Versammlungen nicht möglich

Abstimmung per Post: Burgfreunde finden neue Wege

Auf viele Rücksendungen hoofen die Freunde der Burg.
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Auf viele Rücksendungen hoofen die Freunde der Burg.

Über Berichte und ähnliches sollen die Freunde der Burg per Post abstimmen. Eine Versammlung lässt Corona nicht zu. Doch es gibt einen Fallstrick bei dem schriftlichen Verfahren.

Altena – Ungewöhnliche Wege gehen die Freunde der Burg. Weil die Mitgliederversammlung nicht wie vorgesehen stattfinden konnte, will der Vorstand sie nun schriftlich nachholen. Alle rund 360 Mitglieder bekamen einen Brief, um über vier Tagesordnungspunkte abzustimmen: Es geht um den Geschäftsbericht des Vorsitzenden und den Bericht des Schatzmeisters für das Jahr 2019, den Bericht der Kassenprüfer und die Entlastung des Vorstandes.

Das Vorgehen nennt sich „schriftliches Umlaufverfahren“ und war vom Vorstand des Vereins Anfang September beschlossen worden. Die Mitgliederversammlung hätte am 25. März stattfinden sollen, wurde wegen der Corona-Pandemie jedoch abgesagt.

„Meine Hoffnung, die Versammlung zu einem späteren Zeitpunkt durchführen zu können“, sagt Vorsitzender Bernd Falz, „hat sich angesichts der aktuellen Infektionslage leider zerschlagen.“  Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

Heimatbund macht‘s vor

Der Vorschlag, die Mitglieder auf dem Postweg abstimmen zu lassen, sei von Dr. Christiane Todrowski gekommen, die die Arbeit der Freunde der Burg als wissenschaftliche Fachkraft unterstützt. „Ein sehr interessanter Gedanke“, sagt Bernd Falz.

Das Vereinsleben müsse ja auch in Zeiten von Corona praktikabel weitergeführt werden können. „Alle Vereine sind in der Bredouille, ihre Fristen einzuhalten“, weiß Dr. Christiane Todrowski. Da eine Anregung vom Heimatbund Märkischer Kreis hilfreich gewesen, der ähnlich vorging und schriftlich abstimmen ließ..

Mindestens 180 Rücksendungen nötig

Das „schriftliche Umlaufverfahren“ hat aber einen Haken. „Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen“, appelliert der Vorsitzende an die Mitglieder. Es muss eine Mindestrücklaufquote von 50 Prozent erreicht werden, damit die Abstimmung zählt.

Heißt: Mindestens 180 Mitglieder müssen den Brief zurücksenden. Um es den Mitgliedern so einfach wie möglich zu machen, hat der Vorstand der Burgfreunde dem Anschreiben Rücksendeumschläge beigefügt, die bereits frankiert sind.

Dennoch könnte sich das Vorhaben als sportlich erweisen. „Das ist natürlich eine hohe Hürde, aber wir setzen auf das Interesse eines jeden Mitglieds daran, dass der Verein weiterarbeiten kann. Ansonsten wären wir nicht mehr geschäftsfähig“, sagt Todrowski.

Auch Wahlen per Brief möglich

Man werde die Mitglieder vielleicht noch einmal erinnern müssen und vielleicht auch die Rücksendefrist verlängern, meint sie. Jetzt aber gilt erst einmal: Bis zum 29. November müssen die Mitglieder ihre Abstimmung zurückgesendet haben.

Selbst bei Wahlen wäre der schriftliche Weg kein Problem, die Abstimmung über ein Vorstandsamt sei auf postalischem Wege möglich, sagt Falz. Er habe ursprünglich überlegt, die Mitgliederversammlung als Online-Konferenz abzuhalten. Angesichts der Altersstruktur der Mitglieder habe man dann aber von dieser Planung Abstand genommen.

Viele Vereine setzen aber auf eine Online-Lösung für Versammlungen. Großer Beliebtheit erfreut sich dabei das Microsoft-Programm Teams. Es ist für gemeinnützige Organisationen kostenlos erhältlich.

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