Maskenpflicht in Bus und Bahn: Ergebnis der Kontrollen überrascht

Fahrgäste in der Bahn tragen den vorgeschriebenen Mund-Nase-Schutz.
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Masken tragen – wie hier in der Bahn – gehört mittlerweile zum Alltag. Viele halten sich in Altena an die Pflicht.

Maskenpflicht in Bus und Bahn: Diese wird sowohl in den Zügen als auch in den Bussen der MVG kontrolliert. Und auch das Ordnungsamt ist sehr beschäftigt mit der Maskenpflicht.

Altena – Maskenpflicht gilt im öffentlichen Nahverkehr – übrigens auch an den Haltestellen, etwa an den Stationen der MVG und am Bahnsteig. Seit dem 12. August kann hier ein Bußgeld von 150 Euro verhängt werden, wenn gegen die Corona-Schutzauflagen verstoßen wird. Aber wer stellt die Verstöße fest, und wer setzt sie letztendlich durch?

Schwierig, denn die Fahrer zum Beispiel der Märkischen Verkehrsgesellschaft oder auch die Fahrkartenkontrolleure haben diese Befugnis nicht. Weigert sich nach einer Beanstandung durch das Buspersonal ein Fahrgast, seine Personalien zu nennen, müsste über die Leitstelle der MVG die Polizei herbeigerufen werden, die dann kraft Amtes die Personalien feststellen würde – und diese Angaben zur Bearbeitung ans Ordnungsamt weiterleiten würde. Viele Wahrscheinlichkeitsformen.

Coronavirus in Altena: „Einige Anzeigen" wegen Verstoß gegen Maskenpflicht

Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler nennt in diesem Zusammenhang das Wort „Verfahrensstreckung“ – es würde wohl alles eine Weile dauern, auch vor dem Hintergrund, dass dieser Teil der Stadtverwaltung einem spürbaren Personalmangel ausgesetzt ist. „Wir haben hier einige Berge um uns herum“, sagt Anweiler. Diese seien nach und nach abzuarbeiten.

Bei diesen Ordnungswidrigkeitsanzeigen handele es sich immer um ein schriftliches Verfahren. Zwar seien im Zusammenhang mit Corona-Schutzmaßnahmen generell schon „einige Anzeigen“ vorgelegt worden, eine Zahl kann die Ordnungsamtschefin aber noch nicht nennen.

Die Sprecher von zwei Verkehrsunternehmen, von MVG und Abellio, erinnern daran, dass die Zahl der Masken-Verstöße allgemein gering ist. „Wir kontrollieren das seit April“, berichtet Julia Limia Y Campus, Pressesprecherin bei Abelio Rail NRW.

Coronavirus im MK: 5 Prozent ohne Masken in Bahnen von Abellio

Dabei habe es sich gezeigt, dass 95 Prozent der Fahrgäste Masken tragen. Nur fünf Prozent hätten auf ein Attest verwiesen oder sich als Verweigerer herausgestellt. Bei einem – immerhin landesweiten – Kontrolltag für den Schienenverkehr seien am Montag vergleichsweise geringe 1700 Verstöße festgestellt worden.

Im Falle eines hartnäckigen Verweigerers werde Abellio aber von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Fahrgast des Zuges verweisen. Das könne dann notfalls auch mithilfe der Bundespolizei geschehen.

Coronavirus im MK: Mehr Probleme an Bahnhöfen mit Maskenpflicht

In den Waggons gebe es also vergleichsweise wenige Probleme. „Eher schon in den Bahnhöfen oder auf dem Bahnsteig“, ergänzt Julia Limia Y Campus.

Coronavirus: Die Maskenpflicht halten viele Besucher auch auf dem Wochenmarkt in Altena ein.

MVG-Sprecher Jochen Sulies berichtet, dass man sich seit dem Wiederbeginn mit Personal aus der Verkehrsaufsicht des Schulunterrichts mehr als 200 Fahrten angesehen habe: Genau 241. Dabei habe sich gezeigt, dass nur zwei Mal eine Erinnerung an die Maskenpflicht ausgesprochen werden musste. „Das sind 0,8 Prozent der Fahrten. Es erscheint mir daher so, dass der Handlungsbedarf derzeit überschaubar ist.“

MVG: Maskenpflicht wird in Bussen kontrolliert

Dennoch sei es natürlich wichtig, so Sulies weiter, dass die Maskenpflicht kontrolliert werde. In diesem Zusammenhang haben sich zum Beispiel Ordnungsamt, MVG und Polizei in Lüdenscheid zusammengesetzt und sich zu einer konzertierten Aktion verabredet, bei der in größerem Stil zum Beispiel am Sauerfeld in Lüdenscheid nach dem Rechten geschaut werden sollte. Bei dieser ersten halbstündigen Schwerpunktkontrolle wurden insgesamt 13 Verstöße am ZOB Sauerfeld festgestellt.

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