Betreiber geben Ladenlokal auf

Landmarkt im MK macht dicht

Nadine und Marcel Madiwe geben den Landmarkt auf.
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Nadine und Marcel Madiwe geben den Landmarkt auf.

Wieder ein Geschäft weniger: Ein Landmarkt mit Kunden aus dem gesamten MK macht zu - aus mehreren Gründen.

Der Evingser Landmarkt in Altena schließt. Inhaberin Nadine Madiwe und ihr Ehemann Marcel setzen künftig voll und ganz auf den Online-Verkauf und auf Direktvermarktung.

Das hat auch mit der Corona-Pandemie zu tun, „Die Coronazahlen steigen wieder stetig, Veranstaltungen sind begrenzt oder abgesagt, Sportveranstaltungen werden gecancelt, viele haben seit März Kurzarbeit“, sagt Inhaberin Nadine Madiwe. Sie ist sich sicher: „Corona wird uns auch 2021 auf Trab halten. Das ist im Januar nicht vorbei.“

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Kritik zwischen den Zeilen

Aber die Dimensionen des Problems reichen weiter und sind strukturell: „Alte Kunden sterben leider weg, junge und auch ältere Leute bestellen online“, so die Inhaberin zur Erklärung ihrer Entscheidung auf Facebook. Der Zuspruch für den Landmarkt habe zu wünschen übrig gelassen, das ist zwischen den Zeilen zu lesen.

„Die Evingser Laufkundschaft nutzt ihre örtlichen Geschäfte seit gut 25 Jahren eher selten – bis auf für Tabak, Medikamente und samstags Brötchen“, schreibt Madiwe – und setzt eine Zwinkerlächeln-Emoji hinter diesen Satz. Leider reiche das nicht für ein Dorf aus, um ein Geschäftslokal zu erhalten.

Weitere Läden im MK haben im Zuge der Corona-Pandemie bereits geschlossen - für immer

Online-Handel wird aufgebaut

Der Entschluss sei schwer gefallen: „Wir entscheiden uns dazu, den Evingser Landmarkt als Geschäftslokal zu schließen und unsere regionalen Produkte ausschließlich per Internet und Direktvermarktung anzubieten.“

Derzeit sei man dabei, das Onlinegeschäft aufzubauen. „Das braucht aber seine Zeit“, sagt Marcel Madiwe. So ein Vorhaben könne man nicht im Handumdrehen realisieren. „Wir müssen das erst wasserdicht machen.“

Kunden aus dem gesamten MK

In gut drei Jahren habe man am Schützenplatz für die Evingser und natürlich für Kunden von außerhalb ein Produktangebot aufgebaut, „das es etwa 15 Jahre lang dort so nicht gab“. Und die beiden haben in den drei Jahren auch viele Stammkunden gewinnen können: Sie kommen bis aus Iserlohn, Neuenrade, Werdohl, Nachrodt-Wiblingwerde, Lüdenscheid, Menden und Hemer, aber auch vom Niederrhein, aus Bayern oder den Niederlanden.

Die Reaktionen auf die Entscheidung fallen eindeutig aus: „Ich könnte heulen“, schreibt ein User auf Facebook und kritisiert: „Was für eine Schande, dass ein 1000-Einwohner- Dorf einen Landmarkt nicht am Leben halten kann. Selbst ich als Lüdenscheider werde die frische Milch von Muh To Go und das leckere Fleisch und die dicken Eier vermissen.“

Viele Kunden traurig über das Aus

Eine andere Benutzerin bestätigt: „War immer ein schönes Ziel, ein paar Sachen bei euch zu kaufen. Die Auswahl, die Qualität und die freundliche Bedienung hat man leider nicht sehr oft.“ „Wir danken allen treuen Unterstützern und Helfern, Freunden und Verwandten für diese aufregende Zeit“, sagt Nadine Madiwe, „aber es muss auch weitergehen.“

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