Trotz Corona

Unternehmen im MK investiert Millionen in neue Technik

Neubau Firma Hesse Drahtfirma Rahmede
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Eine neue Halle mit Beizstrecke entsteht für mehrere Millionen Euro.

26 Meter hoch wird die neue Halle: In sie investiert eine große Drahtfirma Millionen für die neueste Technik.

Altena – Wahrhaft Großes tut sich an der Einmündung der Wilhelms- in die Rahmedestraße: 26 Meter hoch ist das Stahlgerüst aus leuchtend blauen Eisenträgern, das dort gerade zusammengeschraubt wird. Bald kommt das Dach darauf, dann folgen die Wände für eine Halle, in der im Frühjahr 2021 eine vollautomatische Beizstrecke der Firma Diedrich Hesse in Betrieb gehen soll. „Es handelt sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte unserer Firma“, erklärt Firmenschef Klaus Hesse. Das Projekt kostet mehrere Millionen Euro.

Weit über 100 Jahre alt ist das Unternehmen. Ein „logistischer Albtraum“ sei das rund 15 000 Quadratmeter große Firmengelände in der unteren Rahmede, sagt der Inhaber. Es liegt beidseits der Wilhelmstraße und nahe am Rahmedebach, Wohnbebauung grenzt unmittelbar an.

Grundstückskauf hat gedauert

„Typisch Altena eben“, meint Hesse und blickt zurück auf das Jahr 1996. Damals kaufte das Unternehmen das Grundstück der insolventen Firma Schrauben Mayweg – eine Altlast, die zuvor saniert worden war. Diese Erweiterung des Firmengeländes ermöglichte den Bau einer neuen, modernen Glühe.

Für die neue Beize musste zunächst das Verwaltungsgebäude weichen, die Büros zogen in einen Neubau um. „Es hat gedauert, bis wir das dafür erforderliche Grundstück erwerben konnten“, blickt Hesse zurück. Der Abbruch des alten Verwaltungsgebäudes war dann sozusagen der Startschuss für den Neubau der Beize.

Projekt kostete Chef „manch schlaflose Nacht“

Ein Wagnis in diesen unsicheren Zeiten? „Das ist eine strategische, für das Unternehmen existenzielle Entscheidung. Deswegen ziehen wir das jetzt trotz Corona durch“, sagte der Firmenchef. Als die Pandemie ausbrach, sei die Entscheidung für die Investition längst getroffen gewesen, berichtet Hesse.

Allein das Genehmigungsverfahren habe rund ein Jahr gedauert, vorangegangen sei die Planungsphase: „Das alles hat mich manche schlaflose Nacht gekostet.“ Verwirklicht wird das Vorhaben mit Hilfe eines Generalunternehmers: Die Firma Storm aus Mülheim an der Ruhr ist auf den Bau von Produktionslinien für die Stahl- und Drahtindustrie spezialisiert.

Logistik wird ebenfalls modernisiert

Die Kunden stellten immer höhere Anforderungen an die Oberflächengüte der Drähte, erklärt Hesse. Das sei ausschlaggebend für den Bau der weitestgehend automatisierten Anlage gewesen. Sie gewährleiste, dass das Material exakt so lange in den Bänddern bleibe wie vorgesehen.

Neben der neuen Beize wird auch die gesamte Logistik auf den neuesten Stand gebracht. Dazu gehört auch das firmeneigene Klärwerk, das jedes Unternehmen haben muss, das eine Beize betreibt. Die alte Beize soll so lange betriebsbereit bleiben, bis die neue Anlage reibungslos funktioniert. Dann soll sie als Lager genutzt werden.

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