Anmeldung der Erstklässler: Viel Aufwand für Grundschulen

Schulalltag unter Corona-Bedingungen: Dass es sinnvoll ist, dass Grundschüler auch während des Unterrichts Masketragen müssen, bezweifeln viele Menschen.
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Die Anmeldung der Grundschüler läuft in diesem Jahr ganz anders ab.

Laminierte Blätter, Betreten durch den Hintereingang und kein Plaudercafé: Die Anmeldung der Erstklässler stellt die Grundschulen durch Corona vor Herausforderungen.

Altena/Nachrodt – In den Grundschulen läuft im Moment die Anmeldung der Lernanfänger – auch das stellt für Schulleitungen und Lehrer in Corona-Zeiten eine Herausforderung dar. Ein Überblick.

Grundschule Altena mit Dahle und Mühlendorf

„Wir haben an der Grundschule Mühlendorf den Verwaltungsbereich konsequent vom übrigen Bereich der Schule abgetrennt. Alle Verbindungstüren sind abgeschlossen“, schildert Wolfgang Wilbers, Leiter der Grundschule Altena, das Vorgehen an diesem Schulstandort. Neben ihm kümmert sich dort die Sozialpädagogin Antje Hartmann um das Anmeldeverfahren. Etwa 75 Kinder werden an den beiden Standorten Mühlendorf und Dahle angemeldet, bis zu 30 Minuten kann ein solcher Vorgang pro Kind dauern.

Allen Eltern wurde schriftlich ein Termin mitgeteilt, an dem sie ihr Kind anmelden können. Ein Elternteil muss mit dem Kind in die Schule kommen und diese sozusagen durch den Hintereingang betreten. Handdesinfektion und Maskenpflicht kennt man natürlich schon, wobei die Maskenpflicht für die anzumeldenden Kinder eigentlich noch nicht gilt. „Da sind sie ja noch Vorschulkinder“, erklärt Wilbers. Trotzdem trügen einige von ihnen schon den Mund-/Nasenschutz.

Lehrer zeigen Gesicht

Dann geht es zur – natürlich auch maskierten – Schulsekretärin, bei der die Eltern sich anmelden und ein Besucherdatenblatt abgeben müssen, das ihnen mit den Anmeldeunterlagen zugeschickt worden ist und – Stichwort Kontaktverfolgung – von der Schule vier Wochen lang aufgehoben wird.

Anschließend werden Kind und Elternteil von Wilbers beziehungsweise Antje Hartmann abgeholt. Natürlich tragen auch die beiden Maske. „Wir entfernen uns dann aber ein paar Meter und zeigen unser Gesicht, damit die Kinder wissen, mit wem sie es zu tun haben“, erklärt Wilbers. Im Anmeldeverfahren wird unter anderem gemalt, auch der Wortschatz der Kinder wird geprüft.

Amt zu sehr gefordert: Keine Schuleingangsuntersuchung

An dem Verfahren selbst hat sich nichts geändert, es gelten aber auch hier Hygienevorschriften. „Wir haben etliche Sätze Stifte angeschafft“, erklärt der Schulleiter. Arbeitsblätter, auf denen beispielsweise Tiere abgebildet sind, sind einlaminiert. Sie werden nach jedem Durchgang desinfiziert. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

Was völlig anders ist als sonst, ist die medizinische Schuleingangsuntersuchung durch das Kreisgesundheitsamt. Die gibt es in diesem Jahr nicht, weil die Ärzte im Corona-Stress sind. Zwei Gründe sprechen dafür, dass das nicht problematisch ist. Zum einen gehen über 90 Prozent der Eltern mit ihren Kindern zu den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt, zum anderen hat das Kreisgesundheitsamt mit den Grundschulen im Märkischen Kreis vereinbart, dass diese sich melden, wenn sie Auffälligkeiten feststellen.

„Das klappt auch“, berichtet Wilbers, der bereits den schulärztlichen Dienst einschalten musste, weil die Einschulung eines Kindes auf Wunsch der Eltern zurückgestellt werden sollte. Das geht nicht ohne das Okay des Schularztes.

Gemeinschaftsgrundschule Nachrodt-Wiblingwerde

Eine Terminvergabe und das „komplette Programm“ wie in Altena gibt es auch fast 1:1 in der Doppelgemeinde im Rahmen der Schulanfänger-Anmeldungen. Alle Eltern wurden angeschrieben und für die kommende Woche – von Montag bis Donnerstag – zeitversetzt mit viel Puffer eingeladen.

Eines steht jetzt schon fest: Es können drei Eingangsklassen gebildet werden, zwei in Nachrodt, eine in Wiblingwerde. „Das ist definitiv kein Problem“, sagt Schulleiterin Carsta Coenen. Die genauen Anmeldezahlen kann sie aber erst Ende nächster Woche vermelden.

„Möchte Kinder schonmal gesehen haben“

Kein Elterncafé, keine Plauderstunde: Auf die schönen Rahmen-Momente muss in diesem Jahr während der Anmeldungen verzichtet werden. „Aber wir wollen den Schritt gemeinsam gehen“, sagt Carsta Coenen und meint, dass es trotz großem Hygienekonzept und einem „reduzierten Prozedere“ nicht nur um eine Anmelde-Abfertigung gehen soll.

„Die Kinder möchten wir schon einmal gesehen haben. Und sie auch uns“, so die Schulleiterin. Schließlich sind die Besuche der Kindergärten im Vorfeld ausgefallen, und auch die Lehrer mussten ihrerseits auf das Kennenlernen in den Kita-Einrichtungen verzichten.

Infopaket statt Infoabend

Übrigens: Der Schulunterricht für die Erst- bis Viertklässler findet in der kommenden Woche etwas reduziert statt, da viele Lehrer bei den Anmeldungen eingebunden sind. Sie haben beim Kennenlernen auch einen Blick auf mögliche Förderbedarfe der Kinder – zum Beispiel, wenn ein Kind nicht ausreichend Deutsch spricht, um am Unterricht teilnehmen zu können.

Ein Blick auf die größeren Grundschüler: Der Infoabend zum Thema weiterführende Schulen, der für diese Woche geplant war, findet nicht statt. Stattdessen erhalten die Eltern der Viertklässler ein Informationspaket.

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