Burggymnasium Altena

Alle Schüler lernen auf Distanz - auch in der Schule

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr ist nun erneut Homeschooling angesagt.
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Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr ist nun erneut Homeschooling angesagt.

Das Burggymnasium in Altena geht neue Wege.- Dort gibt es ab sofort Distanz-Unterricht für alle Schüler. Auch für jene, die in der Schule sitzen.

Altena/Nachrodt – Ganz leer war es am Montag (14. Dezember) nicht in den Schulen in Altena und Nachrodt. Beispiel Burggymnasium: 16 Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf und sechs waren gekommen, aber keine aus den siebten Klassen. Außerdem mussten größere Gruppen der Oberstufe zur Bismarckstraße kommen, um ihre angesetzten Klausuren zu schreiben.

Das soll auch die ganze Woche lang so bleiben, schreibt Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper in einem Elternbrief. Danach werden Klassenarbeiten und Klausuren in den Klassen ab Jahrgangsstufe neun nach Plan geschrieben. Die Klassenarbeiten für die unteren Jahrgangsstufen hingegen werden aktuell ausgesetzt. „Ob ein Nachholen im Januar möglich und notwendig sein wird, beraten wir zu gegebener Zeit“, schreibt der Schulleiter.

Distanz-Unterricht aus dem Computerraum

Eine interessante Regelung hat das Gymnasium für die Unterstufenschüler ersonnen, die in dieser Woche noch zur Schule kommen: Auch sie nehmen am Distanzunterricht teil, zum Beispiel in den Computerräumen der Schule. Hintergrund ist, dass der Distanzunterricht so organisiert wird, dass er die Lehrerschaft komplett bindet und für einen parallel laufenden Präsenzunterricht keine Kapazitäten mehr vorhanden sind. Schon zuvor hatte sich das BGA als Vorreiter im Umgang mit Corona hervorgetan.

Nach den Erfahrungen des ersten Lockdowns werde den Kindern eine geregelte Tagesstruktur gegeben, schreibt Holtkemper: „Das heißt, dass der Unterricht nach Stundenplan durchgeführt werden soll. Der Unterrichtsbeginn ist also ganz regulär um 7.45 Uhr.“ Unterrichtet wird unter anderem per Videokonferenz, die meisten Lehrer arbeiten von zuhause aus. Würden alle 65 in die Schule kommen, würden das die Datenleitungen nicht verkraften. Vorgesorgt ist am BGA für den Fall, dass Schüler nicht über die notwendige Hardware verfügen: Es stehen Leih-Laptops zur Verfügung.

Grundschulen Altena: Online-Unterricht spielt kaum eine Rolle

An Altenas Grundschulen spielt Online-Unterricht auch im zweiten Lockdown nur am Rande eine Rolle. Es gebe einzelne Kollegen, die über Zoom, WhatsApp oder andere Kanäle Kontakt zu ihren Schülern halten würden, berichten Wolfgang Wilbers (Grundschule Altena) und Jörg Schlüter (Breitenhagen) übereinstimmend. Für den Unterricht zuhause nutzen die Schulen die vom ersten Lockdown bekannten Mittel: Es werden Arbeitsblätter, Aufgaben und derlei mehr zusammengestellt, die Eltern sollen das an den Schulen abholen.

Online-Unterricht für Grundschüler sei ohne die Hilfestellung der Eltern kaum möglich, argumentiert Schlüter. Wilbers ergänzt, dass es dafür an den Grundschulen nicht die notwendige Expertise gibt: „Wir sind dafür nicht ausgebildet.“ Wahrscheinlich sei es auch so, dass nicht alle Elternhäuser über die erforderliche Ausstattung verfügen würden. „Ohne Drucker macht das zum Beispiel kaum Sinn.“ Im Moment versuche er, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welche digitalen Endgeräte überhaupt verfügbar seien.

In den Grundschulen wurden am Montag im Verhältnis gesehen deutlich mehr Schüler betreut als am Gymnasium: Am Breitenhagen kamen 66 der 153 Jungen und Mädchen, an den beiden Standort (Dahle und Mühlendorf) der Grundschule Altena erschienen etwa zwei Drittel der Kinder zum Unterricht. Wegen der extrem kurzfristigen Entscheidung am Freitag sei die Situation sehr unübersichtlich, sagte Wilbers: „Hier tauchen Kinder auf, deren Eltern uns eigentlich gesagt haben, dass sie zuhause bleiben werden“.

Sekundarschule: Zahl der Schüler vor Ort wird sinken

Anders als im Burggymnasium gibt es an der Sekundarschule keinen Distanzunterricht für alle Jüngeren, sondern Präsenzunterricht für die, die in die Schule kommen, und Aufgaben über das System „Teams“ für die, die Zuhause sind. Die Fünftklässler sind fast alle zur Schule gekommen.

Wobei Schulleiterin Anne Rohde davon ausgeht, dass die Zahl der Kinder vor Ort in dieser Woche zurückgehen wird. „Viele Schüler aus den unteren Klassen sind gekommen, um sich etwas erklären zu lassen, Dinge mitzunehmen, sich zu verabschieden und werden ab morgen Distanzunterricht machen“, sagt Anne Rohde.

Kein Zurück in die Schule

Wer sich einmal abgemeldet hat, kann nicht wiederkommen. „Ein Hin und Her ist untersagt, und das ist auch sinnvoll, weil man ja nicht weiß, wer, wo in der Zwischenzeit gewesen ist“, so die Sekundarschulleiterin. Für die Klassen acht, neun und zehn, die alle im Distanzunterricht sind, wurden auf die Situation abgestimmte Stundenpläne erstellt.

Darin integriert sind auch Klassenarbeiten. „Damit den Jugendlichen kein Nachteil entsteht, werden wir diese auch nach Möglichkeit schreiben. Wir sorgen für kleine Gruppen, die auf unterschiedliche Räume und Klassen verteilt werden“, sagt Anne Rohde.

Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde: Mehr Kinder als erwartet in der Schule

Mehr Kinder als erwartet sind in die Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde gekommen. „Im Schnitt 50 bis 80 Prozent“, sagt Schulleiterin Carsta Coenen und vermutet, dass die plötzliche Entscheidung vom Freitag viele Eltern in größere Betreuungsnot gebracht hat. „Und viele wissen selbst noch nicht, wie es an ihren eigenen Arbeitsplätzen weitergeht“, so Carsta Coenen, die aber dennoch ein bisschen Bauchschmerzen hat.

„Wenn 80 Prozent in die Schule kommen, dann ist der Sinn der Maßnahme nicht wirklich erfüllt.“ Eine Klasse befindet sich komplett im Distanzunterricht, weil eine Lehrkraft erkrankt ist. Und alle Kinder haben Unterrichtsmaterial für Zuhause, wobei die Arbeit mit Tablets noch nicht angelaufen ist. Coenen hatte im Vorfeld damit gerechnet, dass nur wenige Kinder noch in dieser Woche zur Schule kommen werden.

Verkündung der Regeln am Freitag: Große Verärgerung unter den Lehrern

Aus ihrer Verärgerung über das wieder sehr kurzfristige Agieren des Schulministeriums machen die Lehrer keinen Hehl. „Immerhin ist diese Nachricht am Freitag über Presseberichte bereits um 11.55 Uhr bei uns angekommen und nicht wie vor den Osterferien erst um 13.30 Uhr“, höhnt Holtkemper, der dann sehr deutlich wird: „Diese Kurzfristigkeit halte ich für eine Missachtung der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen, der Sorgen und Ängste der Schülerinnen und Schüler und der Arbeitssituation vieler Eltern.“

Die Lehrer hätten die Schüler auf noch vor Weihnachten zu schreibende Klassenarbeiten und Klausuren vorbereitet und sich Gedanken zur Gestaltung der letzten Stunden vor Weihnachten gemacht, um die Kinder auf ein besonderes Weihnachtsfest und eine adäquate Verabschiedung in die verlängerten Weihnachtsferien vorzubereiten.

„Dieser Termin des Lock-Downs hätte meines Erachtens früher bekannt gegeben werden müssen oder gegebenenfalls erst ab Mittwoch umgesetzt werden können“, schreibt Holtkemper in einem Rundbrief an die Schulgemeinde. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.  

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