, noch härter.

Das Mitarbeiter-Team um Kornelia Tymoszuk versucht sein Bestes, um für die Senioren da zu sein. Nicht nur durch die klassische Pflege. „Wir tun unser Bestes für unsere Bewohner, sind für sie da und versuchen ihnen die Ängste zu nehmen“, sagt die Pflegedienstleiterin. Denn Ängste gebe es natürlich. Vor dem Virus, vor der Zukunft, vor der Ungewissheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare